aziz ansari: muss sich hollywood noch mehr für die repräsentation von minderheiten einsetzen?

Der Comedian und Erfinder der Netflix-Serie „Master of None“ schreibt über seine Erfahrungen mit dem Thema Race in der Entertainmentbranche.

von Charlotte Gush
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12 November 2015, 3:10pm

@azizansari

Im Jahr 2013 wurden nur 16,7 Prozent der Hauptrollen in Filmen mit nicht-weißen Schauspielern besetzt, auch wenn die statistische Gruppe der non-white Americans 40 Prozent der amerikanischen Gesamtbevölkerung ausmacht. Noch schlechter sieht es im Fernsehen aus, hier liegt der Wert bei nur 6,5 Prozent. Diese Statistik stammt vom African American Studies Center der UCLA und wurden von Autor, Comedian und Netflix-Star Aziz Ansari in seinem New York Times-Artikel über ethnische Vielfalt in Hollywood zitiert.

Die Situation ist zwar immer noch deprimierend, aber immerhin besser als noch vor ein paar Jahren, wie Aziz Ansari durch eine Geschichte über seine ersten Leinwandhelden veranschaulicht. Neugierig darauf, wer den Inder im Film Nummer fünf gibt nicht auf spielt, habe er als junger Student auf IMdB nachgeschaut und war ziemlich ernüchtert, als er herausfand, dass ein Weißer diesen Part übernahm. „Anstatt einen indisch-stämmigen Schauspieler zu verpflichten, war den Filmemacherin lieber, dass Fisher Stevens jeden Morgen in der Maske sitzt, ihm dort eine indische Farbe geschminkt wird, um dann am Set mit seiner indische Stimme zu filmen", schreibt der Schauspieler.

Man müsse sich nur Filmplakate anschauen und sich folgende Fragen stellen, um das Problem offensichtlich zu machen: „'Was passiert mit dem Weißen?' (Forrest Gump, Der Marsianer, Black Mass) oder wenn auf dem Plakat auch eine Frau zu sehen ist ‚Werden diese Weißen Sex miteinander haben?' (Casablanca, Harry und Sally, Wie ein einziger Tag)".

Zwar steckt er hinter der neuen Netflix-Serie Master of None, aber trotzdem sei es für indische Schauspieler schwer an gute Rollen zu kommen, so Aziz. „Obwohl ich als Stand-up-Comedian vor ausverkauftem Haus im Madison Square Garden gespielt habe und in mehreren Filmen und Fernsehserien mitgewirkt habe, werden mir nur Rollen des Ausländers mit Akzent angeboten", erklärt der Amerikaner.

Casting ist für ihn hier besonders problematisch, so berichtet er von indischen Schauspielern, die aufgrund von nicht kompatiblen Terminkalendern nicht als Inder besetzt wurden, und spricht aus eigener Erfahrung. So sei die Besetzung der asiatischen Rolle für seine Netflix-Serie schwierig gewesen. Die Frage, die sich die ganze Film- und Fernsehbranche stelle müsse, ist, ob sie genug für die Repräsentation von Minderheiten tue.

Für all jene, die denken, dass es komisch wäre, einen nicht-weißen Schauspieler in der Hauptrolle zu casten, hat er da Beispiel Arnold Schwarzenegger in Terminator. „Garantiert wird es jemanden gegeben haben, der seinen Namen gehört hat und dachte ‚Wieso sollte ein Roboter einen österreichischen Akzent haben? Das wird keiner glauben. Der Roboter muss einen amerikanischen Akzent haben. Nimmt einfach einen weißen Amerikaner, sonst ist das Publikum verwirrt.' Nope. Das Publikum war es nicht. Und wieso? Weil es keinen interessiert hat."

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Text Charlotte Gush

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