natalia dyer aus ‘stranger things‘ erlebt ihr sexuelles erwachen

Und zwar als Schülerin einer katholischen Schule in den 90er Jahren, die ein Faible für Chatrooms und “Titanic“ hat.

von Emily Kirkpatrick
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12 Juli 2017, 9:02am

Dieser Artikel erschien zuerst auf i-D US.

Für diejenigen unter euch, die den Start der zweiten Staffel der Retro-Science-Fiction-Serie Stranger Things kaum erwarten können, könnte der Kurzfilm Yes, God, Yes genau die richtige vorübergehende Lösung sein. Zwar geht es darin nicht um Aliens oder Paralleldimensionen, aber es spielt eine der Hauptdarstellerinnen mit, um genau zu sein Natalia Dyer. 

In Yes, God, Yes, bei dem Karen Maine Regie geführt hat, geht es um die Schülerin einer katholischen Schule (gespielt von Natalie), die Selbstbefriedigung, ihre eigene Sexualität und später auch die Scheinheiligkeit der Kirche und der Geistlichen entdeckt. Diese Enthüllungen werden durch einen zufälligen Chat, einen kaputten Bildschirmschoner sowie dieses gewisse unbeschreibliche Gefühl ausgelöst, das die Protagonistin jedes Mal überkommt, wenn bei Titanic die berühmte Auto-Szene läuft.

Maine, die selbst sehr streng religiös erzogen wurde, hofft, mit ihrem Kurzfilm zu zeigen, "was für eine merkwürdige Erfahrung es war, [katholisch erzogen zu werden], vor allem als Teenagerin." Maine hat ein katholisches Gymnasium besucht, auf dem der Sexualkunde-Unterricht aus Predigten über die heilige Ehe, unverständlichen medizinischen Diagrammen und traumatisierenden Bildern von Geschlechtskrankheiten und Abtreibungen in fortgeschrittener Schwangerschaft bestanden hat. Als sie Selbstbefriedigung für sich entdeckt hat, sagt sie "wusste ich, dass ich es niemandem sagen könnte, nicht mal meinen Freundinnen, weil ich niemanden je darüber habe sprechen hören. Ich dachte mir, ich sei die einzige, die es macht, und habe mich furchtbar geschämt."

Und genau da setzt Yes, God, Yes an. Die Regisseurin erklärt: "Ich wollte immer schon über das sexuelle Erwachen einer jungen Frau schreiben. Aber eine Frau, die nicht durch eine Beziehung, einen Partner oder unangenehmen Sex, sondern durch die Erkundung ihres eigenen Körpers ihre Sexualität entdeckt. Es ist eine Liebesgeschichte zwischen einer Frau und ihrer Vagina. Die meisten Mädchen erkunden ihren Körper schon lange, bevor sie mit einer anderen Person intim werden, aber das wird nur selten in Filmen thematisiert, weil die weibliche Lust (sogar außerhalb religiöser Gemeinschaften) immer noch mit einem Stigma behaftet ist. Das wollte ich ändern."

Der Film untersucht auch, wie das Internet unwiderruflich unsere Herangehensweise an Sex und Intimität geprägt hat. "Online Pornos zu gucken ist heute ein Klischee. Jeder tut es und jeder denkt, dass alle anderen es auch tun", erklärt die Filmemacherin. Deswegen hat sie ihren Film in den späten 90er Jahren angesiedelt, als "alle noch so unschuldig und naiv waren und keine Ahnung hatten, was man im [Internet] alles tun und sehen kann. Und einem neugierigen, katholischen Mädchen, das in einer behüteten und sehr konservativen Gemeinschaft gelebt hat, hat es die Tür in eine völlig neue Welt geöffnet. Das Internet ist auf gewisse Weise ein großartiges Lehrhilfsmittel für diejenigen, die in diesem Bereich nicht ausreichend aufgeklärt worden sind (aber offensichtlich ist es auch für sehr viel falsche Informationen verantwortlich!) ... Ich glaube, dass das Internet unterschiedliche Arten von Sex enttabuisiert hat und dazu beigetragen hat, dass er nicht mehr als Sünde oder etwas schändliches betrachtet wird."

Letzten Endes hofft Karen, dass ihr Kurzfilm und der Spielfilm, zu dem die Dreharbeiten im Herbst beginnen sollen, eine realistischere Darstellung der weiblichen Sexualität bieten. Sie möchte zeigen, dass "Frauen genauso sexuell und geil sind, wie Männer, genauso viel masturbieren, wie sie und dass auch Priester und andere Geistliche sexuelle Lust verspüren. Und dass es Filme über das weibliche sexuelle Verlangen geben kann, die nicht direkt an Pornos erinnern oder aus der männlichen Perspektive gedreht, sondern wirklichkeitsgetreu, berührend und witzig sind."  

Yes, God, Yes läuft exklusiv auf Vimeo.

Credits


Text: Emily Kirkpatrick

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