„es ist meine zeit, ich komme jetzt. ich hoffe deutschland ist ready für 2016!“

Die Gründe, warum im Zeitalter von Feminismus Deutschrap immer noch so männerdominiert ist, kennt niemand. Auf der Suche nach Antworten, sind wir auf die 20-jährige Hamburgerin Eunique gestoßen, deren Musik mehr als vielversprechend klingt.

von Naomie Chokoago
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10 Februar 2016, 11:35am

Foto: Joanna Schröder

Von Lady Leshurr, über DonMonique, bis hin zu Tink: 2015 war ohne Frage das Jahr der weiblichen MC's. Starke Frauen mit Flow und Visionen braucht auch Deutschland. Die Gründe, warum im Zeitalter von Feminismus Deutschrap immer noch so männerdominiert ist, kennt niemand. Auf der Suche nach Antworten, sind wir auf die 20-jährige Hamburgerin Eunique gestoßen, deren Musik mehr als vielversprechend klingt.

Du singst, rapst und begleitest dich dabei selbst auf dem Keyboard. Die ultimative one woman army also.
Ja!

Bleibt das erst mal so oder gibt es bestimmte Künstler, mit denen du gerne zusammenarbeiten würdest?
Das bleibt erstmal so, ich muss mir da ja auch erst mal meinen eigenen Stein legen.

Deine Videos findet man bisher ausschließlich über deine Facebook-Seite. Welche Rolle spielt Social Media für dich und deine Musik?
Für mich spielt Social Media eine große Rolle! Durch meine Facebook-Seite können meine Supporter und Fans meine Entwicklung zeitnah mitverfolgen. Es ist die einfachste Möglichkeit, um mit den Menschen, die mich unterstützen, in Verbindung zu bleiben.

Nach starken Statements wie Black is Beautiful" und #BlackLivesMatter wird nun unter dem Hashtag #BlackGirlMagic die schwarze Frau gefeiert. Welche Bedeutung haben diese Bewegungen für dich?
Für mich spielt es eine sehr große Rolle, weil ich es wichtig finde, dass man sich gegenseitig unterstützt-ganz unabhängig von der Hautfarbe. Ich finde es auch gut, dass solche bedeutenden Bewegungen Aufmerksamkeit erregen, weil es wichtige Themen unserer Gesellschaft sind.

In deinen Texten geht es hauptsächlich um die problematischen Situationen, mit denen junge Frauen in unserer Gesellschaft zu kämpfen haben. Würdest du dich selber als Feministin bezeichnen?
Da ist eine interessante Frage...Feministin klingt ein bisschen extrem, aber ich würde sagen, ich bin das Sprachrohr der Frauen. Ich würde auch sagen, dass mir im Allgemeinen die Jugendbewegung sehr wichtig ist und ich reflektiere die Probleme, mit denen junge Menschen umgehen müssen. Ich hoffe sehr, dass auch die Männer sich aus meinen Texten etwas rausziehen können und die Gedanken einer Frau verstehen. Mädchen liegen mir sehr am Herzen.

Sexuelle Übergriffe in Deutschland sind nach den Ereignissen in Köln leider wieder ein aktuelles Thema. Wie gehst du als junge Frau damit um?
Ich gehe damit etwas entspannter um. Es gibt immer und überall jegliche Formen von Übergriffen. Solche Ereignisse wie in Köln machen das Ganze nur offensichtlicher. Ich finde, dass man aber auch aufpassen sollte mit Verallgemeinerungen. Und ob ich etwas ändere? Ich ziehe an, was ich will-das ist meine Lebensphilosophie.

Hast du Vorbilder oder Künstler, die dich inspirieren?
Ja, habe ich auf jeden Fall. Das sind hauptsächlich nicht die Stars, sondern eher Menschen, die mir im Laufe meines Lebens über den Weg gelaufen sind. Aber klar, auch so jemand wie Beyoncé, die auch ein Sprachrohr für die Frau ist.

Woran liegt es, dass die deutsche Rapszene immer noch so männerdominiert ist?
Ich glaube es liegt eher am Selbstbewusstsein der Frau. Ich bin mir sicher, dass es viele talentierte Frauen gibt, die sich aber einfach nicht trauen. Dafür stehe ich aber, einfach raus damit!

Was bedeutet es für dich 2016 eine junge, schwarze Künstlerin in Deutschland zu sein?
Es ist eine Ausnahme würde ich sagen. Es ist meine Zeit, ich komme jetzt. Ich hoffe Deutschland ist ready für 2016!

Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Ich habe da gerade etwas in Planung. Ich bin sehr gespannt, wie das ankommen wird, es wird nice. Es könnte sein, dass es ein wenig provokant wird, aber darauf gebe ich einen Fick. Kannst du auch gerne so mit reinschreiben.

@eunique_kobra
facebook.com/euniquekobra

Credits


Text: Naomie Chokoago
Fotos: Joanna Schröder

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