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10 aktivistische musikvideos, die du kennen solltest

Wenn das Unaussprechbare ausgesprochen wird. Wir zeigen euch zehn Beispiele von popkulturellem Aktivismus.

von Tom Ivin
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24 März 2015, 2:30pm

M.I.A., Born Free
Im unter der Regie von Romain Gavras entstandenen Musikvideo zu „Born Free" nutzt M.I.A. die Verfolgung von Rothaarigen, um die Willkür von Krieg zu zeigen und auf das Leid der Leute, die nicht so sehr im Medieninteresse stehen, aufmerksam zu machen. „Born Free" bringt in diesem gewalttätigen, kontroversen und anregenden Film die Brutalität von Krieg auf den kleinen Bildschirm.

Michael Jackson, Earth Song
1995 veröffentlichte Michael Jackson „Earth Song", der auf den Schutz unserer Umwelt aufmerksam machen sollte und nur ein Beispiel für die Reihe von Jacksons politischen Popsongs ist. Regie führte der Fotograf Nick Brandt, der ausschließlich in Afrika fotografiert und der sein Leben dem Schutz der Tiere und Landschaft gewidmet hat.

Pussy Riot, I Can't Breathe
Die Anarcho-Frauen von Pussy Riot veröffentlichten das Musikvideo zu ihrem neuesten Song „I Can't Breathe" als Hommage an Eric Garner und zollen ihm Respekt, indem ein Monolog aus seinen letzten Worten von der Punk-Ikone Richard Hell vorgelesen wird. Das Musikvideo wurde in einem Shot gedreht und zeigt die ewigen Rebellinnen, wie sie lebendig begraben werden und dabei trotzdem weitersingen.

Anthony and the Johnsons, Cut The World
Wenn es ein Musikvideo gibt, das die Zuschauer dazu aufruft, gegen das Patriarchat aufzustehen, dann ist es dieses. Willem Dafoe und Marina Abramovic spielen die Hauptrollen in dem unter der Regie von Nabil entstandenen Musikvideo zu „Cut The World", das bei seiner Veröffentlichung 2012 für Schlagzeilen sorgte. Es ist die Geschichte einer frustrierten Frau, die böse endet. 

Sid Vicious, My Way
Dieser Clip des chaotischen Covers des Frank-Sinatra-Klassikers aus Julien Temples The Great Rock 'n' Roll Swindle ist Anti-Mainstream, anti-royalistisch, einfach anti-allem. Das nicht ganz ernstgemeinte Video verkörpert alles, wofür die Sex Pistols standen. Der Clip endet mit Schüssen auf das elitäre und spießige Publikum.

John Lennon, Imagine
„Imagine" ist ein verträumter und friedlicher Protestaufruf und bringt das Leben und das Statement des Paares Lennon-Ono auf den Punkt. Das Video ist Teil eines 81-minütigen Films, der einmal als „das teuerste Homevideo aller Zeiten" bezeichnet wurde.

Rolling Stones, We Love You 
Obwohl der Song kein expliziter Protestsong ist, ist das Musikvideo ein mutiges Zeichen der Stones, die damit öffentlich gegen tradierte Gender-Rollen, Vorstellungen von Sexualität und ihre Verhaftungen wegen Drogenbesitzes protestierten. Ein antiautoritärer Aufruf zum Widerstand!

Bob Dylan, Subterranean Homesick Blues
Das unter der Regie von Doku-Filmmacher DA Pennebacker entstandene Musikvideo ist DAS Video des ultimativen Protestmusikers. In einem der frühesten Lyric-Videos hält Dylan Karten mit Slogans aus dem Song in die Kamera und fordert Zuschauer zum Handeln auf. 

Arcade Fire , We Exist 
Im Musikvideo zu Arcade Fires „We Exist" schickt Regisseur David Wilson einen frisch rasierten Andrew Garfield in der Hauptrolle auf die Suche nach seiner Gender-Identität. Nachdem wir ihn beim Anziehen und während einer traumhaften Tanzsequenz (von Ryan Heffington choreographiert) sehen, findet er sich auf der Bühne mit Arcade Fire während des Coachella-Festivals wieder und natürlich trägt er die für die Band typische Make-up-Maske). Das Musikvideo ist ein Statement für LGBT- und Menschenrechte. 

Kanye West, All Day
Obwohl kein Geringerer als Oscar-Preisträger und Turner-Prize-Gewinner Steve McQueen Regie beim Musikvideo zu „All Day" führte, twitterte Kanye West, dass der Auftritt bei den Brit Awards das offizielle „All Day"-Video sei. Kanye performte gemeinsam mit einer Armee von talentierten Untergrundkünstlern, die schwarze Hoodies trugen und von Flammenwerfern umringt wurden. Der Auftritt war ein Echo auf die Aufstände in London 2011 und unterstrich Wests zuvor abgegebenes Statement: „Ich habe zwar getwittert, dass die Leben von Schwarzen zählen, aber was ich wirklich meinte ist, dass alle Leben zählen."

Credits


Text: Tom Ivin
Foto: Igor Mukhin