#nuitdebout: der widerstand der pariser jugend

Am 31. März haben sich französische Studenten auf dem Place de la Republique versammelt, um gegen ein Arbeitsmarktgesetz zu protestieren. Was als einfache Demonstration begann, entwickelte sich zu einer viertägigen Besetzung. Könnte das der Anfang...

von i-D Staff
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06 April 2016, 9:15am

Unser Fotograf Leon Prost begleitete die Demonstrationen, die am 31. März als Protest gegen Arbeitsmarktreformen, nach denen es einfacher werden würde, junge Leute zu kündigen, begannen. Es war ein Tag voller Regen, Hoffnung, Trauer und Gewalt. Was als Protestmarsch begann, verwandelte sich in eine Bewegung, die sich unter dem Banner von #NuitDebout versammelte. Es war der Versuch, die Zukunft neu zu gestalten und zusammen zu bleiben.

Tausende Studenten und Arbeiter gingen an diesem Tag in vielen französischen Städten mit einem Ziel auf die Straße: Das Arbeitsgesetz muss weg! Auf dem Place de la Republique in Paris wurden die Demonstranten gewaltsam von der Polizei attackiert, die sie auseinandertreiben wollte. Jeder war mit den Nerven am Ende: die Jungen, die Alten, die Polizei, die Armen, die Reichen. Weniger als sechs Monate nach den Pariser Terroranschlägen vom 13. November, herrschte in Paris wieder ein Gefühl der Angespanntheit, der Trauer und der Erschöpfung. Aber auf YouTube werden die Videos, in denen junge Menschen von den Polizisten geschlagen werden, wie die Leute schreien und wie die Jugend weint, immer noch ununterbrochen angeklickt.

Nach dieser Nacht versammelten sich jeden Abend Tausende Menschen auf dem Platz. Den Demonstranten ging es um die Hoffnung und die Zukunft. Junge Leute, Migranten, Arbeitslose und Akademiker—alle vereint. Diejenigen, die nach etwas Größerem streben. Was das genau ist? Das weiß niemand so genau. „Unsere Träume passen nicht zu eurer Politik", stand auf den Transparenten.

Credits


Fotos: Léon Prost