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leomie andersons ratschläge für schwarze models

Wir haben mit dem britischen Model über das Video und das zugrundeliegende Problem gesprochen: Dass Hair- und Make-up-Teams auf Fashionweeks nicht darauf vorbereitet sind, mit schwarzen Models backstage zu arbeiten.

von i-D Staff
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02 März 2016, 10:10am

„Wie du vielleicht weißt, oder auch nicht, hat man es als schwarzes Model noch mal besonders schwer", erklärt das britische Model Leomie Anderson am Anfang ihres neuesten Videos. Das ist ihre Reaktion auf Hair- und Make-up-Teams, die nicht darauf vorbereitet sind, mit schwarzen Models backstage auf Fashionweeks zu arbeiten. Auf das Thema macht sie schon länger über ihre Social-Media-Kanäle aufmerksam. Dass das Thema nichts an Relevanz verloren hat, zeigt der Fall Ajakl Deng. Nach Jahren des Kampfes gegen Rassismus im Modelbusiness wollte sich die Schönheit eigentlich zurückziehen. Mittlerweile hat das australische Model aber den Rückzug vom Rückzug angekündigt. Sie möchte für Veränderungen kämpfen. Leomie Andersons ist selbst Model und macht klar, dass es für schwarze Models „zusätzliche Arbeit bedeutet und zudem noch andere Dinge mit hineinspielen."

Die Modeindustrie müsse endlich dafür sorgen, dass schwarze Models dieselbe professionelle Behandlung erhalten wie weiße Models. Aber bis es soweit ist, teilt die junge Britin ihre praktischen Tipps und Tricks sowie Produkte für schwarze Haut und Haare. Außerdem bietet sie eine Lösung für das Problem der hautfarbenen Unterwäsche. Sie rät schwarzen Models, das auch anzusprechen. Es gäbe nichts Schlimmeres, als auf den Laufsteg zu gehen und zu wissen, dass man scheiße aussieht", sagt sie im Video. Wir haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Wieso hast du das Video gemacht?
Nachdem ich wiederholt erlebt habe, dass ich während der Fashionweek meine eigenen Produkte und mein eigenes Make-up mitbringen musste und mit schwarzen Models darüber auch wieder jede Saison rede, hatte ich einfach das Gefühl, dass das wichtige Informationen sind, die an die Öffentlichkeit gehören. Während der Fashionweek wurden meine Tweets mehrfach geteilt und ich dachte dann, dass ich das in Videoform machen sollte.

Was denkst du über Ajak Deng und ihren Rückzug aus der Modelindustrie aufgrund von Ignoranz?
Es macht mich traurig, dass sie das Gefühl hatte, sich aus der Modeindustrie zurückziehen zu müssen. Schwarze Models müssen so viel mehr Hürden bewältigen und ich weiß, dass es anstrengend ist. Ich hoffe, dass Ajaks Fall den Leuten endlich klar macht, dass wir uns in dieser Industrie vernachlässigt fühlen.

Wie lautet dein Ratschlag an angehende schwarze Models?
Mein Rat an die jungen, schwarzen New Faces ist: Sprecht an, wenn euch etwas unglücklich macht oder ihr euch unwohl mit etwas fühlt. Uns sollte nicht vermittelt werden, dass es zu viel verlangt ist, wenn wir unser Make-up angepasst haben wollen oder so was. Und unterstützt andere schwarze Models! Wir stehen nicht in Konkurrenz zueinander!

Credits


Text: Charlotte Gush