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L'Oreal feuert Trans-Model nach Anti-Rassismus-Kommentar

Mit Vielfalt werben, aber bitte immer schön unpolitisch.

Helen Schulte

Screenshot von Instagram 

Transgender-Model, DJ und Aktivistin Munroe Bergdorf wurde aus ihrem Vertrag mit L´Oreal entlassen, nachdem sie in einem Post auf die Ausschreitungen in Charlottesville reagiert hatte – und das Internet steht Kopf.

Munroe schrieb Ende August auf Facebook über institutionalisierten Rassismus: "Ehrlich gesagt habe ich keine Kraft mehr übrig, um über ethnische Gewalt weißer Menschen zu reden, ja ALLE weißen Menschen".


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L'Oreal reagierte prompt auf den Kommentar und feuerte Munroe von seiner #YoursTruly-Kampagne. Auf Facebook begründete das Unternehmen seine Entscheidung damit, dass sie mit ihrer Aussage im Widerspruch mit den Werten des Unternehmens gestanden hätte. Munroe verteidigte ihren Post auf Facebook und kritisierte, dass der Post aus dem Kontext gerissen wurde.

Am Freitag rief sie zum Boykott von L'Oreal-Produkten auf. Unter dem Hashtag #IStandWithMunroe kritisieren ihre Follower, dass das Unternehmen zwar an schwarzen Konsumenten verdienen wolle, aber bei politischen Fragen auf der Seite der Weißen stehe. Munroe, die als erstes Trans-Model Teil einer Werbekampagne von L'Oreal gewesen ist, stellt sich mit dieser Aktion gegen die entpolitisierte Zelebrierung schwarzer Ästhetik.

Hinter sie stellt sich beispielsweise die BBC-Radiomoderatorin Clara Amfo, die letztes Jahr selbst Teil der #YoursTruly-Kampagne war. Auf Instagram schreibt sie: "Nicht einmal vor einer Woche war ich stolz darüber, sagen zu können, dass ich Teil der gleichen Kampagne wie Munroe bin. Eine schwarze Trans-Frau, die von @lorealmakeup dafür angestellt wurde, Makeup zu verkaufen, weil sie ist, wer sie ist. Wer sie ist, eine Frau, die einen nuancierten Post über institutionalisierten Rassismus und White Supremacy in Bezugnahme auf Charlottesville und über das Fundament dieser verabscheuungswürdigen Ideale, die unsere Gesellschaft bis ins Tiefste durchdringen [geschrieben hat]." Sie ergänzt: "Sie wurde von dieser Kampagne ausgeschlossen, weil L'Oreal fühlt, dass sie 'unseren Werten widerspricht' ... Wenn sie es nicht mehr 'wert ist', dann bin ich es wohl auch nicht mehr".

Die britische Huffington Post schließt sich dem auf Twitter mit einer wichtigen Message an: "Marken, zelebriert keine Vielfalt, wenn ihr Rassismus nicht thematisieren könnt". Besser können wir es auch nicht sagen.