Class of 2018: mobilegirl, Produzentin und DJ, und Mechatok, Musiker

mobilegirl und Mechatok sind die besten Freunde, die es von München nach Berlin verschlagen hat und die uns mit ihren Beats in eine andere Sphäre heben.

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Dez. 12 2017, 11:23am

mobilegirl

mobilegirl trägt Kenzo.

"Mach’ einen Track und ich kauf dir ein Eis", waren die Worte von mobilegirls bestem Freund, Mechatok, der sie vor gut zwei Jahren dazu gebracht hat, sich am Produzieren zu versuchen. "Ice Sheets" machte schnell die Runde und führte zu ihrem ersten und grandiosen Boiler Room-Set, weltweiten DJ-Gigs und einem i-DJ Mix für uns. (Ein Eis schuldet ihr Mechatok übrigens noch immer.) Vor einigen Monaten ist nun Baos, so ihr gebürtiger Name, erste EP auf dem Label Staycore erschienen. Poise ist bedeutend ruhiger als man es nach ihren vor Energie nur so strotzenden DJ-Sets erwartet hätte, in denen sie die verschiedensten Musikrichtungen mischt: "Ich liebes es, zu tanzen und im Club richtig aufzudrehen, aber zu Hause geht das nicht. Deswegen habe ich begonnen, ultra-melodisch und melancholisch zu arbeiten. So ist der erste Track für die EP entstanden."

Seit Anfang dieses Jahres ist sie auch auf dem Roaster des New Yorker Power-Kollektivs Discwoman zu finden, das für eine größere Repräsentanz von Cis- und Transfrauen und genderqueeren Talenten in der Musikwelt sorgt. "Es ist beeindruckend, wie sehr ich Menschen mit Musik inspirieren kann. Auch wenn das vielleicht etwas corney klingt, gibt mir das die Motivation weiterzumachen, wenn dieser ganze Hedonismus manchmal zu viel wird", sagt die 24-Jährige. "Wenn ostasiatische Mädchen auf mich zugekommen und sagen, dass sie noch nie eine asiatische DJ gesehen und nie gedacht hätten, jemals hinter den Decks repräsentiert zu werden, bedeutet mir das mega viel. Nachrichten wie 'Danke, dass du das machst' – das treibt mich an."

soundcloud.com/mobilegirl

Mechatok

Mechatok trägt Martine Rose x Napapijri.

Tanzbare Beats, Popmusik-Referenzen weit abseits von Kitsch und eine subtile Melancholie – die Musik von Mechatok hilft uns, den dunklen und langen Berliner Winter etwas besser zu überstehen. Mit seinen DJ-Sets und den von ihm produzierten Tracks definiert der Münchner die Bedeutung von Pop für sich neu. "Ich bin nicht zwingend ein Fan von allem, was im Pop passiert. Und trotzdem fasziniert er mich", erklärt der 20-Jährige sein Faible. "Deswegen habe ich versucht herauszuarbeiten, was ich daran mag, und das in einen spannenderen kulturellen Kontext einzufügen. Entstanden ist ein intimer Pop-Sound, der nicht eklig ist und nicht zu sticky."


Auch auf i-D: Wir haben die in Berlin lebende Schwedin Linnéa getroffen, die mit DJ-Workshops für Frauen und Personen, die sich als weiblich identifizieren, die Musikszene von innen heraus ändern will.


Was er genau damit meint, kannst du dir auf seinen zwei bereits erschienenen EPs oder seinen Kollaborationen mit zum Beispiel Toxe anhören. Vor Kurzem ist er von seiner ersten Asientour zurückgekommen, gerade arbeitet er an seiner neuen EP Skies of Tomorrow, die im Februar auf dem Label Presto!? erscheinen soll. "An der neuen EP haben ich viel länger gearbeitet als an jeder zuvor. Wenn du bereits etwas veröffentlicht hast, hast du ein gewisses Statement gesetzt", erzählt er. "Plötzlich spielt es eine Rolle, was das Narrativ ist. Meine letzten Releases waren sehr kompakt und direkt, dieses Mal wollte ich paar mehr Umwege gehen und Metaphern einbringen."

soundcloud.com/mechatok

Credits


Fotos: Caroline Mackintosh
Styling: Rachael Rodgers
Creative Direction und Produktion: Alexandra Bondi de Antoni
Make-up: Jana Kalgajeva
Haare: Susanna Jonas
Stylingassistenz: Keva Legault
Fotoassistenz: Benny Heinrich
Produktionsassistenz: Juule Kay