Die 10 modischsten Science-Fiction-Filme aller Zeiten

Von "Matrix" bis "Das fünften Element": Wir stellen dir die Science-Fiction-Filme vor, die die Mode nachhaltig beeinflusst haben.

von Jeremy Lewis
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24 Juli 2017, 8:45am

Foto: © The Man Who Fell To Earth via Flickr

Qualitativ hochwertiges Kostümdesign kann auf Generationen hinaus die Kollektionen, Editorials, Werbekampagnen und manchmal sogar einen ganz neuen Look inspirieren. Kein Filmgenre kann das besser als Science-Fiction, wo exzessiv mit Styling gespielt wird und neue Konzepte von Wirklichkeit erfunden werden. Wenn die Kostümdesigner es richtig anstellen, kann ein Film die Mode auf Jahrzehnte hinaus prägen. Nach einer intensiven Recherche stellen wir euch zehn der besten Styles aus Science-Fiction-Filmen vor, die genau das gemacht haben.


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Matrix (1999)
Sonnenbrille, ein wehender Mantel, Leder, das sich eng an die Haut anlehnt: dieser All-Black-Look hat die Popkultur am Anfang des neuen Jahrtausends durchdrungen und Modedesigner wie Hardcore-Fans des Genres gleichermaßen beeinflusst. Die Kostüme in Matrix waren ein kulturelles Phänomen und haben definiert, was man in dieser Zeit unter Cool verstanden hat. Anleihen bei Helmut Langs Urbanismus und ein Hauch von Gothic Romantik a la Olivier Theyskens und fertig war der Look, der zur Vorlage für moderne Superhelden geworden ist.

Gattaca (1997)
Gattaca ist eine Geschichte über eine Zukunft, in der unsere Gene alles bestimmen und entstand mitten im Ultra-Minimalismus der 90er. Kostümdesigner Colleen Atwood hat laut Berichten Anzüge aus den 30ern und 80ern genutzt und Teile aus den 40ern gesampelt, um sie mit modernen Stoffen zu versehen. Der Look und der Film fühlt sich auch nach 15 Jahren ziemlich aktuell an.

Mad Max 2: Der Vollstrecker (1981)
Die Kostüme aus Mad Max, das Kult-Franchise über einen Cop in Lederklamotten, der Zucht und Ordnung ins gesetzlose Outback bringen will, wurden zum Standard, an dem sich alle postapokalyptischen Outfits messen lassen müssen. Mad Max 2: Der Vollstrecker hat definiert, wie die Ästhetik der Plünderer und Umhergetriebenen aussieht und steht für den Look der zukünftigen Apokalypse. Norma Moriceau hat ein neues Genre geschaffen und sich dafür bei der New Romantic einer Vivienne Westwood, dem Faschismus eines Thierry Mugler und der Dekonstruktion einer Rei Kawakubo bedient.

Star Wars: Eine neue Hoffnung (1977)
Es war einmal vor langer Zeit in einer Galaxie weit, weit entfernt: Das Star-Wars-Universum steht für eine technologisch fortgeschrittene Welt, die in Harmonie mit alten Traditionen lebt. Die drapierten Jedi-Outfits werden immer noch getragen und sind genau so relevant wie die weißen Uniformen der imperialen Streitkräfte. Die Bandbreite und die Detailgenauigkeit der Looks in den Star-Wars-Filmen sind so umfangreich, dass es wenig überrascht, dass hochgelobte Designer wie Nicholas Ghesquière und Christophe Lemaire die Filme öffentlich zu ihren Inspirationsquellen zählen.

Solaris (1972)
Tarkovsky wollte, dass die Kostüme in Solaris zeitlos sind und hat deshalb viele Klischees über futuristische Kleidung vermieden (er hatte eine besondere Abneigung gegen Kubricks 2001: A Space Odyssey). Seine Designs lehnen sich an Klassiker wie Sweatshirts und Twill-Hosen an und spiegeln die Veränderung in der Mode zu der Zeit wider, als das Interesse am Space Age nachließ und die Designer sich wieder auf einen irdischeren Ansatz konzentrierten.

Alien (1979)
Die berühmten "biomechanoiden" Kreaturen von H.R. Giger haben maßgeblich das gesamte Produktionsdesign von Alien beeinflusst. Die Kleidung der Nostromo Crew und das Raumschiff sind abgetragen und dreckig. Die persönlichen Noten in den Crew-Outfits — wie Cowboy Hüte oder Hawaihemden — machen die Kostüme einzigartig. Der beste Modemoment ist die Szene ziemlich am Ende, als Sigourney Weaver sich bis auf die Unterwäschen auszieht und den Calvin-Klein-Models in nichts nachsteht.

Der Mann, der vom Himmel fiel (1976)
Orangefarbene Haare, hager und exotisch englisch: David Bowie spielt einen Alien, der sich auf der Suche nach Wasser für seinen Heimatplaneten befindet. Der Mann, der vom Himmel fiel ist zu einer der wichtigsten Referenzen für die Modewelt geworden. Von Hedi Slimane (für den Bowie immer eine Inspirationsquelle ist) über J.W. Anderson für Loewe bis zu Alessandro Michelle bei Gucci: Die Designer hinterfragen heute aktiv männliche Geschlechternormen.

Blade Runner (1982)
Der Film ist im Prinzip ein 90-minütiger Modefilm über die 80er. Michael Kaplans Kostüme versammeln die Modetrends der Ära ­— von Montana bis Mugler. Seitdem wurden die Designs von Alexander McQueen bis Raf Simons von so ziemlich jedem zitiert. Die Kostüme für Blade Runner haben es in den Modekanon von Science-Fiction-Filmen geschafft und sind ein Highlight der umwerfenden Visuals und Artdirektion des Films.

Das fünfte Element (1997)
Regisseur Luc Besson hatte keinen Geringeren als das Enfant terrible der Pariser Modeszene Jean-Paul Gaultier als Kostümdesigner für sein Science-Fiction-Epos der 90er engagiert. Der Designer ist bekannt für seine radikalen Interpretationen von Gender, Streetstyle und dem Ethnic Style. Gaultier hat Bessons kosmopolitische Zukunftsutopie zum Leben erweckt und Kostüme für über 1000 Charakteren erschaffen. Von Mitarbeiter bei Fastfood-Restaurants über Polizisten, Flugbegleiter, Mönche und dem genderlosen und extravaganten Ruby Rhod, gespielt von Christ Tucker, bis zur Alien-Diva: Die Looks zeigen Gaultiers unerschöpfliche Fantasie und die Breite und Tiefe seines Talents.

2001: A Space Odyssey (1968)
Stanley Kubrick hat als Kostümdesigner für sein interplanetarisches Epos den angesehenen Londoner Modeschöpfer und Couturier der Queen Hardy Amies verpflichtet. Amies hat den damals so angesagten Space-Age-Look mit einer solchen Detailgenauigkeit und Opulenz interpretiert, dass selbst Pierre Cardin neidisch geworden wäre. Amies Couture-Ansatz und seine nüchterne Ästhetik hat sich in so ziemlich alles übersetzt, von Workwear über Pan-Am-Uniformen bis zu Herrenanzügen. 2001 wurde für sein Produktionsdesign, seine Kinematografie und die Special Effects hochgelobt und ist nicht nur eine makellose Zukunftsvision, sondern auch der Standard, an dem sich alle anderen Science-Fiction-Designs messen lassen müssen.

Credits


Text: Jeremy Lewis
Foto: Screenshot aus dem YouTube-Video "THE MAN WHO FELL TO EARTH - Trailer" von YouTube-Filme

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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