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ein einzigartiger einblick in kiews underground-moderevolution

Am Ukrainischen Unabhängigkeitstag und 25 Jahre nach dem Ende der Sowjetunion hat der junge ukrainische Modedesigner Anton Belinskiy ein eintägiges Projekt initiiert, in dem er die jungen Designer, Musiker und Künstler der Stadt versammelt hat, um...

von Felix Petty
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07 September 2016, 11:00am

Photography Christopher Nunn

Kyjiw (die ukrainische Schreibweise, Kiew ist die russische Schreib- und Sprechweise und wird in der Ukraine verständlicherweise nicht mehr besonders geschätzt) im Dezember 2013: Die Proteste gegen Präsident Janukowitsch werden auf dem wichtigsten Platz der ukrainischen Hauptstadt, dem Majdan, immer größer. Der Designer Anton Belinskiy schnappt sich spontan ein paar Teile aus seiner neuesten Kollektion, eine ukrainische Flagge und traditionelle ukrainische Bekleidung, und fährt mit ihnen auf den Platz, um sie dort inmitten der Proteste zu fotografieren—seine Form des Protests. Die Ergebnisse sind wunderschön. Der Ausdruck auf den Gesichtern der Models ist ein Mix aus Unschuld, Härte und Melancholie, um sie herum sind unzählige Polizisten.


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In den folgenden Monaten intensivieren sich die Proteste. Was ursprünglich als Widerstand gegen die Entscheidung des Präsidenten, das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht zu unterzeichnen, anfing, entwickelte sich zu einer großen, gewaltsamen und patriotischen Revolution gegen die Korruption und Bestechlichkeit der politischen Elite des Landes und ihrer engen Bindungen an Russland.

Im Februar 2014 flieht der Präsident aus der Hauptstadt, inmitten des gewaltsamen Durchgreifens der Sicherheitskräfte des Landes, die das Feuer auf die Demonstranten auf dem Majdan eröffnen und dabei 100 Menschen töten. Die Ukraine wird zu einem Symbol eines neuen Kalten Krieges zwischen dem Westen und Osten. Die Bilder gehen um die ganze Welt. Das Fernsehen ist live dabei und die Titelseiten der Zeitungen sind voll mit Nachrichten aus dem Land am Schwarzen Meer. Es dominieren Bilder von Gewalt. Angeblich werfen Aktivisten alles, was sie in die Finger bekommen, auf die gepanzerten Polizisten. Schließlich werden die Barrikaden gestürmt und die Mesnchen wickeln sich in die die gelb-blaue ukrainische Flagge ein.

Ja, die Revolution hat für eine neue Regierung gesorgt und das Versprechen auf eine bessere Zukunft, aber auch neue Konflikte mit Russland gebracht: der Bürgerkrieg im Osten des Landes und eine Finanzkrise, im Zuge derer viele ihre Jobs verloren haben. Die letzten Jahre in der Ukraine waren turbulent. Doch unter dem ganzen Tumult wurde auch eine neue Ukraine geboren.

In Bildern: Die ukrainische Jugend am Vorabend der Revolution.

Am Abend des Unabhängigkeitstages (gefeiert werden 25 Jahre Unabhängigkeit nach dem Ende der Sowjetunion) hat Anton Belinskiy in Kyjiw, frischgebackener Nominierter des LVMH Prize, das sogenannte One Day Project veranstaltet. Damit will er den jungen Kreativen eine Plattform bieten und sie auch feiern. „Auf ganz unterschiedliche Art und Weise hat die Revolution jede Person verändert, die sie erlebt hat", erklärt Anton. „Sie hat jeden verändert, der dabei war. Sie hat keinen kalt gelassen. Ich liebe die Ukraine jetzt noch mehr."

Die neue Generation, die in der Stadt aufwächst, ist politisch und auch patriotisch. Jeder im Land wurde plötzlich gezwungen, politisch zu sein. Krisenzeiten gelten oft als besonders kreative Zeiten, geboren aus schierer Notwendigkeit: Es gibt weniger Jobs, weniger Geld und weniger Infrastruktur. Was diese Generation geprägt hat, ist die Revolution und die folgende Krise. Der Konflikt hat zwar alles schwerer gemacht, gleichzeitig haben die jungen Ukrainer nun aber auch die Freiheit, ihre eigenen, großen Antworten zu geben.

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

Für Anton liegt diese Antwort in seinen Kollektionen, in denen er sich sowohl mit der Geschichte als auch mit der Gegenwart seines Heimatlandes auseinandersetzt. Der momentan dominierende Modetrend des „Post-Soviet-Chic" eines Gosha Rubchinskiy oder Demna Gvasalias Vetements hat in Kyjiw eine noch tiefere Bedeutung. Eine Stadt, die sich von ihrer sowjetischen Vergangenheit befreit und eine neue Zukunft finden will. Und wenig überraschend: Der Begriff hat in der Ukraine eine negative politische Bedeutung—siehe die gegenwärtige Belagerung der Krim durch Russland und die russische Unterstützung für die Separatisten in der Donbass-Region. In Kyjiw werden Gebäude und Straßen umbenannt, Denkmäler werden gestürzt. Das Lenin Museum ist jetzt das Ukrainische Haus. Die Wandgemälde aus Sowjetzeiten, die die Außenwände zieren, sollen entfernt werden. Die Statue, die die russisch-ukrainische Freundschaft symbolisiert, soll ebenfalls zerstört werden, sie ist jetzt schon in pro-ukrainischem Graffiti eingehüllt.

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Anton Belinkskiy macht sich die Formen und Muster des ukrainisch-polnischen Künstlers Kasimir Malewitsch zu eigen, der als Aushängeschild der früheren Sowjetkunst gilt. In einer Zeit, in der Mode als überflüssiger Luxus angesehen wird, engagiert sich der Designer sozial: Er spendet die Erlöse an Waisenkinder in der Ukraine und nutzt seine Kollektionen als Aufruf an die jungen Leute mit Slogans wie „Jeder ist ein Künstler", „Kunst muss die Vergangenheit hinter sich lassen" oder auch „Arm, aber cool", ein Spruch, der auf die Stadt insgesamt gut passt. Anton hat wie nur wenige ukrainische Designer vor ihm den internationalen Durchbruch geschafft, trotz politischer Instabilität vor der Haustür und den damit verbundenen Erschwernisse für sein Label, erschwertem Import und Export. Dennoch spielt er international eine Rolle: Letzte Saison hat er mit VFILES seine neueste Kollektion präsentiert, er wurde für den LVMH Prize nominiert und Händler auf der ganzen Welt verkaufen seine Mode, von L.A. bis Südkorea.

Obwohl er der gleichen Generation wie Gosha und Demna angehört und sogar aus der gleichen Gegend kommt, vergleicht man seine Kollektionen besser mit der jugendlichen Freiheit eines Simon Porte Jacquemus' und dessen verspieltem Gebrauch von Formen und Farben statt mit dem Dekonstruktivismus von Gosha und Demna. Die Ukraine scheint über das Schlimmste hinweg zu sein—Kyjiw jedenfalls. Antons One Day Project ist für die kreative Szene wie ein Hoffnungsschimmer am Horizont. Der Sonnenschein während unseres Besuches scheint es zu bestätigen.

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

„Das ist eine lokale Geschichte. Lokal auf positive Weise", erklärt uns der Designer die Ziele des Projekts. „Ich wollte etwas Cooles für Kyjiw machen, und nicht für die Welt. Die Musik-, Kultur- und Kunstszene wachsen hier. Ich wollte alles miteinander verbinden: die Musik, die Mode, die junge Generation. Einfach alles, was wir tun, muss zusammenfinden, sonst ist es Fake."

Die Krise und die Revolution haben wie ein Katalysator für die Kreativszene der ukrainischen Hauptstadt gewirkt, sie haben sie aus einer Zwangslage herauskatapultiert—dieses gemeinsame Schicksal teilen sie alle. Zwischen Underground und Mainstream gibt es kaum Platz, gerade in der Mode. Diejenigen, die es sich leisten können, kaufen nicht in der Ukraine ein. Und diejenigen, die in der Ukraine einkaufen, unterstützen die jungen Designer nicht.

Die Ausbildung im Modebereich in der Ukraine basiert immer noch auf dem Sowjetmodell: Sie ist zwar sehr praktisch ausgerichtet, aber den Studenten werden keine BWL-Grundlagen vermittelt, und auf Kreativität und kreativem Ausdruck wird kaum Wert gelegt. Jeder ukrainische Designer kann selbst entwerfen, schneidern, nähen und so seine eigenen Kleider produzieren. Die Revolution hat für den nötigen Ruck gesorgt, der der Kreativität Platz schafft. Was aber immer noch fehlt: das Geschäftliche. In Kollaboration mit dem British Council bietet die Ukraine Fashion Week in Kyjiw das Projekt Fashion DNA Ukraine an. Junge Designer erhalten hier Workshops und Seminare.

Subrosa Spring/Summer 17

Subrosa Spring/Summer 17

Aber es hat auch etwas Befreiendes, wenn Designer sich nicht am Kommerziellen ausrichten müssen, weil es gar nicht existiert. Das spiegelt sich eben auch in der Mode wider. Das zeigt Antons One Day Project: „Das Projekt ist eine Geschichte über Freundschaft", sagt Anton. „Ich wollte all meine Freunde einbinden. Leute, die ich mag, mit denen ich arbeite und mit denen ich abhänge. Ich wollte sie alle für ein Projekt zusammenbringen, wir feiern die Stadt."

So zeigt er nicht nur seine eigene Kollektion im Sportpalast. Der ganze Kunst-, Mode- und Musik-Underground ist dabei: Los geht's in der Bar Okno, einer der Treffpunkte der Kreativszene. Okno befindet sich im Hinterhof zwischen zwei Apartmentkomplexen und bildet die Bühne für Subrosa, das neue Label der russischen Auswanderin Sasha Vasin, die vor ein paar Jahren nach Kyjiw umgezogen ist. Die Kollektion sei inspiriert worden von ihren Erinnerungen an die Schule und das Abhängen nach der Schule. Die Stücke zeigen eine subtile Nostalgie in Pastellfarben: so findet man pinke Oversized-Pullovers und 70er-Anzüge für Männer, die schon fast an vergangene Discozeiten erinnern. Die Girls tragen Hoodies in Grau und Schwarz und Kleider mit vielen Layers. Aus den Boxen dröhnt russischer und französischer Pop. Der jugendliche Charakter wird durch Models, die Pingpong spielen, abhängen und pinke Sobranie-Zigaretten rauchen, betont. Einige trinken die traditionelle ukrainische Rote-Beere-Limonade, die wir Gäste auch gereicht bekommen.

Etwas anders geht es das Label Drag & Drop an. Geführt wird es von den beiden Schwestern Anna und Julia Grazdhan. Sie präsentieren ihre Kollektion in einem alten Adelspalast, eine passende und wunderschöne Location. Drag & Drop zeichnet sich durch eine verspielte, sexy Weiblichkeit aus. Es gibt keine Models, stattdessen liegen die Kleider überall auf den Möbeln verteilt, als ob sie im Streit durch den Raum geworfen wurden. In der Kollektion findet man viel Spitze und hier und da ein wenig Glitzer. Der Piano-Soundtrack ist romantisch und keck. Es ist ein Spiel mit dem Versteckten und dem Sichtbaren, auch jenseits der Slips und Unterwäsche. Die Trenchcoats sind von der Sorte, bei der man am besten nichts darunter trägt, wenn es nach den Designerinnen geht. Das Label steht für Freiheit und Unabhängigkeit. Die Schwestern erlauben ihrer Trägerin mit ihrer Mode, dass sie damit genauso auf den Straßen unterwegs sein kann, damit kann sie genauso gut auf eine Party gehen und überzeugt damit schließlich auch noch im Schlafzimmer ihres Liebhabers.

Drag & Drop Designerinnen Anna und Julia

Backstage bei Anton Belinskiy

„Die Stoffe der Kollektion passen perfekt zu den alten Möbeln und den Kunstwerken", erklärt uns Julia ihre Entscheidung, ihre Kollektion in einer Villa aus dem 18. Jahrhundert zu zeigen. „Meine Schwester und ich wollten die Seele der Kollektion zeigen. Wir verwenden Materialien, die—jedenfalls nach legerer Sichtweise—als pompös gelten." Über Anton sagt sie: „Das Projekt hat uns zu dieser Präsentation angespornt, denn mit diesem Format können wir alles machen, ohne Kompromisse eingehen zu müssen, und wir können unsere Vision zeigen."

Trotz der vortrefflichen Auswahl der Talente, die neben Anton zeigen, ist sein Show natürlich das Highlight des Tages und steht im Mittelpunkt. Sie findet im Sportpalast in Kyjiw statt. Das Gebäude wurde in den 60ern erbaut, ist aber an den Modernismus der Internationalen aus den 30ern angelehnt und deshalb so passend für Antons Designs. Die Rüschenvorhänge lassen warmes Licht in den Saal und erhellen den Marmorboden. Das Hauptmotiv der Kollektion ist die Rose, Symbol für Verletzlichkeit und Schönheit, die als Stickerei und Aufnäher Eingang in die Kollektion gefunden hat: auf Kitteln, auf Tuniken, Hemden, T-Shirts und in die Highlights der Kollektion: die Pullover mit eingestrickten Jacquard.

Für Anton steht die Rose für die Geschichte Kyjiws. „Sie ist ein Symbol der Jugend", sagt er. „Wenn es in Kyjiw eine Abschlussfeier gibt, wird jeder sehr betrunken und alle springen in die Sprungbrunnen auf den Plätzen. Jeder reicht sich gegenseitig Rosen. Es gibt Rosen für die Studenten, für die Lehrer. Die Rose ist ein Symbol für die Jugend, aber sie steht auch für ihre Abschlüsse."

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

Die Kollektion spielt außerdem mit Volumen und vereint das Nützliche mit dem Schönen und offenbart die Spannung zwischen dem Maskulinen und Femininen. Die Girls laufen in mächtig wirkenden Silhouetten durch den Sportpalast, während die Männer in feinen Roben drapiert sind. Motivmäßig sind auf den T-Shirts, den Hoodies und den Achselhemden Bilder junger Ukrainer und das Deckblatt des ukrainischen Reisepasses abgedruckt. Die passenden Rezepte, um international für einen Hype zu sorgen.

„In der Ukraine bekommen wir mit 16 einen Reisepass. Die jungen Leute machen dann kurz danach ihren Schulabschluss und haben ihr letztes Jahr vor sich, bevor sie auf die Uni gehen und einen neuen Lebensabschnitt beginnen", erklärt Anton den Reisepass-Print. „Die Schulabschlussfeier ist die Essenz dieses Übergangs, es ist das Ritual. Dieser Tag läuft rückwärts: von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, wie jeder Moment unserer Jugend. Deshalb ist diese Zeit am romantischsten. Die wiederkehrende Rose in den Prints ist ein Symbol für Romantik, Jugend und Schönheit. Die Abschlussfeier im Sommer ist auch ein Symbol für das Erblühen." Deswegen auch die Rosen. Der Reisepass steht auch für eine traurige Realität im Leben aller Ukrainer: Sie bekommen kaum Visa für Urlaube oder die Arbeit.

Das Casting hat Cat B übernommen. Die jungen Girls und Boys hat die Agentur in der kreativen Szene der Hauptstadt und im ganzen Land gefunden. Cat B ist das ukrainische Pendent zur russischen Agentur Kumpen oder zu Tomorrow is Another Day aus Deutschland. „Alles fängt mit dem Casting an", so der Designer. „Die Idee dahinter war es, diese coolen und wunderschönen jungen Leute zusammenzubringen. Sie haben mich zu der Kollektion inspiriert. Das Casting zeigt eine neue Haltung in der Ukraine. Die Mode, die ich designe, ist Mode, die auch meine Freunde tragen sollen. Ich möchte, dass es eine Art Uniform für junge Leute in Kyjiw wird."

Anton Belinskiy Spring/Summer 17

Nach der Show, mittlerweile ist es schon dunkel, bewegt sich die Crowd in Richtung Dnipro zu einem Art Space am Ufer. Dort präsentiert eine von Antons ältesten Freunden, Masha Reva, die am CMS studiert hat, bevor sie zurück nach Kyjiw gezogen ist, ihr neuestes Projekt mit dem Fotografen Armen Parsadanow. Auch sie haben mit den Girls und Boys von Cat B gearbeitet. Masha hat ihre Körper als Leinwände genutzt und sie bemalt. Der Einfluss von Gosha auf den Look der Boys ist unverkennbar. Die Leute in Kyjiw verfügen über eine besondere Schönheit, sie umgibt eine besondere Coolness und Energie. Viele tragen bereits die Pieces aus Antons Kollektion.

Der letzte Programmpunkt des Tages ist Lybid Locals, auch ein neues Label. Es gehört ein paar von Antons Freunden. Einer davon ist im goldfarbenen Anzug, oberkörperfrei mit einem selbstgestochenen Tattoo auf seiner Brust in Antons Show gelaufen. Auf gewisse Weise ist Anton eine Art Übervater, Unterstützer und Patron der jüngeren Generation. Durch sein One Day Project hat er die Leute dazu gebracht, dass sie aktiv werden und ihre Projekte realisieren, und natürlich sorgt er für sie auch für Aufmerksamkeit .

Die Crew hinter Lybid Locals streitet sich backstage auf Russisch über die letzten Feinschliffe an der Show. Dann endlich erscheinen die Models auf dem Pier, begleitet von Rufen und in fast völliger Dunkelheit. Die Kollektion ist energiegeladen und sehr weiß. Die Models sprühen eine Flagge und verschwinden durch eine Feuerleiter. Keine Zeit für PR soll uns das wohl sagen.

Lybid Locals Spring/Summer 17

Wieder zurück im Gebäude am Hafen legt Slawa auf. Das ist der Mann hinter der Party Cxema, der Underground-Party in Kyjiw. Cxema ist Ausdruck des aktuellen Kyjiw-Gefühls. Slawa hat nach der Krise seinen Job verloren und war einfach davon gelangweilt, nichts zu tun zu haben. So hat er angefangen, Partys zu veranstalten, in alten Skaterparks, unter Brücken, auf Inseln im Umland der Großstadt und einfach überall dort, wo er sein Soundsystem aufbauen konnte. Cxema ist mehr als eine Party. Wie alle guten Partys ist Cxema eine gemeinsame Form des Eskapismus vor der Welt. Eine Idee, die auch als Disco funktioniert.

Video: Wir haben Slawa und seine Crew bei ihren Vorbereitung zu Cxema begleitet.

Das fasst die Szene in Kyjiw ganz gut zusammen: Die Leute interessieren sich dafür, wie ihre Arbeit die Welt um sie herum beeinflusst. Die Leute suchen für sich einen Platz in dieser neuen Ordnung, die sich gerade herausschält, eine Welt der Freiheit und Jugend. Dinge bekommen in Zeiten wie diesen—gerade für einen Außenstehenden—mehr Bedeutung. Es reicht nicht, irgendetwas zu machen, sondern man muss etwas bewegen. „Kleidung veraltet, aber eine Idee bleibt", sagt Anton zum Schluss. „Wir machen hier keine Mode, wir schreiben Geschichte", sagt er lachend.

@chrisnunnphoto

Credits


Text: Felix Petty
Fotos: Christopher Nunn

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