Fotos: Nikki Krecicki

Diese 91-Jährige könnte das nächste Supermodel werden

"Ich wollte diesen einzigartigen Durst nach Leben festhalten, den meine Oma auch mit 91 Jahren immer noch hat", erklärt Fotografin Nikki Krecicki.

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Aug. 9 2018, 11:22am

Fotos: Nikki Krecicki

Die Mode lässt sich gerne von Dingen aus der Vergangenheit inspirieren. Besonders junge Designer scheinen gerade von ihrer eigenen Familiengeschichte angetan. So auch die UdK-Absolventin Lisa Mann, die ihren Vater als Vorbild (und Model) für ihre Abschlusskollektion genommen hat.

Das fiel auch der Pratt-Absolventin Nikki Krecicki auf, deswegen hat die in New York lebende Fotografin die letzten vier Jahre damit verbracht, ihre 91-jährige Oma Jane zu fotografieren, die damals als Sekretärin für Albert Einstein gearbeitet hat. Das Ergebnis ist die sehr persönliche Fotoserie Jane & I. Mit Hilfe der Abschlusskollektionen von drei Pratt-Absolventen (Anderson Osmun, Rachel Lee und Jeremy Woods) hat sie die Serie um ein Lookbook erweitert, das wir dir auf keinen Fall vorenthalten möchten.


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"Alle drei Kollektionen erzählen eine intime Geschichte aus der Vergangenheit der Absolventen", sagt Nikki. "Deswegen haben sie sich auch so richtig für Jane & I angefühlt." Wir haben mit der amerikanischen Fotografin darüber gesprochen, warum die Generation Instagram sich immer mehr zu ihrer eigenen Familiengeschichte hingezogen fühlt.

Anderson Osmun

Hat sich Janes Zugang zur Mode verändert, seit sie Teil deines Projekts ist?
Meine Oma hat schon sehr jung Mode als Form der Gleichberechtigung genutzt. Damals hatte sie das ganze Geld, das sie fürs Babysitten bekommen hat, für ihre erste Jeans ausgegeben. Von ihrer Schule hat sie dann die Erlaubnis bekommen, sie auch im Unterricht tragen zu dürfen – das war ihr erstes Modestatement. Jane ist eine wirklich große Frau. Das wollte sie der Welt zeigen, anstatt sich wortwörtlich kleinzumachen. Wir haben Jane & I beide als Chance gesehen, diese Art von Statement wiederaufleben zu lassen und die Grenzen zwischen jung und alt zu verwischen.

Anderson Osmun

Wie würdest du die Beziehung zu deiner Oma beschreiben?
Durch die Serie konnte ich mich selbst durch meine Oma sehen, und meine eigenen jugendlichen Eigenschaften auf ihren gealterten Körper abbilden. Ich habe mittlerweile vier Jahre damit verbracht, Jane zu fotografieren. Dabei haben auch die kleinen Dinge, wie ihr aus den Kleidern zu helfen, unsere Beziehung gestärkt. Ich sehe viel von mir in meiner Oma, sowohl emotional als auch in ihrem Aussehen. Ich wollte diesen einzigartigen Durst nach Leben festhalten, den sie mit 91 Jahren immer noch hat. Es hat sich unglaublich angefühlt, zu sehen, wie ihr Selbstbewusstsein sich durch das Projekt entwickelt hat. Jane & I hat mir gezeigt, wie sehr mich meine Oma liebt.

Anderson Osmun

Warum glaubst du, dass sich gerade so viele junge Designer von ihrer Familie und ihren Großeltern inspirieren lassen?
Die meisten meiner Freunde haben erst mit Anfang 20 angefangen, ihre Familie und die Erinnerungen aus ihrer Kindheit wirklich wertzuschätzen. Wir leben in einem digitalen Zeitalter und ich habe das Gefühl, dass junge Leute gerade jetzt nach einfachen und profanen Dingen suchen – und die gab es vor allem damals.

@nkrecicki

Anderson Osmun
Rachel Lee
Rachel Lee
Jeremy Wood
Jeremy Wood
Anderson Osmun

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.