Foto: Nadine Fraczkowski

Dieser PAN-Mix beweist, dass Musik kein Genre braucht

Gründer Bill Kouligas lässt dich in eine andere Welt eintauchen, in der du jedes noch so kleine und große Problem für eine Stunde vergisst. Versprochen

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Nov. 30 2018, 10:39am

Foto: Nadine Fraczkowski

Berlin ist bekannt für seine elektronische Musikszene und Record Labels, über die du an jeder Ecke stolperst. Doch PAN ist anders – und das meinen wir wirklich so. Angefangen hat alles vor zehn Jahren in London, bis sich Bill Kouligas dazu entschieden hat, das Projekt nach Berlin zu verlagern. Es ist nicht nur ein Label im klassischen Sinne, sondern kann auch als Künstler-Kollektiv interpretiert werden, das sich den schnelllebigen, kulturellen Bedingungen anpasst, denen sich zeitgenössische Musiker heute beugen müssen. Dazu gehören unter anderem Yves Tumor, Pan Daijing und Objekt, die mit ihrem Talent zu einem einzigartigen musikalischen Kosmos beitragen.

Aber genug des Name-Droppings, für uns hat Kouligas einen Mix zusammengestellt, in dem zehn Jahre PAN stecken: "Ich habe versucht, ihn so zusammenhängend wie möglich zu gestalten, um zu zeigen, was wir über die Jahre eigentlich alles gemacht haben." Bevor du dich auf eine nostalgische Reise gefasst machen kannst, beschreibt er dir selbst sein mysteriöses Record Label.

Erzähl uns ein bisschen mehr über PAN.
Es ist alles immer noch sehr DIY und intuitiv mit einem Fokus darauf, sich jedes Jahr weiterzuentwickeln. Wir haben versucht, verschiedene Generationen zusammenzubringen und alte mit neuen Kreisen zu verbinden. Berlin hat diese multinationale, innovative Ader, die viel dazu beigetragen hat, ein internationales Netzwerk aufzubauen.

Was haben alle Künstler auf dem Label gemeinsam?
Interdisziplinäre Zusammenarbeit war uns schon immer sehr wichtig. Unsere Künstler kommen von überall her – von Noise bis visuellem Sound, Mode und Technologie. PAN sieht Musikkarrieren als künstlerische Praxis, die sich entwickelt. Es ist vielmehr ein Künstlerkollektiv, in dem es viel um gegenseitigen Austausch mit anderen auf dem Label geht. Die Herkunft der künstlerischen und musikalischen Einflüsse, aus denen PAN entstanden ist, darf dabei nicht vergessen werden – genauso wenig wie die Events, die wir regelmäßig initiieren.

Worum geht es in deinem Mix?
Er kennt kein Genre und ist mehr Reise als konventioneller Clubmix. Es ist fast unmöglich, zehn Jahre in einen einstündigen Mix zu packen, aber ich habe versucht, verschiedene Zeiträume zu etwas Zusammenhängendem verschmelzen zu lassen. Darin sind auch ein paar unveröffentlichte Tracks von Helm und Steven Warwick zu hören und Teile unserer neuen Soundtrack-Serie, die Anfang des Jahres herauskommen wird und Künstler wie Elysia Crampton, Joji Koyama und Tujiko Noriko vereint.

Worauf können wir uns in Zukunft gefasst machen?
Auf Multimedia-Projekte, die funktionieren und relevant sind. Wir werden mit mehr Künstlern arbeiten, die Musik mit Kunst verbinden und Musik mit technologischen Innovationen. Generell geht es darum, Praktiken zu finden, die offen mit dem sich verändernden Material und technologischen Bedingungen reagieren, denen sich ein Künstler heute stellen muss.

@bill_kouligas

Tracklist:

Tujiko Noriko - Kuro (OST)
Malibu - Held
Pan Daijing - Practice of Hygiene 洁净之用
Elysia Crampton - Dog Clouds (ft. Jeremy Rojas)
Puce Mary - Coagulate
Helm - I Knew You Would Respond
Yves Tumor - The Feeling When You Walk Away
ADR - Severance
Afrikan Sciences - Circuitous
Eartheater - MMXXX ft Moor Mother
Beneath - Bored 2
Toxe - Honey Island
Objekt - Dazzle Anew
Bill Kouligas - VXOMEG
M.E.S.H. - Search. Reveal.
Lee Gamble - M25 Echo
Steven Warwick - Danke
STILL - Nazenèt (Kelman Duran Remix)
Amensia Scanner - AS A.W.O.L.