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Mit Liebe gegen Hass: Kuss-Fotos von queeren Aktivisten

VonAndré-Naquian WheelerFotos vonMyles Loftin

Um auf die unterdrückerischen LGBTQ-Gesetze in anderen Ländern aufmerksam zu machen, haben diese Menschen vor dem usbekischen Konsulat in New York ein Zeichen gesetzt.

Als queerer Mann fühle ich mich manchmal ein bisschen unwohl, wenn ich meinem Partner in der Öffentlichkeit Zuneigung zeige. Und das obwohl ich schon seit Jahren offen queer lebe, noch dazu in New York City – einer der liberalsten Städte der Welt. Stell dir also erst die Angst vor, in der Queere in repressiven Ländern wie Usbekistan, Aserbaidschan oder Tadschikistan täglich leben müssen. Ein Kuss auf offener Straße kann für sie sehr viel mehr als Schmetterlinge im Bauch bedeuten. Oft löst er Gewalt gegen sie aus.


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Die beiden Aktivisten-Gruppen Voices4 und RUSA LGBT haben sich zusammengetan, um gegen diese schreckliche Tatsache zu demonstrieren. Angeführt von Adam Eli, einem bekannten Verfechter weltweiter queerer Rechte, haben sich Mitglieder der gewaltfreien Aktivisten-Gruppen vor dem usbekischen Konsulat in Manhattan leidenschaftlich geküsst. "Sogenannte Kiss-ins, also Küss-Blockaden, werden weltweit seit Jahrzehnten bei queeren Protesten veranstaltet", erzählt Vinny Amendolare, Leiter der Forschung bei Voices4. "Sich als queerer Mensch in der Öffentlichkeit zu küssen, ist ein radikales politisches Statement, vor allem angesichts der Tatsache, dass unsere (Selbst-)Liebe aktiv unterdrückt wird. Unser Kiss-in hätte uns in anderen Ländern für viele Jahre hinter Gitter bringen, wenn nicht sogar töten können.”

Das Event war ein atemberaubendes Schauspiel. Vor dem Konsulat eines der Länder mit den strengsten und unterdrückerischsten LGBTQ-Gesetzen der Welt küssten junge Aktivisten einander mit nassen Haaren und feuchten Lippen. Sie kämpften mit der mächtigsten Waffe der Welt gegen den Hass an: der Liebe.

Vinny hofft, dass das Kiss-in, das kurz vor dem Valentinstag stattgefunden hat, mehr Aufmerksamkeit auf die weltweiten LGBTQ-Rechte zieht. "Die US-amerikanischen Medien berichten kaum über die Grausamkeiten in Usbekistan, Aserbaidschan oder Tadschikistan", sagt er. "Wir mussten mit ansehen, wie die Gewalt gegen LGBTQ+ Menschen sich in Zentralasien ausbreitet. Wenn diese Länder ihre queeren Bürger weiterhin ungestraft verfolgen und ihnen international kein Druck gemacht wird, riskieren wir, dass sich die Gewalt noch weiter ausbreitet."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.