rubbish_1, Korea 2018 / rubbish_1, London 2016

Wie du im Alltag mehr für deine Umwelt tun kannst

Unter dem Hashtag #plasticneverdies dokumentiert die britische Fotografin Harley Weir seit 2015 den Kunststoffabfall auf Instagram.

von i-D Staff; Fotos von Harley Weir
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Aug. 29 2018, 10:59am

rubbish_1, Korea 2018 / rubbish_1, London 2016

Die Britin Harley Weir fotografiert seit 2015 den Kunststoff um sie herum. Einer ihrer Umzüge hat ihr die Augen für das urbane Plastikproblem geöffnet. "Es ist fast unmöglich, Plastik im Alltag zu vermeiden", sagt Harley. "Also habe ich meinen eigenen Kunststoffkonsum hinterfragt. Verschwendung ist etwas, das ich schon immer gehasst habe." Jährlich werden mehr als acht Millionen Tonnen Plastik in unseren Weltmeeren entsorgt. Auf der ganzen Welt werden jede Minute eine Million Wasserflaschen verkauft und jede Sekunde fast zwei Millionen Plastiktüten in Umlauf gebracht. Die globale Kunststoffproduktion hat einen kritischen Höchststand erreicht: 91 Prozent der Kunststoffabfälle werden immer noch nicht wiederverwertet. Harley Weir reicht es. Sie will ein Bewusstsein für die Krise schaffen, damit wir in Zukunft sorgsamer mit unserem Planeten umgehen.


Auch auf i-D: Harley Weir hat für uns in einem Film festgehalten, was Schönheit für sie bedeutet


Als Fotografin trägt Harley Weir ihren Teil dazu bei. Sie hat damit angefangen, den Kunststoffmüll in ihrem Alltag zu dokumentieren und ihre Bilder unter dem Hashtag #plasticneverdies auf Instagram zu posten. Ihre großformatigen Nahaufnahmen von bunten Plastiktüten und Kunststoffbehältern sehen eher aus wie abstrakte Kunstwerke und nicht wie typischer Müll. Wir haben uns mit der britischen Fotografin getroffen, um über die entscheidenden Schritte zu sprechen, die jeder von uns ergreifen kann.

rubbish_1, Israel 2018

Was schockiert dich am meisten an den Bergen von Plastikmüll?
Es war traurig mit anzusehen, wie die Schönheit von Nigeria in Plastik regelrecht ertrinkt. Die indonesischen Strände sind voll mit Plastikmüll. In jedem Land gibt es Gebiete, die mit Kunststoff verseucht sind. Viele der schönsten Strände in Süditalien sind voller Kunststoffmüll. Plastik ist überall. Mich schockiert es mittlerweile nicht mehr, wenn ich so etwas sehe. Leider ist das Fliegen auch ein ökologisches Problem. Ich habe in den letzten Jahren viel dazu gelernt und suche heutzutage nach Wegen, um meine eigene Ökobilanz auszugleichen.

Was erhoffst du dir mit dieser Serie?
Die Leute sollen darüber nachdenken, was mit ihrem Müll passiert und bewusster konsumieren. Das eigene Verhalten mag nicht leicht sein, aber die Menschen müssen begreifen, dass es auf ihre individuellen Entscheidungen ankommt. Wir müssen alle unser Verhalten ändern.

rubbish_1, London 2016

Was können wir konkret im Alltag tun?
Sag Nein zu Plastik! Benutze wiederverwendbare Wasserflaschen und Kaffeebecher. Schreib deinen Namen und deine Handynummer drauf, falls du sie verlieren solltest. Nimm Tragetaschen zum Einkaufen mit. Vermeide die großen Supermarktketten. Unterstütze die lokalen Obst- und Gemüsehändler vor Ort. Kaufe in verpackungsfreien Geschäften ein. Du brauchst auch nicht zig Reinigungsprodukte, um deine Wohnung sauber zu halten. Es gibt natürliche Alternativen. Halte den Strand sauber. Benutze öffentliche Verkehrsmittel. Lass das Auto stehen und fahre lieber mit dem Fahrrad oder gehe zu Fuß. Koche dir dein eigenes Mittagessen und nehme es in deiner eigenen Dose mit. Wenn du etwas to-go bestellst, nutze deine eigenen Behälter zum Transportieren. Sag in der Bar, dass du deinen Drink ohne Strohhalm haben möchtest. Das sind nur ein paar einfache Verhaltensänderungen, die aber jeder sofort umsetzen kann.

Was ist deine Botschaft an die Welt?
Denk immer daran, dass deine eigenen Handlungen zählen und sich auf unsere Welt auswirken! Wenn du denkst, dass deine eine Plastikflasche pro Tag der Welt schon nicht schaden wird, liegst du falsch. Wenn wir alle nein zu Einwegplastik sagen und selbst unseren Müll am Strand mitnehmen, wäre unsere Welt viel weniger verschmutzt.

@harleyweir

rubbish_1, London 2016
rubbish_1, Korea 2018
rubbish_1, London 2016
rubbish_1, Paris 2015

Dieser Artikel stammt aus unserer The Earthwise Issue, no. 353, Fall 2018.