Mit 90s Soul und Bettgeflüster erobert Tink die HipHop-Szene im Sturm

Wenn dir vor ein paar Jahren schon mal der Track „Bonnie and Clyde“ von Tink untergekommen ist und du dadurch in einer Minute der Glückseligkeit zurück in die R&B-Welt der 90er transportiert wurdest, dann gibt es einen Grund dafür. Die 19-Jährige, die...

von Stuart Brumfitt
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28 Oktober 2014, 3:55pm

Tink by Barbara Anastacio

Da wurde jetzt doch wirklich auch Mr. Ultimativer-90s-R&B-Producer Timbaland auf Tink aufmerksam und holte sie nach Miami, wo sie gemeinsam ihr erstes richtiges Album produzieren. i-D traf Tink und sprach mit ihr über die Kollaboration mit Kelela, Tanzen und über die Frage, ob man Männern trauen kann.

Du arbeitest jetzt also mit Timbaland zusammen!
Ja, wir haben und dieses Jahr kennengelernt und jetzt produziert er mein Album. Es ist echt verrückt. Er war in L.A. und kam mit Da Internz ins Gespräch, einer Produzentengruppe, die gerade Don't Tell Nobody produzierten. Er hörte den Song und verliebte sich sofort in ihn. Drei Tage später ließ er uns nach Miami fliegen, damit wir uns kennenzulernen. Wir nehmen alles in Miami auf.

Jemand, der schon mit Aaliyah gearbeitet hat. Das muss dir als R&B-Sängerin ziemlich schmeicheln.
Ja, es motiviert mich. Er hat mit so vielen Legenden zusammengearbeitet - wie mit Missy und Justin Timberlake.

Wie ist es, mit neuen Produzenten zusammenzuarbeiten und nicht mehr mit deinem Vater und dem Bruder?
Es ist ein anderes Level. Wenn ich mit meiner Familie arbeite, sind das meine Ideen und ich produzierte irgendwie selbst. Jetzt habe ich ein paar helfende Ohren und verschiedene Leute geben mir ihr Feedback. Das macht die Musik um so vieles besser.

Viele deiner Songs drehen sich um Sex. War es komisch, mit deiner Familie aufzunehmen, besonders weil du noch so jung bist?
Weißt du was, eigentlich nicht. Ich schreibe und nehme Songs auf seit ich 12 bin, also betrachtet mein Vater es als Kunst. Als ich 12 war, schrieb ich Songs für ältere Leute im Studio. Ich war meinem Alter immer schon ein bisschen voraus. Es ist also nicht wirklich komisch, mein Vater versteht das.

Mir gefallen meine Fehler. Ich find es nicht gut, meine Stimme zu sehr zu bearbeiten. Ich bin nicht Beyoncé, so wird meine Stimme nie sein. Aber das ist auch das besondere und ehrliche daran. Wenn du mich hörst, fühlt es sich so an, als würde ich direkt vor dir stehen und dir ins Gesicht singen.


Und du musst deine Persönlichkeit voll und ganz zum Ausdruck bringen und dir keine Sorgen darüber machen, was deine Eltern denken. Du singst oft über Typen und in vielen deiner Songs geht es darum, dass etwas schief läuft und dass du ihnen nicht vertraust. Was denkst du über Männer?
Als ich Men schrieb, musste ich ein bisschen ausholen und an diese Momente zurückdenken, wenn jemand deine Gefühle nicht erwidert. Ich betrachtete die männliche Spezies und schrieb einen Song über sie. Ich vertraue Männern mit gar nichts. Ich vertraue ihnen überhaupt nicht. Gerade in meinen Alter. Wenn du nicht älter als 25 bist, interessiert mich das nicht.

Es ist eben ein Alter, in dem jeder einfach nur Spaß haben will?
Genau.

Wie war die Arbeit mit Kelela, Sasha Go Hard und Fatima Al Qadiri? Arbeitest du gerne mit Frauen zusammen?Ja, sehr. Das fehlt der ganzen Szene ein bisschen. Es gibt so viele Typen, die sich zusammentun, aber nicht so viele Frauen. Mit Kelela zu arbeiten, war so eine andere Erfahrung. Wenn's um Musik geht, will ich einfach loslegen und die Fehler auch behalten, damit es sich echt anfühlt. Sie ist aber eine Perfektionistin. Sie legt viel Wert auf Details und der Song wurde dadurch wunderschön.

Sie hat eine großartige Stimme.
Ja, ihre Stimme ist so schön.

Was ist mit deiner eigenen Stimme?
Das kam ganz ganz natürlich. In der Schule habe ich mehrere Tage in der Woche gesungen. Mir gefallen meine Fehler. Ich find es nicht gut, meine Stimme zu sehr zu bearbeiten. Ich bin nicht Beyoncé, meine Stimme wird nie so sein. Aber das ist auch das Besondere und Ehrliche daran. Wenn du mich hörst, fühlt es sich so an, als würde ich direkt vor dir stehen und dir ins Gesicht singen.

In deinen Videos zeigst du dich auch als großartige Tänzerin.
Verrückt, dass du das sagst. Ich bin mit dem Tanzen aufgewachsen. So stand ich das erste Mal auf der Bühne - ich war in einer Tanzgruppe.

Glaubst du, Tanz wird mehr Gewicht in deinen Live-Auftritten bekommen?
Ja. Wenn du mich siehst, bin ich ständig am Tanzen. Ich habe noch keine Choreografie. Es ist mehr Freestyle, ich habe einfach Spaß dabei.

Aaliyah tanzte so gut, weil es immer so fließend und echt aussah.
Stimmt, man hatte den Eindruck, dass sie einfach ihrem Gefühl folgt und das gefällt mir auch.

Wann werden wir also die Timbaland-Musik hören?
Ich kann nicht genau sagen wann, aber gegen Ende des Jahres wird es einige Vibes von uns zu hören geben. Ich möchte mit der Musik wirklich so weit wie möglich gehen und dann die kostbarsten Lieder auswählen.

@Official_Tink

Credits


Interview: Stuart Brumfitt
Foto: Barbara Anastacio

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