Anzeige

introducing: LIIMA

Casper von LIIMA, der neuen Band von Efterklang und Tatu Rönkkö, plaudert über das neue Projekt und das Selbstbewusstsein, das durch Improvisation entsteht.

von Alexandra Bondi de Antoni
|
27 Januar 2015, 8:30am

Efterklang ist eine Band, die es schon seit einer gefühlten Ewigkeit gibt. Nach 12 Jahren, vier Alben und unzähligen Live Shows, stand es für Casper Clausen, Mads Christian Brauer und Rasmus Stolberg fest, etwas Neues auszuprobieren. Müde vom nervenaufreibenden Prozess des Songschreibens - „wenn wir neue Songs geschrieben haben, war es immer eine Qual. Man fragt sich ständig, ob das Thema genug Relevanz hat, schläft kaum und ist am Ende." - gründeten sie letztes Jahr zusammen mit dem finnischen Drummer und Improvisationskünstler Tatu Rönkk das Improv - Projekt LIIMA. Was entstanden ist, ist rohe, verträumt und vernebelt klingende Musik, die die Gedanken ganz weit weg treiben lässt. i-D hat Casper von LIIMA zum Interview getroffen, um über das neue Projekt und das Selbstbewusstsein, das durch Improvisation entsteht, zu plaudern.

Warum habt ihr euch entschlossen LIIMA zu gründen?
Rasmus, Mads und ich haben zusammen jahrelang als Efterklang Musik gemacht. Tatu ist vor drei Jahren als Drummer mit auf Tour gekommen. Das war die Zeit als das letzte Efterklang Album Piramida erschienen ist. Er hat so eine wahnsinnige Energie. Bei Konzerten hat er manchmal zwischen unseren Songs zu improvisieren begonnen, wir sind eingestiegen und haben einfach mitgemacht. Wenn du so viele Konzerte spielst, sind diese Momente am aufregendsten. Nach der Tour haben wir beschlossen, ein neues Projekt zu starten, bei dem Tatu ein volles Bandmitglied ist. Wir wurden eingeladen, beim Our Festival in Finnland aufzutreten, zogen uns für eine Woche in ein Sommerhäuschen auf dem Land zurück, experimentierten und spielten dann nach nur 7 Tagen gemeinsamen Probens im Rahmen dieses Festivals unseren ersten Gig.

Wart ihr aufgeregt? 
Ich war lange nicht mehr so nervös, wie vor dem Gig. Es war wunderbar, außerhalb seiner Comfort Zone zu sein. Wir mussten eine Stunde Live Musik liefern. Mit Efterklang hätten wir Monate daran gearbeitet, nun hatten wir nur eine Woche. Man vertraut ganz auf seine Intuition. Vielleicht ist das Endresultat nicht perfekt, aber man versucht Dinge, die man nicht tun bzw. sich nie trauen würde, wenn man viel Zeit hat und immer und immer wieder zur Arbeit zurückkehrt.

Was ist das Konzept hinter LIIMA?
Wir treffen uns in einer Stadt, experimentieren für eine Woche und führen das Endprodukt dann auf. Ohne Editing, ohne viel Schnickschnack. Es geht um das spontane Entstehen von Musik. Bei Efterklang haben wir teilweise Jahre an einem Album gearbeitet und waren - oftmals auch durch übereditieren - selten ganz zufrieden. Im August waren wir in Finnland, dann im Oktober dasselbe in Berlin und nun erst vor Kurzem in Istanbul.

Wie oft wollt ihr das übers Jahr verteilt machen? Was ist euer langfristiger Plan für LIIMA?
Im Frühling wollen wir vielleicht nach Madeira oder Kopenhagen. Der langfristige Plan ist, die ganzen Aufnahmen zusammenzutragen, das beste Material auszusuchen und vielleicht etwas Neues aus diesen Stücken zu erschaffen.

Denkst du, dass eure Arbeit mit Efterklang und das Wissen um den ordentlichen Weg Musik zu machen, euch das Selbstbewusstsein gegeben hat, nun so frei zu arbeiten?
Songs zu schreiben ist wirklich Angst einflößend. Bei LIIMA kommt das Selbstbewusstsein durch die Performance. Wir brauchen keine Songs, wir spielen einfach. Das Spielen gibt uns das Selbstbewusstsein. Wenn du Texte schreibst, die etwas aussagen sollen, wird es etwas schwieriger. Da wir bei LIIMA keine Songs produzieren, fällt das vollkommen weg.

Wie kam der Name zustande?
Liima ist das finnische Wort für Leim. Wir Jungs von Efterklang kennen einander seit über 16 Jahren und können eine ziemliche Einheit bilden. Aber Tatu hat sich unglaublich easy in unsere Gruppe eingefügt. Ich finde, dass das Bild, das er angeklebt ist, eine schöne Metapher ist. Er war am Anfang nicht da, klebt nun aber an uns und ist hier, um zu bleiben.

Was kann man sich von eurer Show beim CTM erwarten?
Die Zuschauer müssen sich darauf einlassen, dass sie Musik hören, die gerade erst im Entstehen ist. Sie ist nicht fertig und perfekt - vielleicht liegt das Schöne genau in dem Rohen. Auch die Sets auf Soundcloud sind nicht editiert. Wir wollen es nicht kontrollieren, sondern im Moment einfach für sich stehen lassen.

Live kannst du LIIMA am 28. Januar 2015 im Zuge des CTM Festivals Un Tune genießen. 

Credits


Foto: Aylin Gungor

Tagged:
Berlin
News
mix
efterklang
CTM Festival
mixe
slumber session
liima
tatu ronkko
musik interview
casper clausen