die neuesten entwicklungen im fall kesha vs. dr. luke

Sony Music soll sich dazu entschlossen haben, den Vertrag mit dem Produzenten aufzulösen.

von i-D Staff
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10 März 2016, 10:00am

Laut einem Bericht der Branchenwebsite The Wrap haben interne Quellen bei Sony bekanntgegeben, dass sich das Musiklabel von Produzent Lukasz Gottwald, auch bekannt als Dr. Luke, trennen will. Kesha ist mit ihrer Klage auf vorzeitige Vertragsauflösung vor wenigen Wochen vor einem New Yorker Gericht gescheitert. Daraufhin wuchs die öffentliche Sympathiewelle zugunsten Keshas immer stärker an. Nachdem sich Schwergewichte wie Adele und Lady Gaga mit der Sängerin solidarisiert haben, hat mit jedem Tag das Sony Image ein bisschen weiter gelitten.

Die öffentliche Unterstützung für Kesha ist immer stärker gestiegen, doch Sony hielt unbeirrt an dem bestehenden Vertrag fest. Vor zwei Tagen äußerte sich dann eine weitere bekannte Sängerin. Kelly Clarkson sagte im australischen Radio, dass Dr. Luke „irgendwie schwierig in der Zusammenarbeit und irgendwie erniedrigend" sei. Nachdem die ehemalige American Idol-Gewinnerin ihrem Label ihre Bedenken vorgetragen hatte, habe Sony sie zur Zusammenarbeit mit dem Produzenten gedrängt: „Ihre Haltung war klar. Wir werden dein Album nicht veröffentlichen, wenn du das nicht machst".

Das brachte das Fass für Sony wohl zum Überlaufen, wie eine mit dem Fall betraute Quelle The Wrap berichtet. „Kesha hat über ihren Vertrag keine Handhabe, aber Sony könne es sich nicht leisten, dass die Adeles der Welt das Label öffentlich als nicht unterstützend bezeichnen." Die Website bezeichnet die Quelle als „mit den Gesprächen des oberen Managements vertraute Person".

„Der Fakt, dass es bisher noch nichts in dem Fall Dr. Luke unternommen wurde, ist verstörend, besonders für die Leute im Gebäude", berichtet der Insider weiter. Lady Gaga hat den Artikel auf ihrem Twitteraccount unter dem Hashtag „Do the Right Thing" geteilt, als der Artikel erschien.

Wie Sonys Plan aussieht, sich tatsächlich von Dr. Luke zu trennen, ist allerdings nicht bekannt und dürfte sich als schwierig gestalten. Der Vertrag mit dem Produzenten hat noch eine Restlaufzeit von einem Jahr und eine vorzeitige Auflösung würde einen Vertragsbruch darstellen. Sony Music CEO Doug Morris und der Mann, dem er rechenschaftspflichtig ist, Sony Entertainment CEO Michael Lynton müssten sich mit Dr. Luke auf eine Vertragsauflösung einigen, und das dürfte für das Label nicht billig werden. In jedem Fall wird er das Label so oder so mit vollen Taschen verlassen.

Aber ob sich Lukasz Gottwald auf irgendwelche Verhandlungen zur Vertragsauflösung überhaupt einlassen wird, erscheint momentan mehr als fraglich. Seine Rechtsanwälte haben mittlerweile auf den Artikel mit einer Stellungnahme reagiert und verneinen alle diesbezüglichen Absichten: „Das ist nicht wahr. Lukasz hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Sony. Seine Agenten stehen in ständigem Kontakt zu den höchsten Managern bei Sony und dieses Thema tauchte bei den Gesprächen bisher nie auf."

Credits


Foto: via Wikipedia

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