Das sind die 10 besten Berlin-Filme

Gerade startet “Atomic Blonde“ in den Kinos. Darin kämpft sich Charlize Theron als Geheimagentin durch das geteilte Berlin der 80er. Und die Hauptstadt spielt nicht nur in diesem Film die heimliche Hauptrolle.

|
23 August 2017, 9:51am

Screenshot von Youtube aus dem Video “Atomic Blonde - Official Trailer #2  [HD]

Die deutsche Hauptstadt ist nicht nur bekannt für ihre Exzentrik und ihre berühmt berüchtigte Partyszene, sondern auch für ihre filmreifen Kulissen (und damit meinen wir nicht das Brandenburger Tor und den Fernsehturm). Viele Klassiker von damals und heute haben sich der Ästhetik Berlins angenommen, so auch der neue Film von Regisseur David Leitch: In Atomic Blonde geht es um eine geheime Liste aller Spione aus Ost und West. Lorraine Broughton (gespielt von Charlize Theron), die selbst als Spionin tätig ist, wird auf die Mission geschickt, das verloren geglaubte Dokument zu finden und gerät dabei in teils gefährlich, teils verführerische Situationen. Mehr wollen wir an dieser Stelle auch nicht weiterspoilern. Was wir aber mit Sicherheit sagen können: Berlin ist in jedem dieser Filme nicht nur der Schauplatz, sondern spielt eigentlich immer die Hauptrolle. Deswegen hier die Liste der besten Filme über diese großartige Stadt, nicht nur für Berliner.

Aeon Flux

Aeon Flux ausdrücklich einen Berlin-Film zu nennen, geht vielleicht etwas zu weit. Diese auf eine Science-Fiction-Serie basierende Adaption nutzt die Bauten der Hauptstadt allerdings hervorragend und ist zumindest aus architektonischer Sicht ein Berlin-Film durch und durch. Und wer brilliert in der Hauptrolle mal wieder als Geheimagentin? Genau, Charlize Theron.

Wir sind die Nacht

Dieser ausgesprochen unterhaltsame Vampir-Film ist eine selbstbewusste Hommage an das pulsierende Nachtleben der Hauptstadt. Er zeigt Berlin von seiner etwas verrückten und trashigen Seite, mit einer brillanten Nina Hoss als eine Art Grande Dame der weiblichen Vampire um Karoline Herfurth, Anna Fischer und Jennifer Ulrich. Ein besonders unvergesslicher Moment, als sich eine von ihnen für ihren Freitod entscheidet, wurde übrigens im Morgengrauen auf dem berühmt berüchtigten Teufelsberg gedreht.

Die Bourne Verschwörung

Der zweite Teil der Bourne-Trilogie spielt zwar nicht die ganze Zeit in Berlin, doch dort finden die fesselndsten Plot-Momente statt. Bourne steht auf einem Hausdach und telefoniert mit der stellvertretenden Direktorin der CIA. Sie weiß nicht, dass er sie sehen kann, bis zum letzten Satz – und dann setzt das ikonische Bourne-Leitmotiv ein. Dann gibt es eine mittlerweile legendäre Verfolgungsjagd, in der Bourne mit nur wenigen Cuts vom Zoologischen Garten zur Friedrichstraße gelangt.

Cabaret

Cabaret hat auch nach so vielen Jahren nichts an seiner Brillanz und unterschwelligen Schärfe verloren. Ausgerechnet heute, in Zeiten steigender Ignoranz, wo Rechtspopulisten auf der ganzen Welt denken, sie würden immer stärker werden, sollte man sich dieses Musical unbedingt anschauen. Liza Minnelli, die als Sängerin Sally Bowles in der Weimarer Republik in einer Dreiecksbeziehung verwickelt ist, gewann hochverdient ihren einzigen Oscar als Beste Darstellerin.

Eins, Zwei, Drei

Billy Wilders Filme sind mit einer dermaßen Leichtigkeit gemacht, dass sogar ernste oder komplexere Zusammenhänge nie drückend oder plump rüberkommen. Eins, Zwei, Drei ist ein Paradebeispiel dafür: Es geht um große Themen, über den Kapitalismus, den Kalten Krieg — und das alles ist in einer flotten und echt witzigen Komödie verpackt. James Cagney, in einer seiner letzten Rollen, irrt denkwürdig als Coca-Cola-Führungskraft zwischen Pflichten und Wünschen umher.

Good Bye Lenin!

Wolfgang Becker kombiniert in Good Bye Lenin! vieles, was mit der Essenz von Berlin — sowohl Ost als auch West — verbunden ist. Und ähnlich wie bei Wilder, ist die Umsetzung nie streng oder gar altbacken, sondern immer klug und subversiv. Im Kern ist dieser Film eine Liebesgeschichte, in der es um die Liebe zur Heimat, um die zwischen einer Mutter und ihren Sohn und um die für Vergangenes geht. Und irgendwo dazwischen schafft das geniale Drehbuch, die politische Lage kurz vor und nach der Wende aufzufangen und die Atmosphäre indirekt zu kommentieren.

Victoria

Der jüngste Film in dieser Liste ist ein logistisches Meisterwerk. 140 Minuten ohne einen einzigen Cut, darüber wurde schon viel geschrieben. Ignoriert man diesen Aspekt bei einer zweiten oder dritten Sichtung des Films (Victoria muss man einfach mehr als einmal anschauen), verliert man sich ganz einfach ins improvisierte Spiel der talentierten Schauspieler, in die authentischen Dialoge und eben auch in Berlin — die Stadt ist perfekt für so ein frenetisches, verrücktes Film-Unterfangen.

M

Fritz Lang galt als Master of Darkness und M aus dem Jahre 1931 gilt als sein düsterstes Werk. Ein Kindermörder wird gesucht und die Polizei kommt ihm einfach nicht auf die Schliche. Sogar weitere Kriminelle fangen an, dabei mitzuhelfen, den Täter zu fangen. Der Film ist voll wegweisender Elementen, die in späteren Thrillern oft kopiert wurden. Das Gesicht des grandiosen Charakterdarstellers Peter Lorre, der am Ende verschwitzt und verängstigt dreinschaut, ist außerdem äußerst ikonisch.

Lola, rennt

Der englische Titel von Tom Tykwers Lola, rennt trifft den Geist des Filmes noch ein Tick besser: Run, Lola, Run ist keine Feststellung, sondern eine Aufforderung! Denn das muss Rotschopf Lola tun, um ihrem Freund Manni das Leben zu retten. Sie muss 100.000 Mark in 20 Minuten auftreiben, was man als Zuschauer in drei Ausführungen zu sehen bekommt. Der Film hat einen grandiosen Soundtrack und der Moment auf der Oberbaumbrücke ist inzwischen Filmgeschichte.

Der Himmel über Berlin

Wim Wenders vermittelt in vielen seiner Filme eine quasi-romantische Beziehung zu Berlin. Kein anderer Regisseur hält die Bauwerke der Hauptstadt mit so einer Sinnlichkeit und Zärtlichkeit fest. In Der Himmel über Berlin verleiht er zum Beispiel der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz oder der Siegessäule eine eigene Seele. Es geht um zwei Engel, Damiel und Cassiel, die sich in Henri Alekans schwarz-weiß fotografierter Stadt wiederfinden und darüber philosophieren, wie es wäre, sterblich zu sein. Der definitive Berlin-Film.