'Sex Education'-Star Emma Mackey erklärt, warum du dich so gut mit ihrer Rolle identifizieren kannst

"Nach außen hin wirkt sie sehr taff, aber sogar in den schwierigsten Momenten setzt sie andere an erste Stelle."

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25 Januar 2019, 11:06am

Jeder spricht über Sex Education. Sogar dein Hund hätte etwas dazu zu sagen, wenn er sprechen könnte. Und das aus gutem Grund.

Erzählt wird darin die Geschichte von Teenager Otis (Asa Butterfield), dessen Mutter Sex-Therapeutin ist (gespielt von Gillian Anderson). Irgendwie erinnert uns die Netflix-Serie an Skins aus dem Jahr 2007. In beiden sind die Charaktere so interessant, weil jeder von ihnen eine ganz eigene Geschichte zu erzählen hat. Von dem mutigen Eric (gespielt von Ncuto Gatwa) bis hin zur irrsinnig witzigen Aimee (gespielt von Aimee Lou Wood): Es ist der Cast, der Sex Education so nahbar macht.

Den größten Durchbruch schaffte aber die in Frankreich geborene Schauspielerin Emma Mackey mit ihrer Rolle als Maeve Wiley. In nur sieben Tagen verzauberte ihr Charakter 140 Millionen Zuschauer vor den Bildschirmen. Lass dir das erstmal auf der Zunge zergehen. Wir haben Emma gefragt, warum sie glaubt, dass sich so viele von uns mit ihrer Rolle als Maeve identifizieren können.

Lass uns gleich mit der wichtigsten Frage beginnen: Warum glaubst du, dass sich so viele Menschen mit deiner Rolle als Maeve identifizieren können?
Weil sie einen ganz eigenen Charakter hat und sich auf niemanden verlässt. Auf niemanden. Punkt. Nach außen hin wirkt sie sehr taff, aber sogar in den schwierigsten Momenten setzt sie andere an erste Stelle. Eigentlich sind ihr die Leute wirklich wichtig, der Rest ist nur eine Fassade. Ich glaube, viele finden sich darin wieder. Wir haben alle schonmal von diesem Abwehrmechanismus Gebrauch gemacht, weil wir nicht verletzt werden oder ein Risiko eingehen wollten. Ich finde es schön mit anzusehen, wie ihre Mauer zunehmend bröckelt.

Ist es gerade das, was du so an ihr magst?
Ja, absolut. Laurie [Nunn], die Autorin, hat unglaubliche Arbeit mit den Charakteren geleistet. Keiner wird ausgelassen. Außerdem ist es schön, eine weibliche Hauptrolle wie Maeve zu sehen, um die sich nicht die ganze Welt dreht. Um jeden der Charaktere könnte man eine ganz eigene herzzerreißende Story spinnen. Maeve treibt ihre eigene Geschichte voran so wie die anderen auch.

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Warum konntest du dich so gut in ihre Rolle versetzen?
Ich habe mich ein bisschen so gefühlt, als müsste ich sie beschützen. Je mehr ich an den Vorsprechen teilgenommen habe, desto klarer wurde mir, wie wichtig ihr Charakter eigentlich ist. Mein 17-jähriges Ich ist ihr nicht unähnlich. Zwar habe ich nicht alleine auf einem Wohnwagenplatz gelebt, aber bin auch früh von Zuhause ausgezogen und habe ein sehr unabhängiges Leben geführt. Ich mag, dass sie so entschlossen ist. Sie ist, wer sie ist. So war ich damals definitiv nicht, ich wollte immer zu einer Gruppe gehören. Maeve versucht das erst gar nicht. Sie hat diese "Das bin ich und das ist alles, was du bekommst und wenn du Glück hast, lasse ich dich emotional an mich ran"-Einstellung. Das mag ich.

Das war deine erste große Rolle.
Ja, ich wurde ins kalte Wasser geworfen – das war wirklich gut! So musst du alles sehr schnell lernen. Ich wusste weder, wohin ich gehe, noch was ich da überhaupt mache. Zum ersten Mal habe ich von einem Call Sheet gehört. Nach dem ersten Tag ist dann das Lampenfieber verschwunden und ich hatte nicht mehr das Gefühl, mich beweisen zu müssen.

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Es ist gerade diese Echtheit, die Sex Education ausmacht. Vor allem in der Episode, in der Maeve in die Abtreibungsklinik geht.
Wir hatten tatsächlich einen medizinischen Experten, der uns die ganze Zeit am Set begleitet hat, um sicher zu stellen, dass sich alles real anfühlt. Ben [Taylor], der Regisseur, wollte nichts dramatisieren. Wenn jemand schwanger wird, wird in Filmen und Serien oft ein Drama daraus gemacht, nicht wahr? Ich glaube nicht, dass es der Realität entsprochen hätte, wenn Maeve das Baby behalten hätte. Sie lebt in einem Wohnwagen, ohne Geld und Unterstützung ihrer Eltern und geht außerdem noch zur Schule. Die Option kommt daher gar nicht in Frage. Weder weint sie, noch stellt sie sich die Frage 'Was mache ich jetzt?'. Es geht vielmehr darum, deinen Kram geregelt zu bekommen. Es ist jetzt ein Teil von ihrem Leben und sie muss lernen, damit umzugehen und weiterzumachen.

Was wünscht du dir für deinen Charakter in der nächsten Staffel?
Es ist noch sehr früh, aber ich würde gerne noch mehr von der Beziehung zwischen Maeve und Amiee sehen. Ich denke, dass sie noch mehr zusammenwachsen werden. Die zweite Staffel sollte meiner Meinung nach im Zeichen der weiblichen Freundschaften stehen. Maeve ist eine so starke Stütze für sich selbst und auch für Amy. Zusammen sind die beiden wie Thelma und Louise!

'Sex Education' kannst du dir ab sofort auf Netflix anschauen. Dieser Artikel stammt ursprünglich von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.