Foto: Screenshot von YouTube

In diesem Anime geht es um Suizid, Mobbing und Depression

Und das ganz ohne Vorurteile.

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Juli 24 2018, 2:37pm

Foto: Screenshot von YouTube

Passen so komplexe und ernste Themen wie Suizide von Teenagern, Mobbing und Depressionen in einen Animationsfilm? A Silent Voice von der japanischen Regisseurin Naoko Yamada ist der Beweis, dass es funktioniert.

In der Verfilmung des bekannten gleichnamigen Mangas von Yoshitoki Ōima geht es um den Teenager Shoya, der wiedergutmachen möchte, dass er ein taubes Mädchen gemobbt hat, als er ein Punk war. Der packende Anime zeigt das Leben eines depressiven Teenagers ganz ohne Drama. Wie die japanischen Regisseurin das geschafft hat, erklärt sie uns in einem kurzen Interview.


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A Silent Voice ist ein sehr beliebter Manga. Was hat das für die Verfilmung bedeutet?
Jeder Zuschauer hat ein eigenes Bild von dieser Welt. Meine Aufgabe war es, diese Vorstellung zu zerlegen und daraus einen Film in Spielfilmlänge zu machen.

Wie bist du mit heiklen Themen wie Depression und Suizid im Film umgegangen?
Sensibel und vorsichtig. Ich wollte nicht urteilen und habe mich bewusst dagegen entschieden, dass diese Themen sensationsgeil oder dramatisch dargestellt werden. Ich wollte, dass die Zuschauer für jede Figur mitfühlen können. Mir war wichtig, dass die Charaktere weder eindimensional noch Stereotype sind.

Was war dir besonders wichtig?
Gefühle, dabei habe ich mich allerdings auf die positiven Emotionen konzentriert und die negativen weggelassen. Ich möchte verstehen, was in einem Menschen vorgeht. Und genauso will man von anderen verstanden werden – und wird trotzdem immer missverstanden. Man will "Ich liebe dich" zu einem Menschen sagen, kann es aber doch nicht. Man will begehrt werden, weiß aber nicht wie. Das Innere eines Menschen ist nicht unbedingt immer äußerlich sichtbar.

Was ist dein Lieblings-Anime?
Alle von Studio Ghibli [lacht].

Wenn du selbst – oder einer deiner Angehörigen – in einer seelischen Krisensituation stecken solltest und Hilfe brauchst: Es gibt kostenlose Hilfsangebote wie die der TelefonSeelsorge unter 0800/111 0111 oder die Nummer gegen Kummer. Mehr Informationen und Hilfsangebote findest du auch auf der Website der Stiftung Deutsche Depressionshilfe.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.