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von diesen sechs nachwuchsmusikerinnen wirst du bald noch viel mehr hören

Wir waren letzte Woche bei der Red Bull Music Academy in Montreal und präsentieren dir sechs Musikerinnen, die wir dort entdeckt haben und von denen wir noch viel mehr hören wollen.

von Alexandra Bondi de Antoni
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25 Oktober 2016, 10:45am

Pan bei der Red Bull Music Academy, Foto: Dan Wilton / Red Bull Content Pool

Es gibt als Musikliebhaber fast nichts Schöneres, als neue Musik von jungen Musikern zu entdecken. Die, die den Fame noch nicht für sich gepachtet haben, aber auf dem besten Weg dahin sind; die, von denen man sich sicher ist, dass man in den nächsten Jahren immer und immer mehr hören wird; und die, bei denen man einen genaueren Blick auf die Playlist, die gerade im Hintergrund vor sich hinplätschert, wirft, weil man nicht glauben kann, was man da gerade hört. Geht man einen Schritt weiter und lässt man dieses zufällige Entdecken zu einer Obsession werden, wird man früher oder später auf die Red Bull Music Academy stoßen, die seit 18 Jahren junge Musiker findet und fördert. Die jungen Talente können sich für einen Platz in der Academy bewerben und mit etwas Glück zwei Wochen in Studios, die jeden Musikernerd-Traum bedienen, mit professionellen Tontechnikern und Produzenten an ihrer Seite, Musik aufnehmen, untereinander kollaborieren und neue Dinge ausprobieren. Zusätzlich bekommen die Musiker durch tägliche Vorträge von den Größten der Großen im Musikbusiness Input dazu, wie man es zu etwas bringt oder wie man es vielleicht nicht machen sollte. 

Dieses Jahr hat es die RBMA nach Montreal verschlagen, wo sie noch bis Ende der Woche das Phi Center ihr Zuhause sein wird. Neben den Lectures von, unter anderem, Dev HynesChilly GonzalesBlack MadonnaIggy Pop (die Liste ist so lang, dass wir gar nicht wissen, wo wir aufhören sollen), konnten dieses Jahr 70 anstelle der normalerweise 60 Talente die Vorzüge der Academy genießen. Was erfreulich zu sehen war: Wie viele Frauen sich unter den Teilnehmern befunden haben, die in kleinen Showcases überall in der Stadt ihr Talent unter Beweis gestellt haben. Weil wir bei i-D zu den oben erwähnten Neue-Musik-Entdecker gehören und wissen, dass es auch manchmal eine Herausforderung sein kann, sich mit neuen Talenten auseinanderzusetzen, stellen wir dir sechs Nachwuchsmusikerinnen vor, die uns vor Ort überzeugt haben und die du im Auge behalten solltest. 

Schmieds Puls

Jeder, der sich in der jungen österreichischen Musiklandschaft auch nur ein bisschen auskennt, wird schon einmal über Mira Lu Kovacs gestolpert sein. Ihr wohl bekanntestes Projekt ist die Band Schmieds Puls, die mit ihrem traurigen, melancholischem Pop uns schon die ein oder andere Träne über die Wange laufen hat lassen. Ihre Texte sind ehrlich und scheuen auch nicht vor den Gefühlen zurück, die wehtun und in einem brennen—wir alle haben diese Dinge schon zu oft erlebt und werden sie noch zu oft erleben. Sitzt man Mira gegenüber, merkt man die schweren Gedanken, die sich wohl gerade in ihrem Kopf tummeln und die sie bald zu Papier bringen wird. Wenn sie jedoch von den vielen aufregenden Dingen, die schon mit Schmieds Puls erleben durfte, und darüber, was sie sich von der Academy erwartet, erzählt, beginnt sie zu grinsen:„Ich wohne echt gerne in Wien, aber manchmal muss ich einfach raus und wieder andere Dinge sehen. Die Academy ist der perfekte Startpunkt. Ich will hier am liebsten mit verschiedenen Stimmen arbeiten und gemeinsam mit den anderen Teilnehmern Songs aufnehmen. Ich werde erst wieder im Februar nach Hause zurückkommen."

soundcloud.com/schmiedspuls

Pan Daijing

Zugeben: Wir kennen Pan Daijing schon aus Berlin und haben uns doppelt gefreut, sie in Montreal wiederzutreffen. Die junge Künstlerin, die aus einem kleinen Dorf im tiefsten China stammt, macht erst seit gut zwei Jahren Musik und das seit einem Jahr von Berlin aus. Neben ihrer Radiosendung beim Berlin Community Radio spielt sie regelmäßig Gigs in Locations wie unserem geliebten Ohm (letztens erst beim Berlin Atonal) und ist aus der Underground-Producerszene der deutschen Hauptstadt nicht mehr wegzudenken. „Es ist nicht so, dass ich schon von klein auf von Musik begeistert war. Bei uns gab es das alles nicht. Ich habe erst wirklich begonnen, mich damit auseinanderzusetzen, als ich von zu Hause weg bin und zu studieren begonnen habe", erklärt die sympathische Musikerin. Ihr Blick ist stets aufmerksam, ihr Wesen wirkt sanft und gleichzeitig bestimmt und ihre Konzerte sind cineastische Noise-Erfahrung, unterlegt von Drone-Sounds und Beats—eine Mischung aus Kunst und Tanzperformance. Wir freuen uns jetzt schon, sie wieder in Berlin spielen zu sehen. 

@PanDaijing

Fazerdaze

Amelia Murray macht schon seit ganzen Weile unter dem Namen Fazerdaze Musik, nachdem sie in der High School von einer Band zur nächsten gewandert ist. „Als ich Musik für mich entdeckt habe, konnte ich es nicht glauben. Ich war das erste Mal wirklich wegen etwas aufgeregt. So etwas hatte ich davor noch nie erlebt", erklärt sie mit einem Lachen im Gesicht. Nachdem sie nach ihrem Abschluss Probleme hatte, Leute für Kollaborationen zu finden, beschloss sie, einfach ihr eigenes Ding zu machen und in ihrem Schlafzimmer Songs aufzunehmen. Daraus ist dann Fazerdaz entstanden. Der dahinplätschernde Dreampop der Neuseeländerin hat uns schon durch den einen oder anderen zu lange dauernden Tag getragen, weshalb wir uns um so mehr auf ihr Debütalbum, das noch dieses Jahr erscheinen soll, freuen.  

@fazerdaze

Oklou

Oklou heißt eigentlich Marylou Mayniel und kommt aus Paris. Ihren ersten Kontakt mit Musik hatte sie, dank ihrer sehr musikalischen und künstlerischen Mutter, bereits sehr früh. Nach einer klassischen Ausbildung am Klavier und Cello hat sie mit 19 Jahren elektronische Musik entdeckt und hat damit angefangen, ihre eigene Musik am Computer zu kreieren. „Nostalgie und Melancholie sind die zwei Gefühle, die mir am meisten geben. Sie inspirieren mich. Starke Harmonien und Melodien sind mir auch sehr wichtig, ich liebe kitschige Musik und Filme. Wenn ich Filmmusik höre, bekomme ich immer Gänsehaut. Und genau das ist es auch, was ich in meiner Musik transportieren will", erklärt sie uns, als wir sie in Montreal treffen. Und das sieht man auch bei ihren Liveauftritten. 

@Oklou

Érica Alves

Érica Alves gehört zu den Menschen, die man auf Grund ihrer Ausstrahlung und ihrem Auftreten sofort bemerkt, wenn sie den Raum betritt. Die Musikerin wurde in Rio geboren, lebt zurzeit in San Paulo und ist dort ein fixer Bestandteil der aufregenden Musikszene. „Für mich war es schon früh klar, dass ich Musik machen werde. Die musikalische Erziehung in Brasilien ist sehr konservativ, weshalb ich nie eine klassische Ausbildung gemacht habe. Ich habe mir alles selber beigebracht", erzählt sie. Nach einigen Bandprojekten arbeitet sie seit einiger Zeit an ihrer Musik als Solokünstlerin und entdeckt elektronische Musik und Producing immer mehr für sich. Während ihre alten Arbeiten mehr in die Richtung Singer/Songwriter gegangen sind, ist es Elektro, auf den sie sich gerade konzentriert. Ihr Sound ist düster und zieht einen sofort in den Bann. „Ich liebe es einfach, in Clubs zu spielen. Da fühle ich mich am wohlsten", erklärt sie und ein großes Lächeln zeichnet sich auf ihrem Gesicht ab. Wir können ihr da nur ganz zustimmen. 

soundcloud.com/ericaalves

Natürlich darf man auch die Jungs nicht vergessen: Neben dem schon etwas bekannteren Suicide Year und Drippin legen wir dir LontaliusAAAA und Crystal / Sparrows wärmstens ans Herz. 

Credits


Text und Fotos: Alexandra Bondi de Antoni

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