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Magic Island: music to... lose your mind to

Wir haben Magic Island für unser „i-D goes techno"-Special gebeten, uns in ihre Welt eintauchen zulassen. Herausgekommen sind 43 Minuten musikalisches Geträume, in dem du dich verlieren kannst.

von Alexandra Bondi de Antoni
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30 September 2015, 7:55am

„i-D goes techno": Wir werfen einen genauen Blick auf die Szene, die die Jugendkultur Deutschlands musikalisch, modisch und kulturell wie kaum eine andere geprägt hat: Die deutsche Techno-Szene.

Magic Island heißt eigentlich Emma, ist in Kanada ausgewachsen und lebt schon seit fünf Jahren in Berlin. 2014 machte sie sich mit ihrem Song Baby Blue in der Berliner Musikszene einen Namen, dieses Jahr veröffentlichte sie ihre EP Wasted Dawn und das erste Album ist für 2016 geplant. Die Musik der gebürtigen Polin kann man als verträumten Lo-Fi-Elektro-Pop beschreiben. Ihre Lyrics sind aussagekräftig und auf den Punkt.

Wir haben Emma gebeten, uns für unser „i-D goes techno"-Special, bei dem wir dir unter anderem vier Berliner Talente, die den musikalischen Underground Berlins prägen, vorstellen, in ihre Welt eintauchen zulassen. Herausgekommen sind 43 Minuten musikalisches Geträume, in dem du dich verlieren kannst.

Was ist so besonders an Berlin, dass du dich jeden Tag aufs Neue in die Stadt verliebst?
Berlin ist ein wunderschönes Chaos, es ist Zerfall und Wachstum zugleich. Ich liebe diesen Gegensatz.

Dein Lo-Fi-Electro-Pop klingt wie eine After Hour, deine letzte EP hieß Wasted Down". Woher kommt diese Stimmung, warst du schon immer eher ein Nachtmensch?
In Berlin ging es schon immer um das Nachtleben, für die meisten Künstler ist es auch die kreativste Zeit. Die Nacht hat etwas Unanständiges, in der Dunkelheit bist du frei, dich so zu verhalten und zu sein, wie du willst. Niemand sieht dir zu, nicht mal die Sonne ist dein Zeuge.

Dein Sound ist sehr speziell, deshalb wäre es interessant zu erfahren, was ihn beeinflusst hat.
Motown, Funk-Klassiker und HipHop-Beats aus den 90ern. Ich erinnere mich daran, wie ich mit ein paar älteren Jungs im Auto herumfuhr und wir Cam'Rons Album Purple Haze gehört haben. Ich habe mich in die Struktur und die Sounds von Rapmusik verliebt.

Was inspiriert dich noch?
Das Herz gebrochen zu bekommen. Schmerz fühlen, unter irgendetwas leiden. Neben der Traurigkeit über die Probleme dieser Welt beschäftigt mich als weißes Mittelschicht-Mädchen meistens Herzschmerz. Wenn ich aus diesen Gefühlen einen Song mache, dann habe ich es geschafft, sie zu überwinden und etwas Schönes aus der Traurigkeit zu erschaffen. Also vielen Dank an die Männer, die mich verletzt haben - letztendlich wart ihr nützlich.

Das letzte Mal, als wir dich interviewt haben, sagtest du, du liebst Beyoncé. Wie sehr interessierst du dich für Popkultur?
Habe ich gesagt, dass ich Beyoncé liebe? Natürlich respektiere ich sie - sie ist übernatürlich, nicht mal menschlich. Eigentlich stehe ich aber nicht so auf Popkultur. Ich fühle mich davon eher gestört und verfolge daher nicht vieles. Vor einem Monat habe ich mir ein iPhone gekauft, mich bei ein paar Social-Media-Plattformen angemeldet und weiß immer noch nicht genau, was ich da eigentlich mache. Ich habe alle Kardashians auf Instagram gefollowed - riesiger Fehler - jetzt ist mein Feed voller Duck Faces, Posts über Lippen und Arsch-Workouts. Deswegen gehe ich nicht mehr auf Instagram.

Gibt es Stilrichtungen, Designer oder Jahrzehnte, die dir besonders gefallen?
Ich stehe auf Perverse Child Dress und Grunge. Courtney Love trifft auf JPop. Wenn ich aufwache, sehe ich aus wie Mowgli, also lasse ich etwas von dieser Wahrheit in meinem Style. Ich stehe dazu, wie ich aussehe.

Wann können wir dein erstes Album hören?
Mein erstes Album kommt Anfang 2016. Das Datum ist noch nicht fix, aber ich freue mich darauf, diese Gefühle hinter mir zu lassen und das Material zu veröffentlichen.

Tracklist:

1. Terry Riley, Ausschnitt aus A Rainbow In Curved Air
2. Blablarism, Golveoleth
3. Balam Acab, See Birds
4. I-Cube, Le Rocher Aux Singes
5. Seahawks ft. Maria Minerva, Rainbow Sun
6. Maghreban, Wonder Woman
7. Tosya Chai, Miss Hope
8. Fuka Lata, Till The End
9. Golden Teacher Meets Dennis Bovell, Like A Hawk (D.B. Version)
10. НИИ Косметики, Оборотень Лис'

@magicisland

Hier geht es zu mehr Techno auf i-D.

Credits


Foto: Benjamin Mallek
Styling: Erik Raynal
Haare & Make-up: Tan Vuong
Emma trägt einen Mantel von Céline.
In Kooperation mit Converse.

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