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"Es ist OK, dass Frauen nicht ständig performen müssen"

Die in New York lebende Mayan Toledano ist alles andere als eine durchschnittliche Fotografin. Uns hat sie verraten, warum die Frauen auf ihren Bildern gelangweilt und passiv aussehen.

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Aug. 24 2018, 11:13am

Mayan Toledano kreiert ihre ganz eigene pastellfarbene Traumwelt aus Regenbogen-Buzz-Cuts und knutschenden Girls. Die in Israel geborene Fotografin ist eigentlich ausgebildete Balletttänzerin und war schon von klein auf vom menschlichen Körper fasziniert. Das spiegelt sich auch in ihren Bildern wieder, die Intimität auf eine neue Ebene stellen. Es fühlt sich an, als wären wir hautnah dabei, wie sich Pärchen innig umarmen. Als würde uns jede der Frauen direkt in die Seele – und nicht nur in die Kamera – schauen.


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Mit 18 verabschiedete sich Toledano von einer Karriere als professionelle Tänzerin und zog nach New York, um stattdessen Fotografin zu werden. Mit ihren intimen Aufnahmen zeigt sie Weiblichkeit in all ihren Facetten. Wir wollten mehr wissen und haben ihr ein paar Fragen gestellt.

Wie bist zur Fotografie gekommen?
Eigentlich war ich Tänzerin, aber in der Schule habe ich meine Liebe für die Fotografie entdeckt und hing immer in der Dunkelkammer ab. Ballett hat viel zu viel Zeit in Anspruch genommen, deswegen habe ich damit aufgehört und stattdessen Modedesign studiert. Das Studium war aber leider so vorhersehbar für mich, dass die Fotografie mein Ausweg daraus wurde. Ich hatte nie das Gefühl, dass ich eine Karriere als Fotografin ernsthaft in Erwägung ziehen würde – sie war immer nur mein Zufluchtsort.

Was gefällt dir daran so gut?
Dass ich bei der Fotografie die Richtung bestimmen kann. Ich muss mir Gedanken darüber machen, wie alle Teile zu einem Ganzen werden, um eine Geschichte zu erzählen oder ein Gefühl zu erzeugen.

Wie würdest du deine Ästhetik beschreiben?
Süß und hart, passiv und ehrlich.

Warum konzentrierst du dich in deinen Arbeiten hauptsächlich auf Frauen?
Da ich als Tänzerin aufgewachsen bin, habe ich schon früh eine gutes Körpergefühl entwickelt und war frei von gesellschaftlichen Konventionen. Durchs Ballett habe ich gelernt, wie ein Körper funktioniert und nicht wie er aussieht. Dadurch habe ich eine ganz andere Körperwahrnehmung kennengelernt. In vielen meiner Fotografien sehen die Frauen gelangweilt oder passiv aus. Damit will ich zeigen, dass es OK ist, dass wir nicht ständig performen müssen. Der weibliche Körper wurde schon genug zum Fetisch erhoben.

Wen würdest du am liebsten fotografieren?
Justin Bieber.

Wenn du etwas in der Welt verändern könntest, was wäre das?
Ich würde mir mehr Empathie wünschen. So würden wir mehr im Kampf gegen Rassismus und Gewalt auf der Welt erreichen.

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Was sind deine Hoffnungen und Träume für die Zukunft?
Ich möchte mich geliebt und geborgen fühlen.

@thisismayan

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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