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Peggy Gou gründet ihr eigenes Modelabel

Die in Berlin lebende Produzentin spricht außerdem über die Sichtbarkeit von Asiaten in der elektronischen Musikszene und verrät, was Giraffen für sie bedeuten.

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Aug. 30 2018, 11:29am
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Fans von Peggy Gou erkennt man bei ihren Sets daran, dass sie mit Giraffen-Postern oder der koreanischen Flagge in der Menge wedeln. Die Kollegen von Fader haben sie zur beliebtesten DJ der Welt gekürt. Für Peggy Gou ist das trotzdem alles immer noch nicht zu fassen. Nachdem sie sich einen Namen in der elektronischen Musikszene gemacht hat, lanciert sie dieses Jahr ihr eigenes Mode- und Musiklabel.


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Eigentlich hat Gou am London College of Fashion studiert, doch erst durch ihren Umzug nach Berlin vor vier Jahren hat sie sich ganz der Musik gewidmet. Die Produzentin hatte sich vorgenommen, die jüngste Frau und die erste Südkoreanierin überhaupt zu sein, die im Berghain auflegt. Dieses Ziel hat sie nicht nur erreicht, sondern mittlerweile auch vier EPs veröffentlicht. Mit ihren vielseitigen Dance-Mixes hat sich die 28-Jährige eine treue Fangemeinde aufgebaut und in einem Jahr mehr als Hundert Live-Gigs zum Besten gegeben, darunter auch beim Coachella.

"Wenn ich ehrlich bin, liebe ich Berlin, weil ich nicht die ganze Zeit da bin", sagt Peggy Gou. "Wenn du in Berlin leben willst, musst du die Stadt manchmal verlassen." Bevor sie in die deutsche Hauptstadt zog, lebte sie 12 Jahre in London und arbeitete nach ihrem Studium für die südkoreanische Ausgabe von Harper's Bazaar. Mit 14 hat sie ihre Heimatstadt Incheon verlassen, trotzdem spiegelt sich ihr koreanisches Erbe auch in ihrer eigenen Musik wider: In ihrem Song "Han Jan" hören wir zum ersten Mal ihre Stimme – und das in ihrer Muttersprache. "Ich habe es in verschiedenen Sprachen versucht, dachte mir dann aber, warum nicht auf Koreanisch?", erzählt die Produzentin weiter. "Anfangs war ich noch schüchtern, aber ich bin sehr froh, dass ich es geschafft habe. Ich bin stolz darauf, Koreanerin zu sein und auch darauf, dass so viele Asiaten zu meinen Gigs kommen."

Peggy Gou sagt stolz, dass sie sich freue, asiatische Frauen in der elektronischen Musikszene zu repräsentieren. Eine Szene, die noch viel tun muss, um Geschlechtergerechtigkeit zu erreichen. "Ich bekomme viel Unterstützung aus der asiatischen Community, gerade von Frauen – und ich bin sehr dankbar dafür. Sie unterstützen mich immer."

Nächstes Jahr lanciert sie ihr eigenes Modelabel Kirin, was im Koreanischen so viel wie Giraffe bedeutet. Das ist kein Zufall. Schließlich hat es sich eingebürgert, dass ihre Fans Giraffen-Gadgets mit zum Raven nehmen. "Ich bin hyperaktiv und die Giraffen beruhigen mich", sagt Peggy Gou. "Sie machen mich glücklich, weil sie einfach wunderschöne Wesen mit langen Hälsen, Wimpern und violetten Zungen sind." Letztes Jahr legte sie bei einem Event für Off-White auf, daraus entstand die Idee für ihr eigenes Unisex-Label Kirin.

Bevor ihr eigenes Modelabel lanciert wird, dürfen sich ihre Fans auf ihr eigenes Musiklabel "Gudu" freuen, das Ende dieses Jahres an den Start gehen soll. Gudu ist koreanisch für Schuh und auch ein Wortspiel mit ihrem Namen "Peggy Gou". Auf dem Glastonbury-Festival fingen Fans an, ihre Schuhe auszuziehen, hochzuhalten und zu brüllen 'Peggy Gou, Peggy shoe'. Seitdem wird sie oft mit Schuhen begrüßt. "Ich wollte einfach meine eigene Chefin sein", sagt die Produzentin. "Zuerst wollte ich nur meine Musik haben, aber jetzt will ich andere unterstützen und zeigen, welche Art von Musik ich selbst höre." Im Fokus stehen dabei besonders Musiker aus Asien. Mit ihrem Label möchte sie ihnen ermöglichen, außerhalb ihrer Heimatmärkte auflegen zu können. Das Genre spielt dabei weniger eine Rolle. "Musik ist Musik. Wenn ich deine Musik mag, nehme ich dich unter Vertrag", sagt Peggy Gou.

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@peggygou_

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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