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Class of 2018: Sylvie Weber, Filmemacherin

"Als Geschichtenerzählerin habe ich den Auftrag, mich mit sozialpolitisch relevanten Themen zu beschäftigen."

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Dez. 12 2017, 11:21am

Wir präsentieren dir unsere Class of 2018: 17 junge Kreative, die Deutschland ihr Zuhause nennen und von denen du in der Zukunft noch viel hören wirst. Alle Beiträge findest du hier.

"Ich möchte, dass Frauen, People of Color und Leute aus der LGBTQi-Community zusammenarbeiten und ein Bewusstsein dafür schaffen, dass die Filmbranche nach wie vor männerdominiert ist", erklärt Sylvie Weber während unseres Shootings für die Class of 2018. Die Arbeiten der Berliner Filmemacherin sind regelmäßig auf i-D zu sehen. Für uns hat sie Bibi Bourelly in einer intimen Kurz-Doku porträtiert und erst vor Kurzem das Team Hurricane beim Filmfestival in Venedig begleitet.

Ihr besonderer Stil zeichnet sich durch ihre Herangehensweise aus: "Ich habe in Indien studiert und mein damaliger Film-Professor hat zu mir gesagt: 'Die besten Geschichten, egal ob fiktiv oder dokumentarisch, kann man aus seinen eigenen persönlichen Erfahrungen heraus erzählen.' Dass ich eine Frau bin, trägt dazu bei, dass sich viele weibliche Protagonisten bei mir wohler fühlen. Ich stelle mich auf die gleiche Ebene wie sie und beobachte. Neben den kommerzielleren Projekten gibts sie auch Videoworkshops, in denen sie sich mit sozialpolitischem Themen in multikulturellen Communities befasst.


Auch auf i-D: Schau dir Sylvies Video über Bibi Bourelly an


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Sie möchte die Vielfalt und den Wert anderer Kulturen und Einstellungen zeigen, inspirieren lässt sich dabei von ihren Vorbildern wie dem sowjetischen Altmeister Sergei Paradschanow, der zu den gefeiertsten Regisseuren des 20. Jahrhunderts gehört, und dem amerikanischen Regisseur Kahlil Joseph. "Beide haben eine sehr originelle, oft auch abstrakte Bildsprache und schaffen es, in die Psyche ihrer Charaktere einzutauchen", erklärt sie. Ähnlich wie ihr großes Vorbild Joseph, der für Beyoncés Lemonade verantwortlich ist, dreht sie nicht nur Dokumentarfilme, sondern auch Musikvideos: "Meine Filme sind sehr stark durch Musik jeglicher Art beeinflusst. Beide Kunstformen ergänzen sich, wenn ich Musik höre, entstehen dabei oft Bildern vor meinem inneren Auge. Andersherum ist Musik in einem Film eines der wichtigsten Elemente, um eine bestimmte Emotionalität zu schaffen. Ich schätze, dass es für mich daher immer irgendwie Sinn gemacht hat, Videos im Musikbereich zu machen, seien es Dokumentarfilme oder Musikvideos."

@sylvieweber

Credits


Fotos: Caroline Mackintosh
Styling: Rachael Rodgers
Creative Direction und Produktion: Alexandra Bondi de Antoni
Make-up: Jana Kalgajeva
Haare: Susanna Jonas
Stylingassistenz: Keva Legault
Fotoassistenz: Benny Heinrich
Produktionsassistenz: Juule Kay

Sylvie trägt Gucci.

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