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So sieht die queere Szene in Barcelona aus

Fotograf Isaac Flores dokumentiert die Community jenseits der Touristenströme.

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Feb. 26 2018, 9:28am
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Nach einem Selbstporträt von Isaac Flores muss man lange suchen. Er fotografiert lieber andere. Auch wenn seine Bilder oft so wirken, als wären sie in Osteuropa entstanden, lebt und arbeitet Isaac im warmen Barcelona – und dokumentiert, was in den wilden Partynächten passiert. Seine Aufnahmen sind nicht unbedingt das, was man im herkömmlichen Sinne als schön bezeichnen würde, doch sie stechen hervor.


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Seine Fotografien finden sich in keinen Reisebroschüren, sondern zeigen uns eine Szene fernab des Mainstreams: die queere Community. Ja, es gibt mehr in der spanischen Metropole zu entdecken als Massen an Touristen, die sich vor der Sagrada Família um einen Platz in der Schlange streiten. Ein Barcelona, das aufregend und damals sogar verboten und auch ein bisschen gefährlich war. Wir haben den junge Fotografen zum Gespräch getroffen, um mehr über seinen Ansatz und seine Heimatstadt zu erfahren.

Samantha Hudson

Was hat Barcelona, das andere Städte nicht haben?
Barcelona ist eine Stadt voller Künstler. Momentan wirkt die Stadt aber wie ein Themenpark für Leute, die gewöhnlich, langweilig und unkultiviert sind. Trotzdem fühle ich mich hier wohl, auch wenn ich gerne mehr reisen würde, um andere Menschen und Orte kennenzulernen.

Bob No of The L.I.P.

Woher nimmst du die Inspiration zu deinen Bildern?
Es ist eine Mischung aus der Suche nach einem Gefühl der Freiheit und Rebellion, und der Ungeschliffenheit der Leute, die ich fotografiere. Ich denke mir immer, dass ich all diese Gefühle in einer Millisekunde für die Ewigkeit festhalten kann. Ich bewundere und respektiere diese Menschen dafür, dass ihnen die gesellschaftlichen Erwartungen egal sind und sie genau das Gegenteil machen.

Celia Multipass

Warum fotografierst du lieber nachts?
Habe ich eine andere Wahl? Das Schicksal meiner Community ist es schon immer gewesen, Kinder der Nacht sein. Zu der Uhrzeit können sie die Menschen sein, die sie wirklich sind. Ich mag die Welt in der Nacht. Wir gehen doch alle aus, um Teil von etwas Größerem zu sein. Ich hoffe, dass wir in einer nicht allzu fernen Zukunft morgens durch den Park laufen und sehen wie eine Dragqueen ihren Hund Gassi führt.

Virginia Rovira

Interessiert du dich für Perfektion?
Ich wollte immer perfekt sein, in jeder Situation. Aber ich lerne gerade, dass wir loslassen müssen. Wir sollten nicht so viel Wert darauf legen, was uns von außen auferlegt wird. Ich mache mein Ding, ob das nun gut oder schlecht ist.

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Was erhoffst du dir für die Zukunft?
Ich sehe mich selbst nicht als Fotografen. Ich sage es nur manchmal, damit die Leute aufhören zu fragen. Auch wenn ich gerne die Filmstars und Musiker fotografieren würde, mit denen ich aufgewachsen bin. Ich könnte mir in Zukunft aber auch vorstellen, Musikvideos und Kurzfilme zu drehen, aber ich bin auch mit jedem anderen Job zufrieden, in dem ich mich kreativ ausleben kann.

@isaacflores

Brigitta Lamoure
Miss Perkances
Verónica Ziegler
Virginia Rovira

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der spanischen Redaktion.

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