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5 schwarze Designer, die nicht Virgil Abloh heißen

Die Modewelt befindet sich im Umschwung.

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Aug. 1 2018, 1:43pm

Foto: Screenshot von Instagram 

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Virgil Abloh hat Modegeschichte geschrieben, als er der erste schwarze Chefdesigner bei Louis Vuitton wurde. Und erst gestern wurde verkündet, dass der erste Fotograf of colour nach 126 Jahren ein Cover der amerikanischen Vogue shooten wird. Zu verdanken hat der 23-jährige Tyler Mitchell das niemand Geringerem als Coverstar Queen Bey persönlich. Auch wenn diese Dinge, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sind, gibt es immer noch eine Menge schwarzer Künstler, die viel arbeiten und trotzdem nicht die Aufmerksamkeit und finanzielle Unterstützung bekommen, die sie verdienen.


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Im Jahr 2018 sollte es nicht nur einen schwarzen Designer geben, der an der Spitze eines angesehenen Modehauses steht. Aus diesem Grund stellen wir dir fünf weitere vor, von denen du in Zukunft mit Sicherheit noch einiges hören wirst.

Recho Omondi / Omondi

Der beste Modemoment in der zweiten Staffel der HBO-Serie Insecure? Als die Hauptfigur einen Pullover mit "Niggas"-Stickerei trägt. Dieses Kleidungsstück ist die tragbare Wiederaneignung eines Wortes mit jahrhundertalter Geschichte. Auf Twitter haben Leute sofort gefragt, von welchem Designer das das Teil stammt. Die Antwort: Recho Omondi. Die kenianisch-amerikanische Modedesignerin entwirft verspielte Mode und lässt sich dabei von Cartoons wie Rugrats und Hey Arnold! inspirieren. Sie experimentiert mit Farben, die direkt aus der Inneneinrichtung eines Kindergartens stammen könnten und sie. "Die Erfahrung als People of Colour ist immer der rote Faden in meinen Designs, egal wo und in welcher Kultur sie stattfindet", erklärt die Designerin. "Das Label ist autobiografisch. Es geht um meine Geschichte: Ein junge schwarze Frau kämpft um ihren Traum in einer weißen Mehrheitsgesellschaft".

Christopher Bevans / DYNE

Nur wenige tragbare Tech-Produkte haben es geschafft, so stylish zu sein wie die Triple S-Sneaker. Wäre da nicht Christopher Bevans, der in all seinen Designs NFC-Chips verarbeitet. So können die Kunden ihre eigenen Playlists hören. Präsentiert wird seine Mode von einem überwiegend schwarzen Model-Cast, eine minimalistische Interpretation von Afrofuturismus. Der ehemalige Nike-Mitarbeiter hat sein Studio in der neuen Tech-Metropole Portland aufgeschlagen. Christopher schenkt Trends nicht wirklich viel Beachtung, sondern setzt mit seinen Fokus auf das Sportliche. Diese Handschrift aus Funktionalität und Technologie hat sich ausgezahlt: Der Designer hat bereits den Woolmark Innovation Award gewonnen und war letztes Jahr Finalist des CFDA / Vogue Fashion Fund.

Maxwell Osborne / Public School

Maxwell Osborne ist die eine Hälfte von Public School, das übrigens Anna-Wintour-approved ist. Zusammen mit seinem Partner, dem asiatisch-amerikanischen Designer Dao-Yi Chow, entwirft Maxwell Menswear-Kollektionen zu denen Röcke und Baseballcaps mit dem Print "Make America New York" gehören. Das in Queens ansässige Duo hat es bereits geschafft, bei bekannten Händlern wie Barneys und J. Crew gelistet zu sein. 2016 rief Maxwell die Modeindustrie in einem offenen Brief dazu auf, die "Black Live Matter"-Bewegung zu unterstützten: "Feiert Vielfalt auf euren Laufstegen und in euren Kampagnen. Ermutigt eure Fans dazu, sich zu engagieren. Setzt eure Designs für positive Veränderungen ein. Geht zu Demos und schärft euer Bewusstsein."

Telfar Clemens / TELFAR

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Telfar Clemens wird nicht nur von Musikern wie Kehlani, Starchild und 070 Shake unterstützt, sondern inszenierte seine Herbst-/ Winter-Show 2018 als ein mitreißendes Gospelkonzert. Mit seinen Unisex-Silhouetten und der Neuinterpretation von HipHop-Mode aus den 90ern für Millennials verwischt er kontinuierlich Geschlechtergrenzen. Letztes Jahr gewann er den CFDA / Vogue Fashion Fund und erhielt 400.000 Dollar für sein Label. Wir sind gespannt, was wir in Zukunft noch alles von ihm sehen werden.

Kerby Jean-Raymond / Pyer Moss

Kerby Jean-Raymond thematisiert mit seiner Streetwear-Marke Pyer Moss die "Black Lives Matter"-Bewegung. Auf seiner Frühjahr-/ Sommer-16-Show zeigte er eine 15-minütige Dokumentation über Polizeigewalt gegen unbewaffnete schwarze Männer, die von Polizisten ins Gesicht getreten werden. Danach schickte er seine Models in Trenchcoats mit "Black Lives Matter"-Schriftzug auf den Laufsteg. In Interviews spricht er über die negativen Erfahrungen, die er selbst mit Polizisten gemacht hat. "Wir wurden mit dem Gesicht nach unten auf den Boden gedrückt. Der Polizist hatte die ganze Zeit seinen Finger am Abzug", schildert der Designer. In seiner neuesten Kollektion as usa as u konzentriert Kerby sich auf Black Culture und Americana – und wie beides miteinander verbunden werden kann. Seine Botschaft dabei: Schwarze Amerikaner sind Amerikaner – und keine Staatsfeinde.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der US-Redaktion.

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