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Gosha nimmt uns mit auf eine Reise durch seine Vergangenheit

In der Russian-Trilogy-Show des russischen Designers sind die Models vor russischen Flaggen marschiert, haben ein Museum gestürmt, den Souvenirshop verwüstet und die Cafeteria geplündert.

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Jan. 16 2018, 12:57pm

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Gosha Rubchinskiy

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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Die dritte und damit letzte Show von Gosha Rubchinskiys Russian Trilogy wurde mit einem lauten Basston eingeläutet. Er hatte etwas Aggressives, fast schon Bedrohliches an sich. Als gefühlt endlos viele Models auf den Laufsteg strömten, signalisierte der klaustrophobische Bass eine Art Entfesselung unterdrückter Energie, die den Raum geradezu flutete.

Nach Kaliningrad, Russlands baltischer Enklave, und der alten Hauptstadt des Zarenreichs, Sankt Petersburg, war es mit Jekaterinburg bereits das dritte Mal, dass Gosha seine Kollektion in seinem Heimatland präsentierte. Während er in den beiden ersten Shows auf die Gemeinsamkeiten zwischen Ost und West aufbaute, konzentrierte sich Gosha im Finale seiner russischen Trilogie auf sich selbst. Es ging um Einheit und subkulturelle Uniformen, also um die Dinge, die uns zusammenbringen.

Es waren auch Teile aus seinen Kollaborationen mit Burberry und Adidas zu sehen, aber auch Pieces, die in der angekündigten Partnerschaft mit Dr. Martens und Levi’s entstanden sind. Die Mischung aus militärischen Elementen, Subkultur und Sportswear, die Gosha in dieser Kollektion perfektioniert hat, sollte nicht so sehr darauf hindeuten, wie diese Kombinationen und Motive über den Westen ihren Weg nach Russland gefunden haben, sondern eher dazu führen, dass sie sich vollkommen russisch anfühlen.


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Die Show wurde zum ersten Mal per Livestream übertragen – für die Pechvögel unter uns, die zu Hause festsaßen oder für diejenigen, die sich in ihrer Mittagspause die Männermodewoche in Mailand mitverfolgen wollten. Gosha, der sich nicht damit zufrieden geben wollte, die Kamera auf einen traditionellen Catwalk zu richten, hat den Bildschirm stattdessen auf ein Dutzend Screens aufgeteilt, die die Models verfolgt haben, die im Schnellschritt über den Laufsteg marschierten. Es war unmöglich, einen Look zu verfolgen, denn der Fokus der Show wurde auf die Atmosphäre, Stimmung und Kulisse gelegt, statt auf eine Parade der einzelnen Looks.

Die Models haben das Museum gestürmt; sie sind vor russischen Flaggen marschiert, haben den Souvenirshop verwüstet und die Cafeteria geplündert. Svoboda - das russische Wort für Freiheit - stand in kyrillischer Schrift auf einer mit Wolken bedruckten Leinwand, und war das offensichtlichste symbolische Statement der Kollektion. Gosha hat die Flaggen-Prints aus vergangenen Kollektionen wieder aufgenommen, seinen Blick aber auch in Richtung Zukunft gewendet und mit einem etwas ruhigeren Stil brilliert.

Jekaterinburg steckt voller Anfänge und Abschlüsse und ist der perfekte Ort für dieses letzte Kapitel in der Trilogie. Es ist die Stadt, in der die Romanow-Dynastie nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki exekutiert wurde, wodurch die Monarchie endgültig abgeschafft wurde und der Kommunismus und die UdSSR ihren Anfang nahmen. Und dann wäre da noch der Veranstaltungsort, das Boris Jelzin Presidential Centre. Boris Jelzin war maßgeblich an der Auflösung des sowjetischen Systems beteiligt und hat 1991 die Russische Föderation gegründet, ein passendes symbolisches Ende für Goshas Russian-Trilogy-Show.

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