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von „suspiria“ bis „shining“: das sind 6 schaurig-schöne setdesigns, die uns das fürchten lehren

Der italienische Horrorfilm „Suspiria” hat dieser Tage seinen 40. Geburtstag gefeiert. Grund genug für uns, uns den Klassiker von Dario Argento noch einmal näher anzuschauen und euch fünf weitere Horrorfilme vorzustellen, die Albträume so...

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Feb. 6 2017, 1:20pm
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Vor 40 Jahren feierte mit dem schaurigen Suspiria einer der schaurig-schönsten Filmen des italienischen Maestros Dario Argento seine Premiere. Die amerikanische Ballettschülerin Suzy kommt nach Freiburg, um an einer angesehen Ballettschule Tanz zu studieren. Sie bemerkt aber nach ein paar übernatürlichen (und manche sogar ekelhaften) Erscheinungen schnell, dass es dort nicht so sehr mit rechten Dingen zu geht. Ein Remake mit Dakota Johnson, Tilda Swinton und Suzy Jessica Harper soll dieses Jahr in die Kinos kommen. Auch wenn mit Luca Guadagnino, der bereits A Bigger Splash und I Am Love verantwortet hat, ein talentierter Regisseur an der Spitze steht, wird es eine Herausforderung sein, an das Original heranzukommen. Neben dem fantastischen Soundtrack zeichnet sich der Film vor allem durch sein überwältigendes Setdesign und die Kinematographie aus.

Durch den Einsatz von kräftigen Farben — sattes Rot, schockierendes Pink und kaltes Blau - und Inneneinrichtung in geometrischen Formen aus den 70ern wird die Handlung der Realität entzogen. Die Charaktere bewegen sich in einem Albtraum, der zwar schrecklich ist, aber auch wunderschön aussieht. Ganz ähnlich wie bei Schneewittchen, der Hauptinspiration von Argento. Die Farben wurden durch den Einsatz des Technicolor-Printverfahrens noch verstärkt. Die Technik wurde bereits davor in Der Zauberer von Oz und Vom Winde verweht angewandt. Suspiria gehört zu den letzten Filmen, bei denen dieses zeitaufwendige und teure Verfahren benutzt wurde. Kinematograph Luciano Tovoli hat wohl Berichten zufolge darum gekämpft, die letzte Technicolor-Maschine in Rom benutzen zu dürfen. Seine Mühen machen sich auch noch 40 Jahren bezahlt. Der Einfluss von Suspiria ist nicht nur in den Horrorfilmen danach zu sehen, sondern auch außerhalb des Genres, Weil ich ein Mädchen bin mit seiner alternativen Plastikwelt zum Beispiel. Zum 40. Geburtstag von Suspiria stellen wir euch fünf weitere Horrorfilme vor, die grausam sind, aber wunderschöne Sets haben.

Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
„Diese Liste wäre unvollständig ohne dieses surrealistische Meisterwerk", sagt Gucci-Model Schrägstrich Horrorfilm-Fan Reid Rohling, dessen Instagram-Account mit seinen Stills für die ein oder andere Filminspiration sorgt. In dem Stummfilm, eine Allegorie auf den deutschen Untertanengeist während des Ersten Weltkriegs, geht es um einen verrückten Hypnotiseur und einen Schlafwandler, der Menschen in dessen Namen umbringt. „Jede Einstellung steht für den deutschen Expressionismus", erklärt Reid dieses bekannte und extrem verstörende Setdesign. Die Strukturen und das Spiel mit Licht und Schatten zusammen mit den Proportionen stellen die physischen Repräsentationen der Themen im Film, Verrücktsein, Psychosen und die Irrealität, dar. 

Jigoku (1960)
Der japanische Kultklassiker von Nobuo Nakagawa fühlt sich so an wie ein Acid-Trip, der leider ein bisschen schiefgelaufen ist. Es gibt kaum einen Film, der die Unterwelt so schön und so schrecklich darstellt. Es ist eine Geschichte über Mord, Autounfälle, Geheimnisse, Sex, Schuld und die Unterwelt. Die Produktionsfirma Shintoho war damals als Filmfabrik für schmierige Low-Budget-Filme verschrien. So wurde die Dauer der Filmproduktion zusammengestrichen und die Statisten haben mitgeholfen, die Sets für die Szenen, die in der Hölle spielen, zu bauen und auf der Studiobühne Dreck zu verteilen. Sie haben ganze Arbeit geleistet. Jigoku ist voll mit psychedelischen visuellen Effekten, wie schwimmende Betten auf Rosen und Felder aus Glasscherben.

Shining (1980)
In der zweistündigen Dokumentation Room 237 werden die vielen Verschwörungstheorie über den Kultfilm von Stanley Kubrick auseinandergenommen. Das Setdesign steht dabei im Vordergrund. Minutiös wird alles analysiert, ob sich dahinter nicht doch eine versteckte Botschaft verbirgt. Das Muster des Teppichs und eine detaillierte Analyse der Dreirad-Szene gehören ebenso dazu. Die Außendreharbeiten fanden auf dem Gelände des Hotels Timberline Lodge in Oregon statt. „Es ist eine Welt, die nichts mit dem Design zu tun, das es normalerweise in Horrorfilmen zu sehen gibt. Die Inneneinrichtung des Hotels von Kubrick ist geräumig und modern", schreibt Den of Geek. „Das Set sorgt mit seinen hohen Decken und einsamen Gängen für Spannung und nicht durch Enge und dunkle Räume."

Das Schloß des Schreckens (1961)
„Martin Scorsese hat es mal einen der beängstigenden Filme aller Zeiten genannt", schreibt Reid über den Psychothriller des britischen Regisseurs Jack Clayton. Der Film basiert auf der Erzählung The Turn of the Screw von Henry James und kein Geringerer als Truman Capote hat das Drehbuch zusammen mit William Archibald und John Mortimer geschrieben. Dafür erhielt Capote 1962 den Edgar Prize der Mystery Writers of America. In einem englischen Landhaus ist die Gouvernante davon überzeugt, dass ihre beiden Schützlinge besessen sind und das Haus verwünscht. „Der Schatten der großen Flure trägt zur gespenstischen Atmosphäre dieses Horrorklassikers bei. Für Gänsehaut sorgen auch die Außenaufnahmen des herrschaftlichen Sitzes, mit dystopischen Gärten und den abgeschlagenen Statuen. Der Film wirkt wie eine Mischung aus The Sound of Music, Hitchcocks Rebecca und Orphan.

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Kwaidan (1964)
Roger Ebert nannte den mit einem Oscar prämierten japanischen Film Kwaidan von Masaki Kobayashi „eine Ansammlung von Geistergeschichten, die zu den schönsten Filmen gehört, die ich jemals gesehen habe." Kwaidan besteht aus vier Geschichten, die anfangs nichts miteinander zu tun habe, außer dass es in jedem der Teile um einen schrecklichen Mythos geht. Im Laufe des Films verwachsen sie zu einer Handlung, unterstützt durch den experimentellen Soundtrack und das atemberaubende und verträumte Setdesign, das die vier Geschichten auch äußerlich vereint. Die visuell ansprechendsten Bilder stammen aus der zweiten Geschichte: „The Woman of the Snow". Ein schneebedeckter Wald, der nur von einem dunkelblauen Himmel beleuchtet wird.

Credits


Text: Emily Manning
Foto: Screenshot von YouTube aus dem Video „Suspiria (1977) trailer" von MrAris67

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