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Das haben Modestudenten an ihrem ersten Tag in der Uni getragen

Vergiss nie, dass der miefige Flur dein Catwalk für die nächsten Jahre sein wird.

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Aug. 21 2018, 2:22pm

Collage über i-D UK

Für angehende Kreative in der Mode ist der erste Tag in der Uni nicht nur der erste in ihrem neuen Leben, sondern gleichzeitig ein wichtiges Statement. Der Eindruck, den sie an ihrem ersten Tag hinterlassen, wird darüber entscheiden, ob sie für die kommenden Jahre für ihren Style bewundert oder ignoriert werden.


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Bald startet das neue Semester und Horden von Modestudenten werden verzweifelt vor ihren Spiegeln Nervenzusammenbrüche erleiden, weil sie sich fragen, welche Kombinationen aus Kleidung, Accessoires, Make-up und Frisur sich für den ersten Besuch in der Mensa am besten eignet. Angesichts dieses drängenden Dilemmas haben wir Freunde aus der Modebranche gefragt, was sie selbst an ihrem ersten Uni-Tag getragen haben.

Simon Foxton

Simon Foxton, Stylist und Berater, Saint Martins School of Art (heute Central Saint Martins), Bachelor Fashion, 1980
"Meine Haare waren damals sehr blond und an den Seiten abrasiert. Ich trug eine marineblaue Armeejacke mit passenden Jodhpur-Stiefeln, einen Sam-Browne-Gürtel, ein weißes Hemd und eine dünne blaue Krawatte, einen alten Armee-Rucksack und Armeestiefel. Das meiste davon hatte ich aus einem Second-Hand-Laden für Armeeklamotten. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass mein Outfit eine besondere Reaktion bei meinen Mitstudenten ausgelöst hätte. Wir waren alle zu sehr mit uns selbst beschäftigt, als uns um die Meinungen der anderen zu kümmern. Vielleicht war ich ein bisschen entspannter als die anderen, weil ich bereits den einjährigen Aufbaukurs hinter mir hatte und wusste, wie es am Saint Martins läuft."

Peter Jensen, Associate Chair of Fashion am Savannah College of Art and Design, Central Saint Martins, Master Fashion, 1997
"Ich trug eine beigefarbene Hose von Levis, eine braune Cord-Bomberjacke und einen Strickschal. Ich kann mich nicht erinnern, was für ein Oberteil ich anhatte. Ich habe eine Brille mit großen Gläsern getragen, die so groß wie mein Gesicht war. Ich sah sehr nach Kunstlehrer aus, aber einer mit guter Haut. Alle anderen waren sehr modisch und schick, ich sah dagegen aus wie ein Nerd. Ich erinnere mich, dass Roksanda Ilinčić auch dort war und einen riesigen Gürtel trug. Ich dachte mir: "Mit deinem Rücken muss doch etwas nicht stimmen, weil du sonst diesen Gürtel nicht bräuchtest". Später stellte sich heraus, dass es ein Gürtel von Maison Margiela war!"

Navaz Batliwalla

Navaz Batliwalla, Journalistin und Beraterin, Epsom School of Art (heute UCA Epsom), Fashion Promotion & Illustration, 1991
"Es waren die frühen Neunziger und der Rave-Look war schwer angesagt. Aber natürlich wollte ich lässig wirken. Ich glaube, dass ich eine 501 von Levis, eine Jacke von Michiko Koshino und ein um die Hüfte gebundenes Walter van Bierondonck-Longsleeve am ersten Tag anhatte. Das war mein Signature-Look während des Studiums. Und nicht zu vergessen die Mickey-Mouse-Lunchbox als Handtasche. Damals war alles sehr geschlechtsneutral, alles war oversized. Wir trugen entweder Sneaker oder Biker-Stiefel. Niemand trug High Heels, es sei denn sie waren von Vivienne Westwood."

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Julie Verhoeven, Künstlerin und Designerin, Medway College of Art & Design (heute UCA Rochester), BTEC Fashion Diploma, 1985
"Ich konnte mich nicht mehr daran erinnern, deswegen habe ich eine Freundin gefragt: 'Sie hatte blonde, zusammengebundene Haare und trug buntes Make-up.' Ich trug noch einen ausgebeulten weißen Mantel. Die Uni war unser Safe Space, hier haben wir uns sicher gefühlt. Der Weg in die Uni war das schwierige. Ich bin mir bewusst, dass ich mit meinem Aussehen auf andere nicht sonderlich attraktiv gewirkt habe, aber das war meine Art von stillem Protest gegen die Schönheitsideale und es hat sich so gut angefühlt."

Xu Zhi (aka Xuzhi Chen), Designer, Central Saint Martins, Bachelor Womenswear, 2012
"Es war eine ziemlich stressige und lustige Erfahrung zugleich, sich einen Look für den ersten Tag zu überlegen. Ich wollte mich aus irgendeinem Grund so gut wie möglich verstecken und habe nur schwarz getragen: schwarze Nike-Sneaker, schwarze Jeans und ein schwarzer Pullover. Das war lustig, weil wir gleich am ersten Tag ein Gruppenprojekt machen musste und alle in dieser Gruppe nur schwarz getragen haben. Am Central Saint Martins gibt es ganz viele tolle unterschiedliche Charaktere, aber dass ich in dieser Gruppe aus Gleichgesinnten war und wir alle gleich aussahen, hat mich irgendwie beruhigt. Die Menschen in dieser Gruppe wurden später zu engen Freunden."

Luke Day

Luke Day, Chefredakteur der britischen GQ Style / Fashion Director der britischen GQ, Surrey Institute of Art und Design (heute UCA Epsom), Fashion Promotion and Illustration, 1995
"Ich habe mir extra meine Haare für dieses besondere Ereignis blondiert und den Scheitel mit Gel fixiert. Ich trug ein enges, schwarzes Rollkragen-T-Shirt, schwarze Satin-Jeans von Hyper Hyper und schwarze Loafer von Patrick Cox. Ich hätte mit meiner Bräune auch gut in eine Donatella-Kollektion gepasst. Abgerundet wurde der Look mit sehr glänzenden Lippen, dafür habe ich Elizabeth Arden Eight Hour Cream verwendet. Ich sah aus wie Madonna bei ihrem "You'll See"-Auftritt bei Top of the Pops, nur eben mit Nadja Auermann blondem Haar. Ich bin definitiv aufgefallen und war das blondierte, androgyne Baby, das aussieht, als ob es gleich in einen Club geht. Ich sah super schwul aus, obwohl ich mich noch nicht geoutet hatte."

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Ryan Lo, Designer, London College of Fashion, Aufbaukurs, 2006
"Ich habe von Kopf bis Fuß schwarz getragen, nachdem ich die dritte Staffel von Project Runway gesehen hatte. Ich dachte, dass sich alle Modedesigner so anziehen würden. Mein Look war dagegen sehr einfach. Ich war 16 und noch neu in London. Deswegen war das noch Kleidung, die ich mitgebracht hatte. In England hatte ich zum ersten Mal die Freiheit, mein Haar länger wachsen zu lassen, und habe einen Vokuhila getragen. Rückblickend schäme ich mich ein bisschen für den Look, aber so eine Phase machen wir alle mal durch. Ich wusste damals nichts über die Modebranche: Ich dachte, dass H&M zu Stella McCartney gehört; dass Zara das Gleiche wie Escada ist; und dass Chanel wie channel ausgesprochen wird."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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