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katja rahlwes fotografierte den glamour der 90er-superbabes

Die deutsche Fotografin zeigt ihre Arbeiten in der Galerie für Moderne Fotografie in Berlin.

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Okt. 19 2015, 8:55am
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„Diese Ausstellung ist eine Rückkehr für mich", sagt die in Paris lebende, deutsche Fotografin Katja Rahlwes über Unknown Female Photographer, eine Mini-Retrospektive in der Berliner Galerie für Moderne Fotografie. Die Ausstellung überzeugt durch ihre Mischung aus Altem und Neuem: markante Porträts und unheimlich verführerische Stillleben - ihre Markenzeichen wurden. Nachdem sie zehn Jahre hauptsächlich in der Modeindustrie beruflich unterwegs war, stellt diese Ausstellung eine Art Rückkehr zu ihren Ursprüngen dar.

Die Deutsche begann ihre Karriere als Stylistin in der aufregenden Pariser Modeszene der späten 90ern, sie war mitverantwortlich für den zufälligen Glamour-Look, den Magazine wie Purple und Self Service, kultivierten. An ein Shooting aus ihren Stylisten-Tagen erinnere ich mich sehr gerne, als Richard Kern die junge Eleonore Woodward als Fassbinder-Lolita in Szene setze. Katja Rahlwes wollte aber mehr als Models stylen und im Jahr 2005 hatte sie sich einen Namen als Fotografin gemacht. Sie fing als Studentin beim Studio Berçot an, wurde dann Stylistin und nun ist die Fotografin, die das immer schneller werdende, immer direktere System Mode hinterfragt.

Alle Fotos: © Katja Rahlwes

„Sie ist ein schöner Einstieg in etwas Neues ", sagt sie über die Ausstellung in einem Galerie-Space. „Als Modefotograf hat man manchmal das Gefühl, dass es nur um das Magazinformat geht. Es ist fantastisch, wenn man in einem neuen Kontext über das Format und den Druck nachdenken und die Bilder losgelöst von der Logik der Modemagazine - eine achtseitige Story, eine zwölfseitige Story - betrachten kann. Die gedruckten Bilder, meistens in den Formaten A3, A3+ und A2, wurden eng gehangen, so dass sie fast eine Collage ergeben. Katja nennt es „die Beschreibung eines Bewusstseinszustandes".

Dieser „Bewusstseinszustand" ist unberechenbar, er kann alles umfassen: von Chloë Sevigny, die in der Badewanne den Stern liest, bis zum Bild einer bis oben hin voll mit Flaschendeckel gefüllten Teetasse. Die Bilder umgibt ein Gefühl von Farbe und Überraschung. Man mag die Bilder und man kann sich nicht recht erklären wieso. „Die Bilder stehen für ein Gefühl, für ein Vibe", erklärt Katja Rahlwes. „Es geht um die Bildkomposition, die Zusammenstellung der dargestellten Dinge. Es ist eine Kollision."


Claudia Schiffer

Zur Vorbereitung der Ausstellung hat Katja viel Zeit in ihrem Archiv verbracht: „Ich reflektiere viel darüber, aus welcher Perspektive ich die Dinge betrachte. Es ist immer mehrschichtig." Wenn von Claudia Schiffer in einem schwarzen Chanel-Kleid außer ihrem goldenen Haar kaum etwas erkennbar ist, dann geht es um viel mehr als ein Model in einem Kleid. Claudia Schiffer ist die ultimative deutsche Mode-Popikone. 

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„Vor zehn Jahren fing ich mit analoger Fotografie an, dann kam die Digitalfotografie auf und damit so viele technische Fragen: das Internet, WLAN, das iPhone. Es ist verrückt, was während dieser Zeit alles passiert ist, und das hat mich beeinflusst", sagt sie. Sie fand Gefallen an früheren Bildern, deren Langsamkeit und Reinheit. „Ich glaube, dass es man seinen Wurzeln treu bleiben muss. Etwas in einem lässt die Dinge anders aussehen."

Katja Rahlwes: Unknown Female Photographer in der Galerie für Moderne Fotografie in Berlin läuft noch bis zum 31.Oktober.

katjarahlwes.com

Credits


Text: Rory Satran
Alle Fotos: © Katja Rahlwes

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