Anzeige

Indien entkriminalisiert schwulen Sex – und schreibt damit Geschichte

Weil Liebe eben doch immer gewinnt.

|
Sep. 7 2018, 9:39am

Foto über i-D UK / Creative Commons

Anzeige

Nachdem der Oberste Gerichtshof des Landes in einem historischen Urteil diese Ungerechtigkeit beseitigte, feierte die indische LGBTQ-Community im ganzen Land am Donnerstag den gewaltigen Schritt für Menschenrechte. Bis zu dieser Woche galt in Indien ein altes Gesetz aus britischer Kolonialzeit – Section 377 –, das schwulen Sex und homosexuelle Handlungen kriminalisierte. Das 1861 eingeführte Gesetz sah als Bestrafung für schwulen Sex eine lebenslange Haft vor, weil solche Handlungen gegen die natürliche Ordnung verstoßen würden.


Aus dem VICE-Netzwerk: Unsere Kollegen haben sich mit Aktivisten getroffen, die dafür kämpfen, dass schwule Männer Blut spenden dürfen


LGBT-Gruppen und Verbündete, sowohl innerhalb Indiens als auch international, haben jahrelang für die Abschaffung von Section 377 gekämpft. Im Jahr 2009 entschied das Oberste Gericht von Indien, dass das Gesetz gegen die Menschenrechte verletze, hob diese Entscheidung aber im Jahr 2013 aufgrund einer Petition religiöser Gruppen wieder auf. Am Donnerstagmorgen entschied der Oberste Gerichtshof nun, dass es eine Verletzung der Grundrechte und Grundfreiheiten darstelle.

Zwar ist diese historische Entscheidung ein großer Fortschritt für LGBTQ-Rechte in Indien, doch die Lage der LGBTQ-Community ist trotzdem prekär. Schwuler Sex ist keine Straftat mehr, aber in einem Land voller konservativer und religiöser Bürger gilt Homosexualität noch immer als Tabu. Aktivisten hoffen jedoch, dass das Urteil dazu beitragen wird, die Kultur der Angst und Unterdrückung zu zerschlagen, die das Leben von LGBTQ-Menschen in Indien durchdringt.

"Gesetze zu verabschieden ist die eine Sache, aber die Gesellschaft zu verändern die andere", sagte Yashwinder Singh vom The Humsafar Trust zu CNN. "Die ständige Angst vor 377, mit der wir gelebt haben, wird für die kommende Generation nicht mehr existieren. Jetzt beginnt erst die eigentliche Arbeit. Wir müssen mit den Leuten reden und ihre Einstellung ändern, damit sie jeden als das akzeptieren, was sie sind: Menschen."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

more from i-D