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5 koreanische Horrorfilme, die du gesehen haben solltest

Gänsehaut garantiert.

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Sep. 6 2018, 12:46pm

Foto über i-D UK

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Es war einmal ein sehr eitles Mädchen, das alles für ihr Aussehen tat. Nachdem sie gehört hatte, dass ein Vollbad mit Sesamsamen ihrer Haut besser machen würde, probierte sie es aus und schloss sich für mehrere Stunden ins Bad ein. Ihre Mutter wurde langsam unruhig und schaute voller Sorge nach ihr – was sie sah, erfüllte sie mit Schrecken. Die Sesamsamen hatten Wurzeln geschlagen und sich in jede einzelne ihrer Poren eingenistet. Das Mädchen versuchte verzweifelt, sie mit einem Zahnstocher aus ihrer Haut zu entfernen. Vergeblich.


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Diese koreanische Geschichte wurde 2008 für eine Folge der Horror-TV-Serie Hometown Legends adaptiert und steht stellvertretend für die tiefsitzenden Ängste, die unsere von Schönheit besessene Gesellschaft heimsuchen könnten. Koreanische Horrorfilme sind ungewöhnlich: Sie können sich aus jahrhundertealter Folklore bedienen, um moderne Parabeln zu erzählen. Ihre allegorische Qualität lässt sich auf gwonseonjingak zurückführen, so werden übergreifend konfuzianische Vorstellungen von poetischer Gerechtigkeit genannt. Tue Gutes und du wirst belohnt, begehe eine böse Tat und deine Familie und du werden leiden. Dieses Konzept der Vergeltung führt zu zwei, immer wiederkehrenden Motiven im koreanischen Horrorfilm: Rache und die Wiedergutmachung von Missständen. Wir stellen dir fünf davon vor, die dich garantiert nachts nicht mehr schlafen lassen.

The Wailing
Was an The Wailing auffällt, ist die Art und Weise, wie Regisseur Na Hong-jin (bekannt für sein von der Kritik gefeiertes Debüt The Chaser) geschickt die Spannung aufbaut, sodass dir der Film auch lange nach der Schlussszene nicht mehr aus dem Kopf geht. Die Handlung ist einfach geklärt: Polizist Jong-Goo versucht, eine Mordserie in seinem Dorf aufzuklären – die Spuren scheinen auf Zombies hinzuweisen. Mehr wollen wir an dieser Stelle auch nicht verraten. Mit seiner biblischen Darstellung der Panik erinnert The Wailing stark an Arthur Millers The Crucible.

Phone
Ahn Byeong-ki, einer der Hauptvertreter des koreanischen Horrors, wurde einmal damit zitiert, dass "Angst die universelle Sprache ist, die nationale Grenzen überwindet". Das beweist er auch in seinem Film Phone (2002), in dem es um die Figur des wonhon (ein rachsüchtiger Geist) geht. Die Handlung dreht sich um Journalistin Ji-won, die Drohanrufe bekommt, seit sie einen Artikel über einen Pädophilen geschrieben hat. Als sie in das Haus ihrer Freundin Ho-jung zieht, gerät die Journalistin immer mehr in ein Familiendrama. Eins können wir dir hiermit schonmal versprechen: Beethovens Mondscheinsonate wirst du nach diesem Film definitiv anders wahrnehmen.

"The Vengeance"-Trilogie
Jede Liste über die besten koreanischen Horrorfilme wäre ohne Park Chan Wooks Vengeance-Trilogie unvollständig. Insbesondere Sympathy for Lady Vengeance genießt Kultstatus, weil er die patriarchalen Normen in Frage stellt, die die koreanische Gesellschaft weiterhin definieren. Lee Young-ae spielt die gleichnamige Lady Vengeance und hatte vor dem Film ein braves Image. Aus diesem Grund hat ihre neue Rolle als rachsüchtige Mutter viele schockiert und macht diesen Film umso sehenswerter.

Hide and Seek
Sung-soo ist ein wohlhabender Cafébesitzer in Seoul, der nach außen hin das ideale Leben führt: Er hat eine liebevolle Frau, eine protzige Wohnung und zwei süße Kinder. Als er herausfindet, dass sein Bruder verschwunden ist, beginnt eine bahnbrechende Suche. Die letzte bekannte Adresse: ein heruntergekommener Wohnblock. Der Film ist so stark, weil er die krasse Ungleichheit in der koreanischen Gesellschaft thematisiert. Der unvergesslichste Moment im Film ist die Dämonisierung der Armen durch die Oberschicht. Gänsehaut.

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Train to Busan
Im Hochgeschwindigkeitszug geht es von Seoul nach Busan. Zu sehen ist eine bunte Mischung aus Charakteren: Ein geschiedener Geschäftsmann mit seiner Tochter, eine hochnäsige, ältere Frau, eine Cheerleaderin und ihr durchtrainierter Freund, ein Bauunternehmer und seine schwangere Frau und ein feiger Angestellter. In Train to Busan geht es um die koreanische Besessenheit von Erfolg – und wie klischeehaft er nach außen gezeigt wird. Der Film lehrt die wichtigste Lektion eines jeden guten Survival-Films: Zusammen ist man weniger allein.

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