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Burberry zeigt uns, dass Großbritannien mehr ist als Brexit

Mit seiner See-now-buy-now-Kollektion bietet Kreativchef Christopher Bailey eine erfrischende Alternative zum tristen und grauen Großbritannien-Bild, das nach dem Brexit weltweit vorherrschte — inklusive dem Burberry-Karo aus den 2000ern.

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Sep. 20 2017, 10:52am

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

Es gibt Looks, die verfolgen Modehäuser jahrelang, auch wenn sie ihn gar nicht kreiert haben. Bestes Beispiel dafür ist Burberry und sein Kult-Karo, das in den 2000ern Lieblingsobjekt der Fälscher, der Hooligans und der Prolls wurde. Das britische Luxushaus brauchte über ein Jahrzehnt, um sich von dem negativ besetzten Image wieder zu lösen. "Ich habe nie darauf heruntergeschaut, weil es nun mal Teil unserer Geschichte ist", erklärte Christopher Bailey und hat für die neue Frühjahr/Sommer 2018 Kollektion nun Gosha Rubchinskiy erlaubt, das berühmte Karo neu zu interpretieren.

Die Fashionshow fand in dem liebevoll restaurierten Old Sessions House im Londoner Stadtteil Clerkenwell statt, während vor den Türen Anti-Pelz-Aktivisten demonstrierten, von denen aber durch den Pet-Shop-Boys-Soundtrack drinnen nichts zu hören war.


Auch auf i-D: Wir waren mit Gosha und seinen Freunden unterwegs


Die Kollektion vereint die Burberry-Szenen – die der High Fashion und die Fankultur – in einer Vielzahl von unterschiedlichen Strukturen, Farben und Silhouetten. Strick-Pieces werden mit Spitze kombiniert, das Tartan-Muster mit Plastik und die Uniform-Jacken wurden verlängert und als Röcke gezeigt.

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Von einer Privatparty von Jugendlichen bis zu Militärparaden: diese Kollektion bildet ein aktuelles, realitätsnahes und klassenübergreifendes Bild der britischen Gesellschaft ab und ist sich der Vergangenheit, der Gegenwart und Zukunft des Landes bewusst. Die große Diversität der Models verkörperte diesen Gedanken: mit Adwoa Aboah, Elfie Reigate, Hebe Flury, Dilone, Kiki Willems, Jean Campbell, Olympia Campbell, Toni Bagley, Jonas Gloer, Montell Martin, Xavier Hickman, Kaia Gerber und Presley Gerber lief die britische Jugend über den Burberry-Catwalk. Parallel zur Kollektion wurde die Ausstellung Here We Are eröffnet, in der über 200 Arbeiten von einigen der besten Dokumentarfotografen Großbritanniens gezeigt werden (darunter Shirley Baker, Ken Russell und Alasdair McLellan). In einer Post-Brext-Zeit, in der sich viele Briten fragen, was es eigentlich bedeutet, Brite zu sein, bietet Burberry eine erfrischende Alternative zu UKIP.

Die September-Kollektion ist ab sofort erhältlich und du kannst dir die Ausstellung Here We Are noch bis zum 1. Oktober in London im Old Sessions House anschauen.

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