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Eine persönliche Anleitung fürs Erwachsenwerden

In ihrem neuen Fotobuch "Beyond the Woman You’d Want Me To Be" dokumentiert die 19-jährige Fotografin, Regisseurin und Kuratorin von "Art Hoe" ihre Jugend – und zeigt uns die Höhen und Tiefen im Leben einer Teenagerin.

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Nov. 20 2017, 10:41am

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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"Ich stand immer zwischen den Stühlen. Einerseits wollte ich ein westliches Leben führen und die unterschiedlichen Entwicklungsstufen auf dem Weg zur Frau erfahren, die im Westen als normal gelten. Andererseits existieren in der afro-karibischen und mexikanischen Kultur, die zu meinen Wurzeln zählen, sehr strikte Vorstellungen darüber, wie sich eine Frau zu verhalten, anzuziehen und wie sie zu denken hat. Für mich als schwarze Frau besteht das Frau-Sein aus ständigen Konflikten um Identität und Auseinandersetzungen mit eurozentristischen Schönheitsidealen. Doch daneben gibt es auch eine reichhaltige andere Kultur: Die schwarzen und mexikanischen Frauen, mit denen ich aufgewachsen bin, haben mir so viel beigebracht und mir gezeigt, wie viel Stärke man gewinnt, wenn man sich selbst treu bleibt.


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Mein Bildband Becoming the Woman You’d Want Me To Be ist rebellisch und mein Statement dazu, wie ich mich durch die vielen kulturellen Erwartungen navigiere. Ich dokumentiere darin mein Leben und zeige die Schönheit in meiner Community. So können sich andere junge People of Color damit identifizieren und ihre eigenen Geschichten erzählen, damit die Komplexität unserer Leben deutlich wird – und die unterschiedlichen Dinge, die uns in unserem Alltag beeinflussen, sichtbar werden. Das sind die Lektionen, die ich gelernt habe."

Es ist OK, verwirrt zu sein.
Du musst nicht wissen, wer du bist, was du magst, was du machen willst oder sonst was. Jede Phase in meinem Leben, die ich durchgemacht habe, hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich heute bin und wird auch mit darüber bestimmen, wer ich mal sein werde.

Versuche, nur deine Erwartungen zu erfüllen.
Dein Leben gehört dir selbst und du bist gut genug dafür.

Dein Verständnis für dich selbst und deine innere Verfasstheit ist wichtiger, als du denkst. Wenn du dich nicht liebst, wie sollst du dann wachsen?

Sorgen bringen nichts.
Die Leute machen sowieso das, was sie wollen – unabhängig davon, wie du dich dabei fühlst. Also lass sie und lerne, wie du dich von anderen unabhängig machen kannst. Lebe deine Gefühle aus und lass sie dann los. Lerne durch schlechte Erfahrungen, aber werde deswegen nicht bitter.

Sei empathisch, wir sind alle nur Menschen.
Jeder befindet sich auf seiner eigenen Reise. Die der anderen ist nicht weniger beschwerlich als deine eigene. Wie der antike Dichter Terenz einmal geschrieben hat: "Ich bin ein Mensch. Nichts Menschliches ist mir daher fremd". Eines meiner großen Vorbilder, Maya Angelou, hat mal gesagt: "Wenn du das zumindest teilweise verinnerlichen kannst, kannst du nie über eine Straftat sagen: 'Das könnte ich nie tun', egal wie abscheulich sie auch war. Wenn es ein Mensch getan hat, sollst du stattdessen sagen: 'Ich trage all seine bzw. ihre Anlagen in mir. Ich werde meine Energie konstruktiv einsetzen und nicht dekonstruktiv. Wenn du das mit negativen Dingen tun kannst, stell dir nur vor, was du mit positiven anstellen kannst'".

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