Anzeige

Diese Fotografin hat einen Monat lang eine völlig Fremde begleitet

Und das obwohl Francesca Allen und die japanische Musikerin nicht dieselbe Sprache sprechen.

|
Sep. 5 2018, 12:37pm
Anzeige

Vor zwei Jahren ist die 25-jährige Fotografin Francesca Allen nach Tokio geflogen und hat sich in ihre Muse Aya Yanase, aka Aya Gloomy, verliebt. Die junge Musikerin ist Teil der super coolen Big Love Records-Familie. Obwohl sie nicht dieselbe Sprache sprechen, haben die beiden einen Monat lang zusammen verbracht – und alles dokumentiert, was sie währenddessen erlebt haben. Das Ergebnis? AYA, ein Fotobuch, das dir einen intimen Einblick in das Leben einer schüchternen, aber sehr starken jungen Frau in Japan gewährt. Wir haben uns mit Francesca Allen über ihre Zeit mit der jungen Japanerin unterhalten.


Auch auf i-D: Wir haben uns mit jungen Japanern über Gender unterhalten


Was war dein erster Eindruck von Aya, als du sie getroffen hast?
Ich bin in Tokio herumgeschlendert und habe versucht, neue Leute zum Fotografieren zu finden. Dabei habe ich zufällig jemanden getroffen, die mir Aya empfohlen hat. Gesehen habe ich sie zum ersten Mal in Gotokuji, einem Viertel in Tokio, in dem es einem Tempel voller Maneki-Neko gibt, das sind diese winkenden Katzen. Ich erinnere mich noch, dass es unglaublich heiß und stickig war. Ich war mit einer Freundin unterwegs, wir saßen auf den Stufen und haben Sake aus der Packung auf Aya getrunken. Das fand sie damals super lustig.

Welche Songs verbindest du mit ihr?
"Come With Me" von CEO und "Only God Knows" von Young Fathers. Beide Songs haben wir im Auto gehört, als mich Aya zum Flughafen gebracht hat. Ich habe sie danach nicht mehr aus meinem Kopf bekommen – auch nicht dann, als ich auf meinen Flieger gewartet habe. Sie machen mich glücklich und traurig zugleich.

An was erinnerst du dich am liebsten mit Aya?
Das war unser Shooting im Studio, das wir durch einen Freund für einen Tag gefunden haben. Es war so geräumig, da hätte auch ein Auto reinfahren können. Wir haben den ganzen Tag Musik gehört und ständig die Outfits gewechselt. Ein gutes Gefühl.

Wie seid ihr mit der Sprachbarriere umgegangen?
Wenn du nicht die gleiche Sprache sprichst, kommunizierst du auf eine ganz andere Weise. Du bist visueller und verwendest Signale um dich herum, anstatt über deine Erfahrungen zu sprechen. Wir haben viel Zeit damit verbracht, uns süße Hunde anzuschauen; uns gegenseitig Dinge zu zeigen oder über das Essen zu sprechen. Manchmal haben wir Übersetzungsapps benutzt, wenn wir ein bestimmtes Wort wissen wollten.

Hast du ein Lieblingsbild?
Eine Auswahl zu treffen, war sehr schwierig. Ich musste mich von meinen eigenen Emotionen und den Erinnerungen lösen, um die Bilder einzig und allein unter visuellen Gesichtspunkten zu analysieren. Meine Top sind am letzten gemeinsamen Tag entstanden: das erste im Badehaus, das zweite auf dem Weg zum Bus und das dritte an der Bushaltestelle. Vielleicht lag es an daran, dass es unser letzter Tag zusammen war.

"AYA" von Francesca Allen erscheint bei Libraryman. Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

more from i-D