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„am liebsten würde ich einfach nur jeden tag surfen“

Ein Plädoyer für mehr Gelassenheit im Leben (durch Surfen).

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Okt. 16 2015, 6:20am

OK, ich will hier weg! Am liebsten kündigen, an den Strand ziehen und einfach nur surfen. Im Surfteam von Roxy am besten. Zusammen mit den anderen Girls die Welt bereisen, die größten Wellen nehmen, am Abend Bier trinken und am nächsten Tag dann wieder dasselbe von vorn. Das wäre der Traum. Aber alles der Reihe nach. 

Wahrscheinlich ist es ein allgemeiner Charakterzug unserer Generation, dass wir immer weg wollen und neue Dinge erleben und sehen wollen. Ist auch verständlich. Wir sind Mitte Zwanzig, verbringen viel zu viel Zeit vor dem Computer, nur um uns am Abend den Schädel wegzuschießen und alles zu vergessen. Wir leben schnell und unaufhaltsam. Sind getrieben und wollen immer mehr. Auch wenn wir - wenn wir genau hinschauen - ein gutes Leben haben und uns nicht aufregen dürfen, leben wir in einer ständigen Unzufriedenheit, die durch Social Media, das ständige Online-Sein und Sharen von allem auch nicht besser wird.

Natürlich gibt es Ausnahmen, jedoch bin ich mir sicher, dass schon jeder, der diesen Text liest, nicht nur einmal so gedacht hat. Clevere Marketingbosse haben erkannt, wie viel Geld man mit uns gestressten Millennials verdienen kann. Mit Yogastunden, Relaxworkshops, Kochkursen oder Äpfel-Pflücken-Bauernhöfen außerhalb von Berlin - alles, was das Herz des Mittzwanzigers, der nicht zur Ruhe kommt, begehrt.

Kelia Moniz am Strand von Hossegor 

Letztes Wochenende haben ich jedoch entdecken dürfen, dass es auch anderes gehen kann. Dass es auch Leute in meinem Alter gibt, die nicht gestresst sind und ihr Leben mit einer Gelassenheit sehen, die ihresgleichen sucht. Ich rede von Surfern, speziell von den Surferinnen im Team von Roxy. Da gibt es zum Beispiel Justine Mauvin, die schon seit über fünf Jahren bei Roxy ist und neben dem Surfen auch noch erfolgreich singt. Oder die übercoole Kelia Moniz, die zu den besten Longboard-Surferinnen der Welt gehört, und die, wenn man sie fragt, was sie so den ganzen Tag macht, sagt: „Am liebsten würde ich einfach nur jeden Tag surfen. Ich bin seit zehn Jahren bei Roxy und es ist fantastisch, weil ich die Welt sehen kann und so viel herumkomme. Jedoch ist Surfen so ein Trend geworden, dass es manchmal aufgrund der immer größer werdenden Konkurrenz alles viel schwieriger geworden ist. Und trotzdem sind wir ein Team und alle miteinander befreundet. So wirkliche Bitchfights gibt es nicht." Weit weg scheinen Unterhaltungen über Bodyshaming, schlechtes Selbstwertgefühl und Angst um die Karriere, denn selbst, wenn die Prokarrieren vorbei sind, bleibt man Teil der Roxy-Familie, kann Praktika machen, sich weiterbilden und einen Job in der Firma bekommen. 

Eine weitere in der wohl coolsten (und wahrscheinlich gechilltesten) Girlgang der Welt ist Bruna Schmitz, deren Lachen einen mitreißt und die mir, als ich am Board liege und versuche mein Gleichgewicht zu halten, zuruft: „Denk immer dran, du warst born ready!" Klar, wer, wenn nicht ich. Wenn nicht wir.

Das Roxy-Surf-Team 

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Allgemein hat man in Hossegor das Gefühl, dass sowieso alles irgendwie egal ist. Nicht das abgedroschene Berliner „Scheiß drauf! Wir sind zu cool für alles!", sondern eine ehrliche Gelassenheit und Liebe zum Leben. Vielleicht ist es die Meeresluft oder das französische Essen, aber wahrscheinlich liegt es einfach am Surfen. An den kleinen Boys, die sich mutig in die Wellen werfen, und den Pärchen, die man trifft, die zusammen in die Küstenstadt gezogen sind, einfach nur um gemeinsam Wellen zu reiten und Musik zu machen.

Surfen macht automatisch sexy (man fühlt sich auch sehr sexy, wenn man seine erste Welle steht, ganz zu schweigen von dem Körper, den man ohne viele Anstrengungen vom täglichen Wellenritt bekommt) und es macht auf eine nicht zu beschreibende Art und Weise entspannt. Man hat das plötzliche Gefühl, dass alles nur halb so schlimm ist und fragt sich, warum man sich überhaupt jemals über Kleinigkeiten den Kopf zerbrochen hat. Habe ich zuvor noch über Hang-Loose-Getue gelacht, verstehe ich es nun voll und ganz. Und das meine ich auch wirklich so. 

Die Roxy-Girls machen es. Sie lassen die Dinge auf sich zukommen, sind releaxed und leben den Traum. Und auch wenn ich weiß, dass es bei mir noch länger nur eine Fantasievorstellung bleiben wird, sollte man nie aufhören zu träumen, oder? 

@roxy

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Credits


Text und Bilder: Alexandra Bondi de Antoni 

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