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Laut einer neuen Studie sind Jungs öfter in Cliquen als Mädchen

Vergiss alles, was du aus Highschool-Filmen gelernt hast.

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Juli 30 2018, 9:42am

Foto: Still aus Mean Girls

Nach den gängigen Geschlechter-Klischees leben junge Frauen in der Schule nur dafür, Teil einer Mädchen-Clique zu sein. Im Matheunterricht flüstern sie sich gegenseitig Geheimnisse zu, lästern über deine komischen Augenbrauen ab und spinnen sich ein Netz aus sozialer Ausgrenzung und Bestrafung. Die Jungs sind dagegen lässig und haben für solche Belanglosigkeiten keine Zeit.


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Diese Annahmen sind falsch, wie die Wissenschaftler von der London School of Hygiene & Tropical Medicine jetzt in einer neuen Studie herausgefunden haben. Dabei waren die Freundschaften unter jungen Menschen anfangs gar nicht der eigentliche Grund für die Studie. "Wir wollten herausfinden, warum die Schulen häufig Ausgangsorte für Infektionskrankheiten sind", sagt Dr. Clare Wenham. Ihr Team befragte 460 Schüler aus der 7. Klasse. Diese sollten sechs Monate lang jeden Tag festhalten, mit welchen Leuten sie herumhängen.

Laut den Ergebnissen würden Jungen dazu neigen, jeden Tag mit denselben Menschen zu verbringen. Die Mädchen hatten dagegen "größere Freundeskreise und Freundschaften mit lockeren Bindungen". Im Wesentlichen widerlegt diese Studie das Klischee, dass Mädchen hauptsächlich in kleinen Cliquen abhängen. Weibliche Freundschaften sind vielfältiger, nuancierter und müssen nicht immer so toxisch sein, wie sie in der Populärkultur dargestellt werden.

Natürlich heißt das nicht gleich, dass sie unproblematischer wären. "Männliche Freundschaften tendieren dazu, stabiler zu sein. Weibliche Freundschaften dagegen, sprunghafter zu sein", sagt Psychologin Dr. Terri Apte gegenüber BBC. "Das führt bei jungen Frauen zu dem Gefühl, dass sie Back-up-Freundschaften haben müssen, falls sie mit ihrer besten Freundin streiten. Mädchen fühlen auch einen höheren gesellschaftlichen Druck als Jungs, freundlich zu Menschen sein zu müssen, die nicht wirklich ihre Freunde sind, weil sie sie diese ja nochmal brauchen könnten."

Zwar klingt "sprunghaft" nicht nach der positivsten Beschreibung, aber es kann auch Vorteile bringen, Freunde in unterschiedlichen Settings zu haben. So können unterschiedliche Menschen deine unterschiedlichen Bedürfnisse abdecken. Wenn du in einer festen Clique bist, kann sich das klaustrophobisch anfühlen. Es wird Zeit, dass sich die Fiktion an die Realität anpasst und Stereotype geradegerückt werden.

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