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​"Jeder Look steht für eine Situation, die ich durchgestanden habe"

Aryuna Tardis wurde in ihrem Umfeld lange als 'anders' wahrgenommen. Nun nutzt sie Make-up und Instagram, um ihre Einzigartigkeit zu feiern.

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Mai 4 2018, 10:37am

Foto: Screenshots von Instagram

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Aryuna Tardis ist eine Schönheitsgöttin. Zumindest steht das auf ihrem Instagram-Account, dem mittlerweile 69,2k Menschen folgen. Das Mädchen aus Buryatiya, dem asiatischen Teil Russlands, hat sich nie wirklich so gefühlt, als würde sie irgendwo dazugehören. Das liegt vermutlich daran, dass ihre Eltern mit ihr in den europäischen Teil Russlands gezogen sind, als sie noch ein Kind war. Aryuna fiel natürlich sofort auf, schließlich sah dort keiner so aus wie sie. Aryuna fühlte sich einsam. Und was hilft am besten gegen Einsamkeit? Richtig, dagegen anzukämpfen.


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Anstatt sich ihrer Umgebung anzupassen, tat Aryuna genau das Gegenteil. Zuerst war es nur eine dicke, weiße Base Cream, dann kam schwarzer Emo-Liedschatten und schließlich Tattoos, Piercings und Haarfarben so bunt wie ein Regenbogen. Für Aryuna ist kein Look zu auffällig. Wie wäre es mit vier Augen auf einmal? Kein Problem. Oder doch lieber etwas, das an ein mittelalterliches Gemälde erinnert? Gern geschehen. Aryunas Looks sind so einzigartig, dass sie sogar die Aufmerksamkeit von L'Oréal erregt haben. Damit ist sie das beste Beispiel dafür, was passieren kann, wenn man nicht gängigen Schönheitsidealen folgt.

Hier erzählt sie uns ihre Geschichte.

"Meine erste Erfahrung mit Beauty-Produkten ging von meiner Mutter aus. Sie hat mir damals eine Base Cream gekauft, weil sie es Leid war, dass ich mir ständig Kosmetik von ihr geliehen habe.

Make-up war schon immer sehr wichtig für mich. Ich komme aus einem kleinen Ort, in dem es sehr schwierig war, sich cool anzuziehen – also habe ich immer nach einem Weg gesucht, wie ich mich selbst am besten ausdrücken kann. Ich habe alles dafür getan, um aus der Masse herauszustechen und war eines dieser Emo-Kids, die viel experimentiert haben: Ich habe meine Ohren, Lippen und meinen Nacken piercen lassen, Plugs getragen, viele Tattoos gehabt und meine Haare in allen möglichen Farben gefärbt. Was Beauty betrifft, entspreche ich nicht gerne der Norm.

Ich erinnere mich noch gut daran, als ich meine Haare zum ersten Mal Rot gefärbt habe – wegen des Paramore Videos zu Crushcrushcrush. Ich wollte wie Hayley Williams aussehen und bin deswegen fast von der Schule geflogen. Unser Schuldirektor meinte, es wäre zu provokativ. Die Ironie daran ist, dass mir seine Enkelin jetzt auf Instagram folgt.

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Die meiste Zeit meiner Kindheit habe ich mit europäisch aussehen Leuten verbracht, was mich mich immer wie einen Außenseiter fühlen lassen hat. Meine Augen haben eine andere Form und mein Gesicht sieht generell anders aus. Ich habe versucht, davor wegzurennen. Alles sollte anders werden.

Ich habe nie etwas gemacht, weil es gerade im Trend ist, sondern es war meine Art mit schmerzhaften Gefühlen umzugehen. Viele Leute schreiben mir private Nachrichten und sagen mir, wie cool ich sei – ich versuche sie immer dazu zu ermutigen, genau das Gleiche zu tun: Drück deine Persönlichkeit auch nach außen hin aus und werde zu dem Menschen, der du in deinem tiefsten Inneren wirklich bist.

Ich poste viele verschiedene Looks auf Instagram. Jeder hat eine Geschichte, die ich auf Twitter oder meinen YouTube-Kanal teile oder steht für eine Situation, die ich durchgestanden habe.

Heutzutage gibt es so viele Menschen, die genau gleich aussehen. Ich war hingegen schon immer ein Fan davon, seine Einzigartigkeit auch nach außen hin zu zeigen. Vielfalt ist so wichtig, du musst dich wohl in deinem Körper fühlen, egal wer du bist und wie du aussiehst. Die Beauty-Industrie fängt endlich damit an, die Leute so zu akzeptieren, wie sie sind. Hoffentlich wird das in Zukunft auch so bleiben."

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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