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dieses mode-buch feiert die einfachheit und macht des t-shirts

Wir blättern gemeinsam mit i-D Fashion Director Alastair McKimm und dem New Yorker Kreativchef Ryan Willms durch die Archive von Stüssy und werfen einen exklusiven ersten Blick in “An IDEA book about T-shirts by Stüssy“.

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Aug. 29 2017, 8:09am

Fotografía Daniel Jackson

Dieser Artikel erschien zuerst bei VICE UK.

Alastair McKimm und Ryan Willms sind etwa 8.000 Kilometer voneinander entfernt aufgewachsen — der i-D Fashion Director an der Nordküste Irlands, und Ryan in Vancouver Island. Und beide waren schon als Teenager total verrückt nach Stüssy.

Im Laufe von fast 40 Jahren hat sich das südkalifornische Label zur weltweit führenden Marke der Surfer-, Skate-, Rave- und HipHop-Szene entwickelt. "Das Coole an Stüssy ist, dass es zu unterschiedlichen Zeitpunkten in verschiedenen Teilen der Welt von so vielen Subkulturen angenommen wurde. In Kalifornien war es die Skate- und Surf-Community, in New York die HipHop-Leute und in London die Raver", erklärt Ryan. "Die Marke hat nicht nur an verschiedenen Orten eine eigene Bedeutung, auch die unterschiedlichen Generationen verbinden damit jeweils etwas anderes."

Foto: Ryan Willms

In ihrem beeindruckenden neuen Buch setzen sich Alastair McKimm und Ryan Willms mit Stüssys interkulturellem und kontinentübergreifenden Erbe auseinander, und zwar, indem sie sich ausschließlich auf das allgegenwärtigste, demokratischste, machtvollste und ikonischste Kleidungsstück überhaupt konzentrieren: das T-Shirt.


Auch auf i-D: Wir waren mit Gotha Rubchinskiys Crew unterwegs


An IDEA book about T-Shirts by Stüssy ist ohne Zweifel eine der aufregendsten Mode-Publikationen des Jahres. Sie umfasst kuratierte Fotos aus dem Stüssy-Archiv aus vier Jahrzehnten: Schnappschüsse von hinter den Kulissen, die ersten Kampagnen, handgezeichnete Grafiken und Modestrecken. Außerdem gibt es Interviews mit den T-Shirt-Experten von heute wie Brendon Babenzien, Cali Thornhill-Dewitt und Venus X zu lesen.

Foto: Inez & Vinoodh
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Schon allein dadurch ist das Projekt einzigartig. Das Beste an Alastairs und Ryans Werk ist aber ganz klar die Art, wie die beiden Stüssys sagenumwobene Geschichte aufgefächert haben. Während ihrer Archivsuche sind sie auf ein paar T-Shirts aus den 80ern und 90ern gestoßen. Diese haben sie dann an eine Gruppe von Fotografen geschickt und sie darum gebeten, neue Fotos mit den T-Shirts zu machen.

Die Liste der mitwirkenden Modefotografen ist ziemlich beeindruckend: Größen der Modewelt wie Alasdair McLellan, Amy Troost, Ari Marcopoulos, Collier Schorr, Dan Martensen, Daniel Jackson, Glen Luchford, Inez und Vinoodh, Josh Olins, Mario Sorrenti, Terry Richardson und Willy Vanderperre haben Bilder entstehen lassen, die ebenso inspirierend und vielfältig sind wie ihre Arbeiten für i-D.

Foto: Collier Schorr

Zur Feier des Launches haben wir uns mit Alastair und Ryan über ihre frühesten Erinnerungen an Stüssy unterhalten und einen Blick in ihr neuestes Werk geworfen.

Foto: Alasdair McLellan

Was war euer erstes Teil von Stüssy, an das ihr euch erinnern könnt? Und wofür hat die Marke gestanden, als ihr Teenager wart?
Alastair: Stüssy ist für mich eine Marke, mit der jeder aufgewachsen ist. Als ich die ersten Fotos von der Kollaboration auf Instagram gepostet habe, haben mir Freunde aus Australien, Japan, und von überall aus der Welt, geschrieben und gesagt: 'Wow, wie cool, du machst was zusammen mit Stüssy.' Für mich stand es besonders für diese Kreuzung aus Surf- und Skatekultur, was damals total mein Ding war.
Ryan: Ich bin an der Westküste Kanadas aufgewachsen, wo Stüssy nicht so bekannt war. Aber als ich noch klein war, bin ich mit meinen Eltern oft nach Hawaii gereist, wo es viele Surf-Läden gab und alle Stüssy getragen haben.
Alastair: Ich erinnere mich noch, dass ich in den 90ern dieses Sweatshirt hatte, auf dem vorne eine kleine Figur mit kaputter Krone zu sehen war. Darunter stand 'Knowledge is King'. Ich weiß zwar nicht mehr, woher ich es hatte, aber der Schnitt des T-Shirts für die Special Edition orientiert sich teilweise an genau diesem alten Sweatshirt — an der Figur mit der Krone. Es wurde aber auch von dem Foto von Natalie Westling beeinflusst, das Willy Vanderperre und ich mal für i-D gemacht haben. Natalie trägt darauf ein Stüssy-Shirt verkehrt herum auf ihren Armen, wir haben uns also diese Silhouette als Vorlage genommen und ein bisschen damit gespielt. Die Grafik ist jetzt eine Art Hommage an die old school Stüssy-T-Shirts aus den 80er Jahren.

Foto: Dan Martensen

Es erinnert ein wenig an das Bild, das Tyrone Lebon in Jamaika von einem kleinen Jungen in der Stüssy-Krone gemacht hat.
Alastair: Genau, darauf wollten wir auch anspielen. [Die jetzige Grafik] beinhaltet all diese Elemente und verbindet sie auf neue Art miteinander.
Ryan: Das war es, was Shawn [Stüssy] so unglaublich gut konnte. Er hat sich die Ideen aus der ganzen Welt geholt — von Comme des Garçons oder auch aus Lyrics der Talking Heads, und hat daraus etwas Neues entstehen lassen.

Ich finde, dass ihr diesen Ethos mit eurem Buch perfekt umgesetzt habt. Wonach habt ihr die Fotografen ausgesucht, mit denen ihr für die neuen Porträts zusammengearbeitet habt?
Alastair: Es sind viele, sehr unterschiedliche Fotografen. Wir wollten unterschiedliche Stimmen mit dabei haben. Aber im Grunde sind es einfach alles Leute, mit denen wir uns super verstehen. Es mussten Menschen sein, die wir einfach anrufen und ihnen das Projekt persönlich erklären konnten. Ich habe T-Shirts ausgesucht, die meiner Meinung nach am besten zur Ästhetik des jeweiligen Fotografen gepasst haben. Danach konnten sie tun, was auch immer ihnen in den Sinn kam.

Foto: Glen Luchford

Haben euch einige der Ergebnisse überrascht?
Alastair: Auf gewisse Weise haben das alle. Man wirft eine Idee in den Raum und schaut, was dabei herauskommt. Jeder hat etwas anderes gemacht. Willy hat zum Beispiel ein Stillleben gemacht. Mario hat Freja fotografiert, und es sieht fast wie ein Gemälde aus. Dan Jackson hat einen Tag lang ein offenes Casting gehalten und Hunderte von Leuten in dem T-Shirt fotografiert. Inez und Vinoodh haben ein Foto nachgebildet, das sie vor zehn Jahren aufgenommen hatten — ihr Sohn mit einem Schulfreund. Amy hat Syd, meinen Assistenten, und die Tochter einer Freundin von uns in dem selben T-Shirt fotografiert. Und Terry hat Skinny in dem T-Shirt auf einer Toilette in Woodstock abgelichtet.

Foto: Terry Richardson
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Und was genau hat es mit dem Archiv-Kapitel im Buch auf sich?
Alastair: Es ist eine Handbibliothek, die ich für immer benutzen werde!
Ryan: Es sind alte Kampagnen und Fotos, die meine Freunde gemacht haben und die nie veröffentlicht worden sind. Es sind handschriftliche Grafiken und Anleitungen für die T-Shirt-Grafiken. Wir haben auch ein paar Bilder gefunden, die Terry 2001 gemacht hat. Wenn man bei dem archivarischen Kapitel ankommt, taucht man schon nach wenigen Seiten in eine alte Welt ab. Es sind also eigentlich fast zwei Bücher in einem.
Alastair: Es ist wie eine kleine Zeitkapsel. Die Fundstücke ergänzen die Geschichte der Marke. Ich war echt überrascht, als mir auffiel, wie viele Bilder ich noch nie zuvor gesehen habe.

Foto: Josh Olins

In dem Buch gibt es auch recht viel Text.
Ryan: Der erste Essay ist von Gary Warnett — die ultimative Enzyklopädie, weil er einfach alles weiß! Es gibt auch eine Handvoll Interviews zum Thema T-Shirt, mit Leuten, die dieses besondere Kleidungsstück auf die ihre eigene Art und Weise für sich genutzt haben. Das T-Shirt ist ein tolles Medium für Kunst, Politik und Subkulturen. Ich wollte auf genau diese Art über das T-Shirt sprechen, um zu zeigen, was für ein wichtiges und demokratisches Medium es ist.

Photography Ari Marcopoulos

T-Shirts sind eine Art, zu kommunizieren, ohne mit jemandem zu sprechen. Und euer Buch fängt all diese unterschiedlichen Seiten ein.
Alastair: Wir haben uns an das T-Shirt als allgegenwärtiges Kleidungsstück gewöhnt. Wenn man aber genauer hinschaut, gibt es so viel, was man da analysieren könnte. Ich habe ein schwarzes Stüssy-Shirt, dass ich total abgetragen habe. Je abgenutzter und ausgewaschener es wurde, desto mehr gefiel es Amy, und sie hat angefangen, es zu tragen. Mittlerweile ist es grau, ärmellos und ihres.
Ryan: Als ich David von IDEA das erste Mal getroffen habe, hat er über das Projekt gesagt, dass die Marke nun den Leuten gehört, die sie über die Jahre hinweg adaptiert haben. Ich glaube, dass auch wir zu diesen Leuten gehören.
Alastair: Wir schmeißen in der Modewelt oft mit dem Wort "Tribe" um uns, aber Stüssy ist das wirklich.
Ryan: Es ist eine so geschichtsträchtige Marke, die ein ganzes Genre mit etwas so Schlichtem wie einem T-Shirt ins Leben gerufen hat.

An IDEA book about T-Shirts by Stüssy von Ryan Willms und Alastair McKimm ist ab jetzt erhältlich.

Foto: Mario Sorrenti
Foto: Willy Vanderperre

Foto: Amy Troost
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