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jenny longworth ist die frau hinter dem nageldesign für rihanna und gucci

Die Nail Artist erklärt uns im Interview das Geheimnis von Nail Art und wie auch du erfolgreich im Beauty-Business wirst.

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Juli 26 2017, 2:25pm

Dieser Artikel erschien zuerst auf i-D US.

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Wenn die Karriere der Nageldesignerin und Nadelpflegerin Jenny Longworth eines beweist, dann dass es lohnt, das zu machen, worin man gut ist. Als Teenager ließ sie sich ihre ersten Acryl-Nägel machen, um ihre angeknabberten Fingernägel zu verstecken; heute ist sie für die Nägel von Stars wie Rihanna, Adele und Jessie J verantwortlich und zählt Gucci und Topshop zu ihren Kunden.

Longworths Kreationen (zu denen Designs mit Perlen und in Tinte getauchten Fingern gehören) sind immer makellos schön und chic. Das liegt vielleicht daran, dass sie Perfektionistin ist und mit ihrem eigenen Nageldesign angefangen hat, weil sie insgeheim wusste, dass sie es sowieso besser machen würde. Nachdem sie auf der Abendschule einen Kurs in Nageldesign besuchte, hing sie ihren Schauspieltraum an den Nagel und schrieb sich am London College of Fashion für Make-up-Design ein.

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Das sollte der Beginn einer großen Karriere werden. Zu ihren Kundinnen gehören Stars, die ihr nicht nur blind vertrauen, sondern mit denen sie sich auch angefreundet hat, und im Mai hat sie reden von sich gemacht, als sie als Lead Manicurist für das Nageldesign der Gucci-Cruise-Show 2018 verantwortlich war. Zusammen mit Creative Director Alessandro Michele und anderen kreierte sie 3D Nail Art mit Vintage-Schmuck. Neben all den Fashionshows und Editorials findet die in Birmingham geborene Kreative auch noch Zeit dafür, als Markenbotschafterin für Revlon und Cosultant für große Brands zu arbeiten. Mit uns hat sie darüber gesprochen, wie sie ihre Nische gefunden hat, warum ihre Arbeit für i-D ihr Durchbruch in der Industrie war und was sie über den Trend nude-farbener Nägel denkt.

Was macht ein Nail Artist?
Die Leute unterschätzen den technischen Aspekt. Die denken sich nur "Du machst also nur Nägel? Kein Make-up? Nur Nägel?". Das ist eine Wissenschaft für sich. Du musst dein Produkt kennen, wie die Nägel halten und was du tun musst, wenn etwas schiefläuft.

Wie bist du darauf gekommen, dich nur auf Nägel zu konzentrieren?
Ich war zum einen gut darin. Zum anderen hatte ich das Gefühl, dass ich mich schneller im Nageldesign weiterentwickeln kann als bei Make-up. Und der Zeitpunkt war einfach günstig. Die Unternehmen fingen an, eine Person am Set zu haben, die sich nur auf Nägel spezialisiert. Davor war es so, dass die Make-up-Artist eben noch schnell Nagellack auftragen sollten. Natürlich gab es auch damals schon großartige Nail Artists wie Marian Newman und Andrea Fullerton. Die kannst du allerdings an einer Hand abzählen. Meine erste Editorial-Erfahrung habe ich 2005 für i-D gesammelt.

Auf Instagram schreibst du über den Look des Sommers: Minimalist Nail Art. Welche anderen Trends im Nageldesign sollten wir im Auge behalten?
Generell würde ich sagen, dass Nageldesign insgesamt wieder stärker im Kommen ist. Eine Zeitlang war es tot. Alles war "Nude 90s" oder "Chic". Guccis Cruise Show 18 hat das geändert. Auf Instagram sehe ich einen Monat später Nägel mit Swarovski-Kristallen oder anderen Effekten.

Du hast an dieser Show mitgewirkt. Wie war es, Alessandro Micheles Vision zu interpretieren und dann deine Interpretationen zitiert zu sehen?
Das war so befriedigend. Als Nail Designer machst du ständig Nägel im Nude-Look. Das wird ein bisschen eintönig und du denkst dir dann nur "Was bringt das?". Aber etwas wirklich Kreatives zu entwerfen und zu sehen, wie andere es dann interpretieren und dann den Mainstream erreicht. Das ist es doch, worum es in der Mode geht.

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Die Zusammenarbeit mit Alessandro ist aufregend. Es geht mit ihm immer darum, noch etwas hinzuzufügen und noch etwas. Er hat mir eine Richtung vorgegeben und ich interpretiere sie und experimentiere mit Mint-Farben, mit Schattierungen und Finishes. Für ihn sind Nägel ein weiteres Accessoire und eine weitere Möglichkeit, sich kreativ auszudrücken. Das ist wirklich schön.

Foto: Alasdair McLellan [The Here and Now Issue, No. 340, 2015]

Wie hat sich die Beauty-Industrie verändert?
Wir mussten früher wirklich raus und Kontakte knüpfen. Heute ist das leichter. Für die Jüngeren ist die Welt nur einen Mausklick entfernt. Das ist aber oft auch ein diametraler Prozess, weil die Leute so schlechte Gewohnheiten aufnehmen. Durch YouTube-Tutorials kannst du nichts lernen. Woher willst du denn wissen, dass das, was die da tun, sicher und der richtige Weg ist?

Dein Instagram-Account hat fast 30.000 Follower. Wie beeinflusst Social Media deine Arbeit?
Ich habe eine Hassliebe dazu. Auf der einen sind die sozialen Medien positiv und aufregend. All die neuen Nail Artists heutzutage haben einen anderen Background und Social Media bietet ihnen viele neue Spielwiesen. Aber mittlerweile ist es so, dass Brands nur noch Leute einstellen, die auf Instagram sind. Ich fühle mit den Make-up-Artists, die bereits seit Jahren im Geschäft sind und den Vertrag nicht bekommen, weil es dann Blogger gibt, die das erst seit Kurzem machen, aber trotzdem den Zuschlag erhalten. Aber letztlich interessiert das die Brands nur. Sie wollen nur die Aufmerksamkeit.

Foto: Alasdair Mclellan [The 35th Birthday Issue, No. 337, 2015]

Was sind deine i-D Lieblingsshootings, an denen du mitgearbeitet hast?
Ich habe das Shooting mit Kate Moss geliebt, das war der Wahnsinn! Und das mit Adele. Ich habe sie da zum ersten Mal getroffen und das bildete den Anfang einer langen Zusammenarbeit.

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Wo siehst du dich in zehn Jahren?
Mein Traum ist es, meine eigene Produkt-Linie zu haben. Jeder fragt mich, warum ich das nicht jetzt schon mache. Aber ich glaube, dass der richtige Zeitpunkt kommen muss. Das ist ein großes finanzielles Risiko. Und momentan mag ich einfach meinen Job zu sehr. Wenn ich zu Hause bin, kann ich mich entspannen. Ich werde zwar 34, fühle mich aber immer noch wie eine 16-Jährige! Ich glaube nicht, dass ich dafür schon bereit bin. Babysteps. Durch die Zusammenarbeit mit Revlon habe ich viel darüber gelernt, wie man eine Brand promoten und wie man Produkte verkaufen muss. Ich bin noch Beraterin einer anderen Marke und lerne so viel über Mixturen und probiere verschiedene Töne aus. Genau das möchte ich auch als Nächstes machen. Das wird schon noch.

Credits


Text: André-Naquian Wheeler
Foto: Screenshots von Instagram

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