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Kanyes Paparazzi-Kampagne könnte illegal sein

Ups.

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Feb. 2 2018, 9:38am

Foto: Screenshots von Instagram/Instagram

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Zur Kampagne von Yeezy Season Six nutzte Kanye West die gleiche Taktik wie Boulevardzeitungen, um maximale Klickzahlen zu erreichen: Paparazzi-Bilder. Wer kennt sie nicht? Die Fotos von berühmten Menschen, die – oh, Überraschung ­– auch einen normalen Alltag haben. Kim Kardashian erledigt Dinge, Sarah Synder im Kim-Kardashian-Kostüm erledigt Dinge und Parils Hilton im Kim-Kardashian-Kostüm erledigt auch Dinge. So weit, so gut.


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Doch dabei gibt es nur ein kleines, rechtliches Problem: Es könnte illegal sein. Alles, was auf Instagram in irgendeiner Form promotet wird, muss eindeutig als gesponserter Post gekennzeichnet werden. Laut einem Bericht der Kollegen von The Fashion Law können Werbekampagnen dann eine Ausnahme sein, wenn für jeden offensichtlich ist, dass es sich um eine solche handelt.

Und genau das ist Problem der Yeezy-Kampagne. Sie erinnert an Paparazzi-Schnappschüsse und nicht an eine leicht erkennbare Werbekampagne. Es besteht die Möglichkeit, dass User nicht wissen, dass es sich bei den Bildern um eine Werbekampagne für Kanyes Label handelt. "Die meisten Verbraucher haben vermutlich keine Ahnung, dass die Fotos Teil einer formalen Werbekampagne sind, für die die Models entschädigt wurden", heißt es weiter.

2015 gab es bereits einen ähnlichen Fall, bei dem die amerikanische Wettbewerbsbehörde, die Federal Trade Commission, gegen die Marke Lord & Taylor ermittelte. Der Modehändler hatte 50 Influencer dafür bezahlt, Fotos mit der Kleidung auf ihren Accounts zu posten. Diese wurden aber nicht als bezahlte Werbung gekennzeichnet. Letztlich haben sie sich geeinigt: Das Unternehmen muss fortan sicherstellen, dass alles deutlich als Werbung gekennzeichnet wird, wenn es sich um eine solche handelt.

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Yeezy ist nicht das einzige Label, das gerade auf Paparazzi-Schnappschüsse setzt. Balenciaga hat ebenfalls eine ähnliche Kampagne lanciert. In einer Welt, in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion mehr und mehr verschwimmen, muss eindeutig gekennzeichnet werden, wo Kreativität aufhört und Business beginnt.

Dieser Artikel stammt von unseren Kollegen aus der UK-Redaktion.

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