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Sex und Social Media: Die Mädels verändern das Gesicht des Feminismus’ im Web

Herzchen, Smileys und #shares, oh my! Die Frauen, die das Web in ihrer Hand haben, Petra Collins, Phoebe Collings-James, Karley Sciortino, Arvida Byström und Alexandra Roxo, sind die Riot Grrrls der digitalen Generation – angefangen bei ihren bonbonfarbenen Blogs bis zu ihren zuckersüßen Selfies. Wir haben die Girls getroffen, die den Feminismus von den Spinnweben der Vergangenheit befreit haben, um über Sex, Social Media und darüber zu reden, warum es so viel Spaß macht, heute eine Frau zu sein.

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Haltet ihr euch für Feministinnen?
Karley: Aber natürlich sehe ich mich als Feministin, denn ich finde, dass Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten. Aber ich sage immer wieder, dass das, was ich mache, mehr ein Produkt von dem ist, was Feminismus erreicht hat, und keine sture Feministinnen-Aktionen an sich. Ich will einfach nur großartige, bedeutsame Arbeit machen, die ein breites Publikum erreicht und nicht nur eine Gruppe toleranter Frauen, die sowieso schon so denken wie ich.
Phoebe: Ja! Natürlich.
 
Haben das Internet und Social Media die Art, wie Frauen repräsentiert werden und wie sie sich selbst repräsentieren, geändert?
Arvida: Durch das Internet haben jetzt sehr viele Menschen die Tools, sich selbst zu vertreten und können ihrer Kreativität freien Lauf lassen, wozu sie sonst nicht in der Lage gewesen wären.
Alexandra: Der Körper der Frau und ihr äußeres Erscheinungsbild waren schon immer ein heißes Thema, nur dass sich der Blick jetzt darauf selbst richtet. Soziale Medien haben die Art, wie Frauen repräsentiert werden nicht geändert, aber sie haben im wahrsten Sinne des Wortes die Plattformen für diese Veränderung geschaffen.
Karley: Ich glaube, dass Social Media und das Internet die Art, wie Frauen repräsentiert werden drastisch geändert haben, da es Frauen erlaubt, sich selbst darzustellen. Der Mittelsmann fällt weg.
Phoebe: Es hat das Potential, Frauen extrem zu stärken, wenn es darum geht ihnen eine lautere Stimme zu geben. Ideen und Informationen werden ausgetauscht. Ich finde, es liegt an den Frauen selbst, in die Hand zu nehmen, wie sie gesehen werden.
 
Hat es verändert, was wir unter Feminismus verstehen?
Alexandra: Ja, ein wenig. Feminismus kann jetzt online zum Ausdruck kommen. Mit jedem Post, jedem Foto und Thema, das du teilst, hast du die Möglichkeit, ein Statement abzugeben. Früher war Feminismus viel direkter und schonungsloser. Heute kann das Foto, dass ein Mädchen von ihrem Doppelkinn postet oder worauf man Cellulite sehen kann, als feministisch interpretiert werden.
Karley: Für mich ist Feminismus nicht subjektiv. Es ist eine der großen Freiheitsbewegungen der Menschheitsgeschichte, der Moment vom Patriarchat zur freien Demokratie. Und seitdem ist es für Frauen viel einfacher geworden, sich gegen das Patriarchat auszusprechen.
 
Glaubt ihr, dass es einen negativen Einfluss auf Frauen haben kann?
Phoebe: Es ist wichtig für Frauen, sich nicht von so langweiligen Konzepten wie Schönheit und Intelligenz einlullen zu lassen, die das Internet antreibt. Diätpillen, Oberschenkellücken, Schönheitsoperationen, Klatschspalten.
Arvida: Alles hat auch seine schlecht Seite. Das Internet besteht generell aus sooo viel Content um des Contents Willen. Das beinflusst uns alle negativ.
Alexandra: Auf jeden Fall! Instagram ist eine kuratierte Welt. Manchmal sogar kunstorientiert! Menschen zeigen die schönen Dinge aus ihrem Leben und lassen alles hip und wunderbar aussehen, auch wenn das Leben offensichtlich nicht immer so ist. Junge Mädchen scrollen durch Celebrity-Pics und sehen etwas total Unrealistisches. Es gibt nur wenige prominente Vorbilder da draußen.
 
Worin besteht in den sozialen Medien der Unterschied zwischen der Sexualisierung von Frauen und dem Ausdruck weiblicher Sexualität?
Alexandra: Na ja, hier kommt natürlich der männliche Blick ins Spiel. Wenn eine Frau einen Blog hat, auf dem sie ihre Sexualität ausdrückt, zum Beispiel Karleys Blog Slutever, kann Karley Fotos von ihren Brüsten posten und ihr Sexleben diskutieren, um ihrer Sexualität Ausdruck zu verleihen. Wenn ein Typ einen Blog über Karleys Brüste machen würde, dann würde sie sexualisiert werden.
Karley: Es ist etwas anderes, selbst zu entscheiden, sich über seine Sexualität zu äußern, als wenn eine Frau sexualisiert wird, ohne Einwilligung oder Kontrolle.

slutever.com
phoebecollingsjames.com
arvidabystrom.se
beherenowish.com