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Tyler The Creator scheißt auf warme Milch, Drecks-Rap und Instagram-Kiddies

Als Mitglied von Odd Future, Producer, Rapper, Writer, Regisseur und Schauspieler ist Tyler The Creator eine von Pop-Kulturs faszinierendsten Persönlichkeiten. Jenseits jeder Erwartungshaltung oder Selbstbegrenzung unterwegs, ist der vielschichtige Künstler aus L.A. nicht daran interessiert, Grenzen zu überschreiten; viel mehr verneint er deren Existenz. Als Tyler mit seinen Freunden nach San Francisco kam und fragte, ob i-D nicht ein paar Bilder machen wolle, einfach weil deshalb, gab es für ihn den Doppel-Daumen nach oben. Es gibt kein Album zu pushen, keine PR für weiß der Geier zu machen; einfach nur mal wieder reden, einfach so zum Spaß.

Speck, Bohnen und englisches Frühstück …
„Europa hat das schlechteste Essen von allen. Das ganze Essen links und rechts neben Amerika ist echt scheiße widerlich. Ich hasse es, es macht mich depressiv. Es zwingt mich dazu, Veganer und Vegetarier und total schräg zu sein, weil’s da nichts zu essen gibt. Nur Haferflocken, Bohnen und so’n Dreck – ihr ekelhaften Spinner. Es ist sieben Uhr morgens und ihr esst Bohnen und eine ganze Tomate und danach seid ihr fertig für den Tag. Was soll der Scheiß?! Und alle lieben warme Milch. Ich gehe auf Festivals und denke ‚Hmmmm, vielleicht sollte ich mir ein Müsli reinziehen, denn das ist der einzige normale Scheiß, den’s hier gibt.‘ Aber nicht genug, dass ihr nur Haferflocken ohne die guten Frühstücksflakes habt, die mit Geschmack und so, ihr stellt auch die Milch nie in den Kühlschrank. WHAT THE FUCK? Und dann der Speck … Niemand brät ihn oder packt ihn in die Mikrowelle oder so, nein, ihr kocht ihn in heißem, beschissenem Wasser und gebt das dann so raus. Das ist abgefuckt, rassistisch und ignorant. Hahaha.“

London und Grand Theft Auto zocken mit Adele …
„Ich liebe London, London ist geil, ausgenommen, dass ihr hier kein Sonnenlicht habt. Jedes Mal, wenn ich hier bin, regnet es und so Scheiß. Wo zum Teufel ist die Sonne überhaupt? Wirklich, London ist total in Ordnung. London und ich kommen klar und ich kann noch nicht mal erklären, warum. Oh Scheiße, ihr habt Cara [Delevingne], Cara ist aus London, deshalb. Cara ist großartig. King Krule ist aus London. Ich liebe King Krule und XL gibt es auch da draußen, ich liebe XL. Ich habe Adele beim Marshall-Gig [Eminem, Wembley] getroffen und sie kam auf mich zu gerannt und sagt so: ‚Tyler, ich bin’s!‘ Und ich so: ‚Wer zum Teufel bist du?!‘, weil’s so dunkel war. Und sie so: ‚Ich bin’s, Adele.‘ Und dann ich so: ‚Oh mein Gott!‘ und wir haben uns umarmt. Danach sagt sie so: ‚Wie läuft’s denn so, wie geht’s deiner Mum?‘ Und ich sag so: ‚Gut, wie geht’s dir?‘ Ich glaube, sie hat meine Mutter mal bei den VMAs getroffen und sie haben sich ein bisschen unterhalten. So läuft das, sie ist toll. Vor ein paar Jahren haben ich und Adele Grand Theft Auto im XL-Büro gezockt. Wir haben Leute gekillt, das war Hammer, ich liebe sie verdammt noch mal. Ich freue mich sehr für sie. Sie ist echt toll. Die Leute denken vielleicht, dass sie, wegen ihrer Musik, langweilig ist oder immer ernst und traurig. Aber diese Frau ist einfach nur fröhlich und macht gute Laune. Sie ist großartig, ich liebe sie.“

Stylisten, Steaks und Rap-Kultur …
„Ich hasse verdammt noch mal Rap-Musik. Scheiße, dass ich ein Rapper bin und mit diesen dummen Wichsern in einem Boot sitzen muss. Ich wünschte, ich wäre in einer Rockband. Ich versuche nicht, mich größer zu machen als ich bin oder so’n Scheiß. Ich bin nun mal ein Rapper. Aber manche von den Leuten sind so unglaublich schlecht, Mann. Typen mit Stylisten, die können nicht für sich selber denken. Oder sie hören Songs, die gerade im Kommen sind, und versuchen, sie zu kopieren, weil alle anderen drauf stehen und hoffen, dass er genauso erfolgreich sein wird. Ich hasse all diese Rapper, Mann. Ich wünschte, die Leute würden mich einfach nur fragen, welche Musik ich mag und nicht, auf welche Art Rap ich stehe. Die denken, nur weil ich ein Rapper bin, dass das Einzige, was ich höre und worauf ich achte, diese anderen arschdummen N*ggas sind, die auf Instagram ihre Steak-Bilder hochladen, sagen, dass sie grad aufgestockt haben und 700 Dollar für ein bekacktes Steak ausgegeben haben – ihr seid so dumm. Bescheuerte Idioten, was für beschissene Trottel. Ich reg mich nur auf Alter, versuche hier nur, meine Meinung rüberzubringen und über was für’n Scheiß ich nachdenke. Entschuldige, dass ich so schimpfe, Mann …“

Instagram + instant gratification …
„Instagram ist der Hammer, ich liebe es. Aber wenn ich nicht auf Instagram bin – erstens: nicht alles, was ich tue, hau ich auf Instagram raus, und zweitens: wenn ich nicht auf Instagram bin, lebe ich mein Leben. Ich habe Spaß. Ich häng nicht nur rum und mache was, damit ich es ins Internet stellen kann. Ich mache den ganzen Scheiß, weil das Leben einfach großartig ist, das ist der Unterschied. Es ist so, als müssten die Kids alles, was passiert, filmen und fotografieren, anstatt einfach mal zu chillen, Spaß zu haben und Erinnerungen zu schaffen, von denen sie anderen erzählen können. Die Kids twittern irgendeinen Scheiß, nur um Retweets zu bekommen. Echt, haltet einfach die Fresse. Ich klinge wie ein Heuchler, denn ich habe eine TV-Sendung und es gibt YouTube-Videos von uns und all den Gigs und du kannst auf mein Instagram gehen … Aber die cleveren N*ggas kapieren, was ich versuche zu sagen. Manchmal gerate ich so aus der Fassung, so krass, werde so ekstatisch wegen irgendeinem Scheiß, dass mein Gehirn einfach heiß läuft und es schwierig ist, zu artikulieren, was ich eigentlich sagen will. Deshalb komme ich manchmal rüber, wie ein Vollidiot …“