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      film Colin Crummy 18 Mai 2017

      10 filme, auf die wir uns dieses jahr in cannes freuen

      Seit gestern sind alle Augen der Filmwelt auf Cannes gerichtet. Die 70. Filmfestspiele sind gestartet. Wie jedes Jahr wird an der Croisette das Beste des internationalen Kinos gezeigt. Neben Neuem von Lynne Ramsay, “Tangerine“-Regisseur Sean Baker und einem ersten Vorgeschmack auf die neuen Folgen von David Lynchs “Twin Peaks“ verraten wir dir, was dieses Jahr sonst noch sehenswert ist.

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      You Were Never Really Here
      Sechs Jahre nach We Need to Talk About Kevin kehrt Lynne Ramsay mit einer weiteren Literaturadaption auf die große Leinwand zurück. Der Film You Were Never Really Here basiert auf Jonathan Ames gleichnamigen Kurzgeschichte über einen ehemaligen FBI-Agenten, der Kinder aus der Prostitution rettet und ihre Zuhälter mit einem Hammer zu Tode prügelt. Die Hauptrolle besetzt Joaquin Phoenix, der die 14-jährige Ekaterina Samsonov retten will. Ohne viel zu verraten: Es läuft nicht alles nach Plan.

      Wonderstruck
      Todd Haynes wird sich gerne an Cannes erinnern. Sein Film Carol sorgte 2015 für Begeisterung beim Publikum. Der neueste Film des amerikanischen Regisseurs geht aber in eine andere Richtung. Wonderstruck ist die Verfilmung des Jugendromans Wunderlicht von Brian Selznick und erzählt die Geschichte von zwei gehörlosen Kindern im Verlauf von 50 Jahren, deren Leben miteinander verbunden sind. Juliane Moore und Michelle Williams spielen die Hauptrollen, doch man wird wohl vor allem über die übernatürlichen Elemente in diesem Film sprechen.

      Okja
      In der Zusammenarbeit zwischen dem südkoreanischen Regisseur Bong Joon-ho, dem britischen Autoren Jon Ronson und Netflix, geht es um Okja, ein bisher unbekanntes Tier, das ein junges Mädchen vor bösen Unternehmen schützen muss. Da es sich um den Regisseur hinter dem exzellenten Thriller Snowpiercer handelt, wird auch sein neuestes Werk kaum gewöhnlich sein. Tilda Swinton spielt die Wissenschaftlerin, die Okja erfunden hat. Der Film gehört zu den ersten Cannes-Filmen, die wir uns direkt auf Netflix anschauen können. Dort ist er ab dem 28. Juni verfügbar.

      Good Time
      Robert Pattinson, genau wie sein Twilight-Co-Star Kristen Stewart, ist zu einem Dauergast in Cannes und auf den A-Festivals geworden. Dieses Jahr spielt Pattinson im Gangster-Film Good Time der Brüder Josh und Benny Safdie einen Bankräuber, der vor der Polizei flieht. Nach seinen von der Kritik gut aufgenommenen Nebenrollen in Map to the Stars und The Lost City of Z könnte es seine bisher einflussreichsten Rolle sein.

      120 Beats Per Minutes
      Robin Campillo hat bereits an einem Gewinner-Film der Goldenen Palme mitgewirkt, The Class aus dem Jahr 2008, eine semi-biografische Geschichte über das Unterrichten von problematischen Kids. Für 120 Beats Per Minute hat er dieses Mal nicht nur das Drehbuch geschrieben, sondern auch selbst Regie geführt. Bei der Geschichte über die Pariser AIDS-Aktivisten-Gruppe Act Up aus den 90ern spielt außerdem Adéle Haenel mit.

      The Killing of a Sacred Deer
      Ebenfalls kein Unbekannter an der Croisette: Giorgos Lanthimos, der 2015 mit seinem Film The Lobster bewiesen hat, dass er kommerzielle Filme mit großen Namen drehen kann, die trotzdem einen Arthouse-Touch haben. The Killing of a Sacred Deer geht in eine ähnliche Richtung. Dieses Mal sind Nicole Kidman, Colin Farrell und Alicia Silverstone mit dabei, als ein Teenager versucht, einen brillanten Chirurgen in seine dysfunktionale Familie zu integrieren. Zu den jungen Schauspielern gehören Raffey Cassidy (Tomorrowland) und Barry Keoghan (Norfolk und Dunkirk).

      The Florida Project
      Sean Baker hatte seinen Durchbruch 2015 mit dem Überraschungshit Tangerine, der mit dem iPhone gedreht wurde und die Geschichte über zwei Transgender-Sexarbeiterinnen an Heiligabend erzählt, die für Chaos am Sunset Boulevard sorgen. Mit The Florida Project feiert der Nachfolger seine Premiere und zeigt, dass Baker gerne mit Formaten spielt — gedreht wurde sein neues Meisterwerk nämlich auf 35mm-Film. Es handelt von Kindern in den Sommerferien, während sich ihre Eltern mit echten Problemen auseinandersetzen müssen. Der Film spielt im Vergnügungspark Disney World Florida — also dürfen wir diesmal sehr irdische Probleme erwarten.

      Die Verführten
      Wenn du uns schon länger verfolgst, wirst du vielleicht schon vom neuen Sofia-Coppola-Film Die Verführten gehört haben. Der Film ist ein Remake des 1971 erschienenen Clint-Eastwood-Streifens über einen Soldaten im amerikanischen Bürgerkrieg, der Zuflucht in einem Mädcheninternat in Virginia sucht. Sofia Coppola erzählt die Geschichte aus der weiblichen Perspektive. In diesem Südstaaten-Rachedrama spielen Nicole Kidman, Kristen Dunst und Elle Fanning die Hauptrollen und Colin Farrell einen Soldaten (und ist damit nicht nur einmal auf dem Filmfestival vertreten). 

      How to Talk to Girls at Parties
      Damit ist er übrigens nicht der Einzige. Nicole Kidman ist dieses Jahr gleich mit vier Filmen an der Côte d'Azur vertreten. Und sogar in How to Talk to Girls at Parties mit i-D Coverstar Elle Fanning vertreten. Doch das neueste Werk vom Regisseur von Shortbus und Hedwig dürfte der schrägste sein. In der Literaturverfilmung der Kurzgeschichte von Neil Gaiman geht es übernatürlich zu. Wir befinden uns im London der 70er, Durchschnitts-Dude (Alex Sharp) verliebt sich in ein süßes Girl (Elle Fanning), die ein untergeschlüpftes Alien ist. So weit, so gut. Und Kidman? Die spielt eine Punkikone, die den Kids dabei hilft, das E.T.-Girl und die Menschheit zu retten. 

      Twin Peaks
      Last but not least: TV-Premieren gehören mittlerweile zum festen Programm der Filmfestivals. In Cannes wird es einen ersten Blick auf die zweite Staffel von der hochgelobten Serie Top of the Lake geben. David Lynchs Reboot von Twin Peaks, der ebenfalls zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird, dürfte dieses Jahr das am meisterwartetste Ereignis der Croisette werden, so groß ist die weltweite Vorfreude auf die Rückkehr der Kultserie. Wie bei Lynch üblich, ist über die Geschichte natürlich nichts bekannt — der erwartete Hype blieb trotzdem nicht aus. 

      Credits

      Text: Colin Crummy
      Foto: Still aus "You Were Never Really Were"

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      Themen:film, kultur, cannes, cannes 2017, lynne ramsay, sean baker, david lynch, twin peaks, cannes film festival

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